Switzerland

Greta Thunberg: «Es reicht nicht, Bäume zu pflanzen» – das Wichtigste zum Weltwirtschaftsforum im Blog

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg ruft zu entschlossenem Handeln auf. «Unser Haus brennt noch immer», sagte sie. Da reiche es nicht, eine Billion Bäume zu pflanzen. US-Präsident Trump warnte vor Aktivismus und lobte seine Politik in höchsten Tönen.

Thomas Schürpf, Linda Koponen, Florian Schoop, Gian Andrea Marti, Katrin Büchenbacher, Peter A. Fischer

15.45 Uhr: Trump wirbt für Handelsabkommen mit der EU 

US-Präsident Donald Trump will sich nach eigenen Angaben um ein umfassendes Handelsabkommen mit der Europäischen Union bemühen. Er hoffe, beide Seiten könnten sich auf einen Deal verständigen, sagte Trump vor einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Sie sei als «sehr harte Verhandlungsführerin« bekannt, sagte Trump vor dem Gespräch, das hinter verschlossenen Türen stattfand.

Öffentlicher Handschlag vor dem Gespräch hinter verschlossenen Türen: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Trump.

Öffentlicher Handschlag vor dem Gespräch hinter verschlossenen Türen: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Trump. 

Jonathan Ernst /Reuters

15 Uhr: Die Juso und Klimaaktivisten formieren sich zur WEF-Demonstration 

Noch hält sich die Beteiligung an der WEF-Kundgebung in Grenzen.

Noch hält sich die Beteiligung an der WEF-Kundgebung in Grenzen. 

Katrin Büchenbacher

Die Anti-WEF-Demonstration der Jungsozialisten und der Klimaaktivisten läuft nur langsam an, da sich die Winterwanderer um rund anderthalb Stunden verspäten. Die Kundgebungen sind bis 17 Uhr bewilligt. Juso-Präsidentin Ronja Jansen fordert in ihrer Eröffnungsansprache eine «demokratische Wirtschaft».
Es sei zynisch, an die Eigenverantwortung der einzelnen Konsumenten zu appellieren, während die hundert grössten Unternehmen für 70 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich seien.

14.15 Uhr: Chinas stellvertretender Regierungschef Han Zheng plädiert für offene Türen

Die Globalisierung stehe am Scheideweg, erklärte der stellvertretende chinesische Regierungschef Han Zheng. Die Frage sei, ob weitere Handelsschranken errichtet oder die Türen geöffnet würden, sagte er. China plädiere klar für eine Kooperation. Die Wirtschaftsglobalisierung sei eine Treibfeder des Wachstums. Die Probleme der Globalisierung könnten nur inklusiv, unter Beteiligung aller, gelöst werden. Alle Länder müssten mehr Mut zum Austausch zeigen. «Wir müssen gemeinsam versuchen, den Weltmarkt zu vergrössern und den Nutzen für alle verteilen», sagte er. So könnten die Menschen aus allen Ländern von den Vorteilen des Wachstums profitieren. Die Lösungen lägen im Multilateralismus und in der Förderung des Friedens. China habe sich entwickelt, weil sich das Land geöffnet habe. Auch die zuvor verbreitete Armut habe so entschieden bekämpft werden können. Dank Bildung sei mehr Wohlstand erreicht worden.  China habe die Vorteile der Globalisierung genutzt und sei nun selber ein Motor der Weltwirtschaft.

Ein riesiger chinesischer Markt biete grosse Chancen für andere Länder. China werde Tür und Tor für die Welt öffnen, unterstrich der stellvertretende Regierungschef mehrmals. Das Land werde gegenteiligen Tendenzen nicht folgen, sagte er mit Blick auf die amerikanische Politik der Strafzölle. China wolle selber Zölle senken. Das Phase-1-Abkommen mit den USA sei gut für beide Länder und auch gut für die Welt, hielt er fest. China wolle eine Vorreiterrolle in der internationalen Kooperation spielen. In diesem Sinn würden auch die Reformen der Welthandelsorganisation WTO unterstützt.  

Die Initiative zur Pflanzung von 1 Billion Bäumen sei von grossem Wert. China engagiere sich sehr für die Aufforstung. China werde seine Pflichten zur Schaffung einer stabilen, offenen, sauberen und alle Menschen einschliessenden Welt ernst nehmen, schloss er seine Rede. 

13 Uhr: Thunberg: «Es reicht nicht, Bäume zu pflanzen»

Greta Thunberg appellierte an die Unternehmer und Politiker, endlich griffige Massnahmen zu ergreifen.

Greta Thunberg appellierte an die Unternehmer und Politiker, endlich griffige Massnahmen zu ergreifen.

Michael Probst / AP

Um 13 Uhr diskutierten die tschadische Bürgerrechtlerin, Hindou Oumarou Ibrahim, der Mediziner und USAID-Leiter Rajiv Shah, Rebecca Blumenstein (New York Times), Allianz-CEO Oliver Bäte und Greta Thunberg über den Klimaschutz. Es ging um die Frage, wie der CO-2-Ausstoss verringert werden kann. 

Greta Thunberg erinnerte daran, dass sie vor einem Jahr nach Davos gekommen sei und gesagt habe, das Haus brenne. Damals habe man sie  gewarnt, man dürfe die Menschen nicht verängstigen. «Ich kann euch beruhigen, es ist rein gar nichts passiert», sagte die 17-jährige Schwedin am Dienstag mit sarkastischem Unterton vor den WEF-Teilnehmern in Davos. Die wenigen bisher von der Politik ergriffenen Massnahmen gingen allesamt viel zu wenig weit.

Es sei nett, wenn ab und an ein paar Bäume gepflanzt würden, doch bringe das herzlich wenig, wenn gleichzeitig die CO2-Emissionen nicht drastisch gesenkt würden. Sämtliche Staaten seien daran, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu verletzen. «Doch das scheint niemanden zu kümmern», kritisierte Thunberg.

Der Klimaschutz sei keine Frage von links oder rechts. Es gehe ihr nicht um Parteipolitik, stellte die Aktivistin klar. Vielmehr hätten sämtliche politischen Parteien und Strömungen bei dieser Thematik versagt.

«Wir können nicht auf neue, noch nicht erfundene Technologien warten, die uns vielleicht eines Tages retten werden. Wir müssen jetzt handeln», lautete Thunbergs Forderung an die im Raum versammelten Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft.

So müssten unter anderem sofort sämtliche Investitionen in fossile Energieträger gestoppt und entsprechende Subventionen gestrichen werden. «Das ist das absolute Minimum von dem, was nun geschehen muss», sagte die Schwedin. Der Weg ist hart, aber man müsse es wenigstens versuchen.

¨Das Haus brenne, erklärte Greta Thunberg in der Diskussion.

¨Das Haus brenne, erklärte Greta Thunberg in der Diskussion.

Denis Balibouse / Reuters

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte hat die Politik in ihren Bemühungen um den Klimaschutz kritisiert. «Es ist das erste Mal, dass die Wirtschaft den Ton angibt und die Regierungen hinterherhinken», sagte der Manager. «Ich kann nur für mein Heimatland sprechen: Wir diskutieren immer Pläne für den Kohleausstieg, aber wir diskutieren nur den Zeitpunkt und nicht die nötigen Schritte.» Er glaube, dass die Regierungen unglücklicherweise den Anschluss verloren haben. Die Allianz sei wohl der grösste institutionelle Investor in Europa. Der Konzern wolle die Wut über das langsame Vorankommen mit Optimismus verbinden, indem man praktische Dinge tue. In einem Zusammenschluss grosser Finanzinvestoren hatte die Allianz sich mit anderen verpflichtet, ihre Anlageportfolios bis 2050 auf Netto-Null-Treibhausgasemissionen umzustellen.

Hindou Oumarou Ibrahim wies auf die Wälder, die real brennen hin, nicht nur in Australien, auch in Tschad. «Das Haus brennt», sei nicht nur symbolisch zu verstehen. Das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2050 sei viel zu wenig strikt. Es müsse schneller gehen. Man müsse jetzt handeln und handeln müssten nicht nur die Unternehmen. Es gehe darum, die Bevölkerung einzubinden. Diese wisse oft besser, was man tun müsse als Politiker oder weltweit operierende Firmen. 

Der Klimaeffekt sei dringend. Es gehe um die Leute, die jetzt schon unter dem Klimawandel litten. Es gehe nicht nur um die Zukunft. Klima und Armut müsse man gleichermassen angehen. Das eine könne nicht auf Kosten des andern gehen.

Der chinesische Umweltaktivist Ma Jun wies auf die Dringlichkeit hin, auch aufstrebende Mächte wie China einzubinden. Auch China habe geeignete technologische Möglichkeiten, die noch nicht genutzt würden. Es sei entscheidend, im Kampf gegen den Klimawandel die Firmen zu gewinnnen.

11.45 Trump: «Der amerikanische Traum ist zurück»

US-Präsident Donald Trump in seinem engagierten Votum zugunsten des amerikanischen Unternehmertums.

US-Präsident Donald Trump in seinem engagierten Votum zugunsten des amerikanischen Unternehmertums.

Evan Vucci / AP

US-Präsident Donald Trump bezeichnete das WEF als grossartige Errungenschaft – und holte  gleich zu einer eigentlichen Wahlkampfrede aus. Vor zwei Jahren habe er in Davos angekündigt, die USA zu einem grossen Land zu machen. Jetzt sei der Geist des Unternehmertums erwacht. Die USA seien wieder stark. Man habe die grössten Handelsabkommen mit Partnern geschlossen. Diese seien für alle Staaten von grossem Nutzen. Unter seiner Regierung sei alles besser geworden, gab er sich überzeugt. Dazu habe man Steuern gesenkt, die Regulierung beispiellos verringert, man habe Handelsabkommen geschlossen und das politische Handeln auf das Wachstum gebündelt. Sieben Millionen Arbeitsplätze seien geschaffen worden. Jetzt sei die Arbeitslosenquote so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr. Der erreichte Wohlstand komme allen Amerikanern zugute. «Die niedrigen Löhne wachsen schneller als die Toplöhne», sagte Trump. Niemand hätte solche Entwicklungen zuvor für möglich gehalten. Der amerikanische Traum sei zurück, hielt Trump fest. Es gebe ausgezeichnete und gleiche Chancen für alle.

«Das amerikanische Modell kann überall funktionieren»

Die Aussichten für die nächsten Jahre seien sehr gut. Die Unternehmen und die Menschen kämen jetzt in die USA zurück. Man habe die Kehrtwende zum Wohlergehen der amerikanischen Bevölkerung geschafft. Dieses amerikanische Modell wolle er der Welt aufzeigen. Wenn alle zusammenarbeiteten, könne dieses Modell überall funktionieren. 

Unter seiner Führung sei ein Neustart mit Handelsabkommen gelungen. Zuvor habe das internationale Handelssystem versagt – zulasten der USA. Jetzt seien beispielsweise die Beziehungen mit China besser als je zuvor. Ohne die von den USA verhängten Strafzölle hätte man das nie erreichen können. 

«Wir müssen den Propheten des Untergangs entgegentreten»

Im Hinblick auf die Klimadiskussion rief Trump zu Optimismus auf. Wenn es wirklich Probleme gebe, lasse sich dies technisch lösen. So stünden die USA an der Schwelle der Nutzung neuer Energieressourcen. In seinem Land habe man weltweit die sauberste Luft und das sauberste Wasser. In diesem Sinn würden die USA auch der WEF-Initiative der 1 Billion Bäume beitreten. Jetzt sei die Zeit des Optimismus. Man müsse den Propheten des Untergangs entgegentreten. Die USA würden eine Bastion der Freiheit bleiben. Eine wachsenden Privatwirtschaft könne alle Herausforderungen annehmen und alle Krisen meistern. Die USA hätten die Antwort auf die entscheidenden Fragen. 

«Wir müssen uns den grossen Herausforderungen stellen», sagte Trump. Es gehe darum, künftigen Generationen alle Chancen zu ermöglichen. Sie sollten nicht durch übertriebene politische Massnahmen eingeschränkt werden. Man dürfe dabei nicht ängstlich und zaghaft vorgehen. «Gott schütze Amerika und Gott schütze die Welt», schloss er seine Rede.

Trumps Konvoi auf der Fahrt zum Kongresszentrum.

Trumps Konvoi auf der Fahrt zum Kongresszentrum.

Gian Andrea Marti

Trump ist auf dem Weg zum Kongresszentrum. Ein Fahrzeug-Konvoi mit dem amerikanischen Präsidenten hat das Hotel Intercontinental in Davos verlassen. Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte überwachten die Abfahrt des Präsidenten.

11.05 Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga: «Die Welt brennt»

Die Welt brenne, erklärte Sommaruga auf Englisch. Und sie meinte nicht nur die australischen Buschbrände. Die Auswirkungen des Klimawandels seien desaströs. Das ökologische Gleichgewicht sei gefährdet. In einer Video-Einspielung zeigte sie auf, welche gravierenden Folgen das Verschwinden von Pflanzen und Insekten für die Menschen habe. Wenn wirtschaftliche Interessen über die Natur gestellt würden, dann seien die Konsequenzen dramatisch. Man spüre dies aber nicht sofort im Alltag. Diversität sei wie der Eiffelturm: Wenn eine Schraube entfernt werde, passiere noch nichts. Aber irgendwann breche der Turm zusammen. Die Geschäftswelt müsse sich wie andere auch für die Biodiversität und das Gleichgewicht engagieren.

Bundespräsidentin Sommaruga hat das WEF offiziell eröffnet. Im Bild mit WEF-Gründer Klaus Schwab.

Bundespräsidentin Sommaruga hat das WEF offiziell eröffnet. Im Bild mit WEF-Gründer Klaus Schwab.

Gian Ehrenzeller / Keystone

Auch für die internationale Politik sei das Gleichgewicht entscheidend. Exzesse seien wie zurückschwingende Pendel. Jedes Handeln habe Gegenreaktionen zur Folge. «Nutzen wir die Zeit hier für den Dialog und zum Handeln», sagte sie abschliessend.

11 Uhr: WEF-Gründer Schwab ruft zum Dialog und zum Handeln auf

Schwab erinnerte an die Gründung des WEF vor fast 50 Jahren. Damals schon habe das Stakeholder-Konzept im Zentrum gestanden. Und so sei es noch heute. Die Unternehmer und Wirtschaftsführer hätten erkannt, dass sie auch soziale Organismen mit entsprechender Verantwortung seien.  Die Welt befinde sich in einem katastrophalen Zustand und das Fenster zum Handel schliesse sich. Es brauche Lösungen für den Klimawandel. Auch die nächste Generation habe das Recht auf eine bewohnbare Erde. Die Herausforderungen seien so gewaltig, dass man nur globaler Kooperation vorankomme. Es brauche Austausch und Dialog, nicht Konfrontation. Dieses Jahrestreffen solle aber nicht nur aus Reden, sondern auch aus Taten bestehen, hielt er fest. Geplant sei beispielsweise eine Plattform für die Pflanzung einer Billion von Bäumen.

10.45 Uhr: Eröffnungszeremonie beginnt

Um 10.45 beginnt die Eröffnungszeremonie für die 50. Ausgabe des WEF. Die Reden halten die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, WEF-Gründer Klaus Schwab und US-Präsident Trump.

10.30: Warten auf die Eröffnungszeremonie 

Warten auf Trump: in der grossen Halle des Kongresszentrums gibt es weniger Sitze als Interessenten. Reservierte Plätze haben einige Offizielle: bereits unter den Wartenden sind die Bundesräte Cassis, Parmelin, Berset, Maurer und SNB-Präsident Jordan. In den vorderen Reihen mit den Schweizer Bundesräten sind auch der Erbprinz von Liechtenstein und der Liechtensteiner Regierungschef zu sehen.

09.50 Uhr: Klimaaktivisten auf Wanderwegen unterwegs

Klimaaktivisten und WEF-Gegner versammeln sich vor der Arena in Klosters für die letzte Etappe ihrer Winterwanderung. Da sie keine Bewilligung für die Hauptstrasse erhalten haben, wandern sie auf Wander- und Schlittelwegen nach Davos. Die Organisatoren warnen davor, dass der erste Abschnitt der Wanderung steil sei und durch den Schnee führe. Alternativ könne das erste Stück auch mit dem Zug zurückgelegt werden.

Die Klimawanderer beim Start in Klosters

Die Klimawanderer beim Start in Klosters

Katrin Büchenbacher

Fredi Leibundgut, 68, aus Davos demonstriert zum ersten Mal gegen das WEF und fürs Klima Er fürchte sich um die Zukunft seiner Enkelkinder, sagt er. Zudem finde er es eine Frechheit, dass die Gemeinde nur für 300 Demonstranten die Bewilligung erteilt hat. «Für die Mächtigen wird Platz geschaffen, nicht aber für uns Unbequeme».

Ein 28-jähriger Demonstrant hofft auf eine friedliche Wanderung ohne Repression. Vier Polizisten sind präsent, ein Polizeiauto patrouilliert gegenüber vom Hotel Silvretta in Klosters. Die Zahl der Klimawanderer beträgt gemäss dem Organisator Strike-WEF geschätzte 600-700 Personen.

10 Uhr: Keine Trump-Euphorie in Davos

Allgemein scheint Trumps Ankunft unter den Einheimischen in Davos auf wenig Interesse zu stossen. Ein älterer Herr aus Davos, der sich unter die Schaulustigen gemischt hatte, meinte, dass die Stimmung unter vielen Einheimischen wegen des WEF schlecht sei. Verstopfte Strassen, überteuerte Hotelpreise, ausgeräumte Geschäfte und Kinder, die wegen des Verkehrs zu spät zur Schule kommen würden, würden für Unmut sorgen.

9.40 Uhr: Trumps sieben Helikopter sind in Davos gelandet

Ein Fahrzeugkonvoi bringt den US-Präsidenten ins Hotel.

Ein Fahrzeugkonvoi bringt den US-Präsidenten ins Hotel.

Arnd Wiegmann / Reuters

Trump bei der Ankunft in Davos.

Trump bei der Ankunft in Davos.

Arnd Wiegmann / Reuters

Um 9.40 Uhr landet Trumps Helikopter-Konvoi auf dem Landeplatz in Davos. Die Autos, die Trump ins Intercontinental-Hotel (Goldenes Ei) bringen sollen, stehen bereit.

Marine One im Landeanflug.

Marine One im Landeanflug.

Gian Andrea Marti

9 Uhr: Davos erwartet den US-Präsidenten

In Davos wird nun jede Minute Trumps Ankunft erwartet. Um den Helikopterlandeplatz vor dem Intercontinental Hotel hält sich der Aufmarsch von Schaulustigen aber in Grenzen, was auch an der klirrenden Kälte liegen dürfte. Gut zwei Dutzend Journalisten und einige Schaulustige haben sich versammelt. Am Himmel über Davos kreist ein Helikopter. Der Landeplatz wird von schwerbewaffneten Sicherheitskräften abgesichert.

Auch einige Klimaaktivisten scheinen unter den Schaulustigen in Davos zu sein, die Trumps Ankunft erwarten. Im Schnee auf einem Hang gegenüber des Landeplatzes steht in grossen Buchstaben «act on climate».

Auf dem Landeplatz in Davos hält sich der Publikumsandrang in Grenzen.

Auf dem Landeplatz in Davos hält sich der Publikumsandrang in Grenzen.

Gian Andrea Marti

Für Trump gedacht: «Act on climate» am einem Hang gegenüber des Landeplatzes.

Für Trump gedacht: «Act on climate» am einem Hang gegenüber des Landeplatzes.

Gian Andrea Marti

8.50 Uhr: Marine-One-Helikopter gestartet

Die Marine Ones heben ab. Sieben Helikopter fliegen mit Trump in Richtung Davos. Die Eskorte dreht eine Runde vor der Zuschauerterrasse. Marine Ones, Black Hawks und Schweizer Super Pumas zählen zum Tross. Wo Trump drin sitzt, ist analog zu den Air Force Ones aus Sicherheitsgründen nicht bekannt.

8.50 Uhr: Marine Ones startbereit

Die Marine Ones von Trumps Delegation bereiten sich auf den Abflug in Richtung Davos vor. Ein lautes Knattern ist zu vernehmen. Auf dem Spotterhügel herrscht wieder andächtige Stille. Nur das Klicken der Fotoapparate ist zu vernehmen.

Unter scharfer Beobachtung: Die Marine Ones heben ab.

Unter scharfer Beobachtung: Die Marine Ones heben ab.

Florian Schoop

08.45 Uhr: Noch keine Marine Ones abgeflogen

Die Menge wird langsam ungeduldig: Keine Spur von Trump und den Marine Ones. Dafür nimmt der Flughafen wieder den regulären Betrieb auf. Dort, wo eben noch der US-Präsident gelandet ist, rollt eine Maschine der Swiss über die Piste. Was aber dauert bei Trump so lange? Will er am Ende auch im Auto nach Davos fahren und sich unterwegs verpflegen wie einst sein Vorgänger Clinton?

Trump wechselt in die Marine-One-Helikopter, die ihn nach Davos bringen.

Trump wechselt in die Marine-One-Helikopter, die ihn nach Davos bringen.

Evan Vucci / AP

Was die meisten Zuschauer - im Unterschied zu Medienfotografen - nicht sehen konnten: Die Ankunft des US-Präsident auf dem Flughafen, eskortiert von Secret-Service-Leuten.

Was die meisten Zuschauer - im Unterschied zu Medienfotografen - nicht sehen konnten: Die Ankunft des US-Präsident auf dem Flughafen, eskortiert von Secret-Service-Leuten.

Evan Vucci / AP

8.20 Uhr: US-Präsident Trump in Zürich gelandet

Eine der beiden Präsidentenmaschinen bei der Landung in Zürich.

Eine der beiden Präsidentenmaschinen bei der Landung in Zürich.

Walter Bieri, /EPA

Der amerikanische Präsident Donald Trump ist um 8.20 Uhr auf Piste 16 gelandet. Kurz nachdem die Sonne über Zürich aufgegangen ist, hat die Air Force One den Boden am Flughafen Kloten berührt. Auf dem Spotterhügel herrschte für kurze zeit Aufregung. Ein wildes Klicken war zu vernehmen, gefolgt von einem hastigen Seitenwechsel. Dann war das ganze auch schon wieder vorbei. Langsam rollte die Maschine, von Polizeifahrzeugen eskortiert, von der Piste, bis die Heckflosse der weiss-blauen Maschine hinter einem Hangar verschwand.

Unter den Zuschauern machte sich etwas Enttäuschung breit. Von der Tribüne aus war es unmöglich, einen Blick auf Trump zu erhaschen. «Er hat wohl Angst davor ausgebuht zu werden», sagte einer der Spotter.

8.15 Uhr: Erste Präsidentenmaschine gelandet

Hektik auf der Zuschauertribüne: Die erste Präsidentenmaschine ist gelandet. Ob Trump allerdings in der ersten Maschine ist, ist noch unklar. Gut 15 Minuten zuvor waren bereits zwei Marine Ones gelandet, begleitet von Super Pumas und bewaffneten US-Helikoptern.

Dicht gedrängt: Spotter auf dem Beobachtungshügel.

Dicht gedrängt: Spotter auf dem Beobachtungshügel.

Florian Schoop

7.30 Uhr: Das grosse Warten der Spotter

Mit Kameras, Feldstechern und Leuchtwesten ausgerüstet standen auf der Terrasse auch zwei pensionierte Flughafenmitarbeiter. Sie hatten sich rechtzeitig die besten Plätze gesichert. Die Zeiten hätten sich geändert, die Sicherheitsvorkehrungen seien heute um einiges restriktiver als  Präsident Clinton einst am WEF zu Gast war. Damals waren die beiden Spotter für die Wartung der Marine Ones zuständig gewesen. Clinton hatte sich damals auf dem Weg nach Davos an einer Raststätte einen Burger genehmigt. Heute sind die beiden Spotter nur zum Fotografieren gekommen. Und Trump wird voraussichtlich direkt mit dem Helikopter ans WEF fliegen. Nicht alle sind nur wegen der Flugzeugen gekommen. Der umstrittene Präsident hat in Zürich offensichtlich auch Fans. Zumindest sah man in der Menge vereinzelt auch Amerika-Flaggen und ein Mann trug eine Trump-Flagge um die Schultern.

7 Uhr Flugzeug-Enthusiasten in Position

Auf dem Spotterhügel am Flughafen Zürich ist es fast andächtig still. Flugzeug-Enthusiasten haben sich in Position gebracht, einer dreht an den Reglern seiner Kamera, ein anderer verrückt ein Bein seines Stativs einen Zentimeter weiter nach rechts, dann wieder nach links. Zwischendurch erklingen Funksprüche des abgehörten Flugfunks.
Auf dem Flugfeld aber ist alles wie immer. Swiss-Maschinen heben ab, andere kommen an. Der Himmel über Zürich ist noch nicht gesperrt für die Ankunft des US-Präsidenten. Das bedeutet: warten, weiter warten.

8.30 Uhr: Junge Klimaaktivisten fordern in Davos stärkere Mitsprache

Um 8.30 Uhr nahm Greta Thunberg an einer ersten Diskussion «Einen nachhaltigen Weg für eine gemeinsame Zukunft schaffen» teil. Auf dem Podium waren auch junge Aktivisten aus Costa Rica, Südafrika und Kanada. Die jungen Klimaaktivisten wie Greta Thunberg haben eine stärkere Mitsprache ihrer Generation beim Kampf gegen den Klimawandel gefordert. Die Politik habe die Erfahrung, die jungen Leute die Ideen, sagte Natasha Mwansa aus Sambia. Sie müssten besser integriert werden. Es gehe nicht um Reden, sondern um Handlungen und Unterstützung. «Was zählt ist, was wir zu Hause machen. Wir werden nicht immer in Davos sein.»

Thunberg forderte, die Wissenschaft stärker einzubinden. «Wir müssen die Krise behandeln als das, was es ist: Eine Krise», sagte die 17-jährige Schwedin. «Es muss viel mehr passieren, dies ist erst der Anfang. Persönlich könne sie sich über Aufmerksamkeit nicht beklagen. «Aber die Wissenschaft und die Stimmen der jungen Generation stehen nicht im Zentrum der Debatte. Doch das müssen sie.»

Salvador Gomez-Colon von der Karibikinsel Puerto Rico forderte, die Klimakrise nicht zu politisieren. «Es ist keine politische Frage.» Die Kanadierin Autmun Peltier kritisierte, die Menschen konzentrierten sich nur auf Geld. «Wir müssen uns aber darauf fokussieren, was passiert», sagte sie. Mwansa betonte, es sei wichtig, dass Politiker Gesetze einbringen. «Aber die Macht liegt nicht nur bei ihnen, sondern in jedem Einzelnen.»

Vor dem Saal, indem das Panel mit ihr stattfindet, stehen die Leute derweil Schlange. Darunter sind vergleichsweise viele jüngere Teilnehmer und Medienvertreter, aber auch Geschäftsleute aus aller Welt. Sie können den Anlass hier live mitverfolgen.

7 Uhr: Warten auf Trump

Vor der Zuschauerterrasse stehen Schaulustige eine halbe Stunde vor der erwarteten Ankunft von Donald Trump Schlange. Wegen der strikten Sicherheitskontrollen geht es nur langsam vorwärts. Erstmals hat der Aussichtspunkt während dem WEF geöffnet - sogar mit längeren Öffnungszeiten. Auffällig ist, dass es sich bei den Spottern grösstenteils um Männer handelt.

Schlange stehen für einen guten Platz auf der Publikumsterrasse.

Schlange stehen für einen guten Platz auf der Publikumsterrasse.

Linda Koponen

Guten Morgen. Heute wird das 50. Weltwirtschaftsforum in Davos offiziell eröffnet. Es dürfte vorerst im Schatten des amerikanischen Präsidenten Donald Trump stehen, der demnächst in Zürich erwartet wird. Am WEF ist Trump in seiner Lieblingsrolle: der des Deal-Makers. Sein Besuch könnte höchstens durch die Debatte um den Klimawandel etwas an Aufmerksamkeit verlieren.

Was bringt der Tag?

Was bisher geschah:

Hier finden Sie den WEF-Blog vom Montag.

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