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Glencore schreibt im ersten Halbjahr hohen Verlust

Die Coronakrise setzt dem Rohstoffhändler und Bergbaukonzern zu. Mehrere Förderanlagen haben in den letzten Monaten ihren Betrieb einstellen müssen.

Der Hauptsitz der Rohstoffhandelsfirma ist in Baar.

Der Hauptsitz der Rohstoffhandelsfirma ist in Baar.

Foto: Urs Flüeler (Keystone/Archiv)

Wie andere Unternehmen in dieser Zeit muss sich Glencore mit roten Zahlen auseinandersetzen. In der ersten Jahreshälfte blieben Förderanlagen über Wochen geschlossen und die Nachfrage nach Rohstoffen ging zurück. Besonders schwer belasteten die sinkenden Rohstoffpreise das Ergebnis.

Unter dem Strich resultierte nach dem ersten Halbjahr ein den Aktionären zurechenbarer Verlust von 2,60 Milliarden US-Dollar, wie Glencore am Donnerstag mitteilte. Bereits im letzten Jahr war der Reingewinn wegen sinkender Rohstoffpreise auf ein tiefes Niveau von 226 Millionen zurückgefallen.

Tiefere Fördermengen

Im laufenden Jahr musste Glencore bislang Wertberichtigungen in Höhe von 3,2 Milliarden vornehmen. Diese Abschreibungen habe man mit Blick auf die wegen der Corona-Pandemie unsichere Konjunkturlage und den entsprechend tiefen Rohstoffpreisen getätigt, heisst es.

Der adjustierte Betriebsgewinn EBITDA fiel in der Zeit von Januar bis Juni im schwierigen Marktumfeld auf 4,83 Milliarden Dollar nach 5,58 Milliarden im vergangenen Jahr. Und der Umsatz brach um einen Drittel auf noch 71 Milliarden ein.

Die sinkenden Zahlen haben mit den Folgen der Corona-Pandemie zu tun. Vergangene Woche hat die Gruppe im halbjährlichen Produktionsbericht über tiefere Fördermengen von Kohle, Kupfer, Blei und Kobalt berichtet. Wegen Corona hatten einige Anlagen den Betrieb vorübergehend eingestellt.

Verzicht auf Ausschüttung

Bereits Ende März hatte Glencore wegen der Coronakrise Massnahmen zur Stärkung der Kapitalstruktur bekanntgegeben. Die geplante Dividendenausschüttung wurde zunächst aufgeschoben, Kreditfazilitäten gestärkt und die Nettoverschuldung gedrückt.

Nun verzichtet Glencore auf eine Ausschüttung an die Aktionäre, wie CEO Ivan Glasenberg in der Mitteilung erklärte. Kurzfristig seien die Marktaussichten nach wie vor zu unsicher und vor diesem Hintergrund wäre es unangemessen, im laufenden Jahr eine Ausschüttung vorzunehmen, so Glasenberg.

Im Gesamtjahr peilt Glencore, wie bereits vergangene Woche angekündigt, mit dem bereinigten Betriebsgewinn (EBIT) aus dem Marketing-Geschäft nach wie vor das obere Ende der Bandbreite von 2,2 Milliarden bis 3,2 Milliarden Dollar an. Zur Jahresmitte lag dieser EBIT bei 2,0 Milliarden, während der bereinigte Gruppen-EBIT um einen Drittel auf 1,47 Milliarden zurückfiel.

Mit Blick auf die Förderung hatte Glencore die Prognosen für 2020 bei Kohle und Nickel im Produktionsbericht gesenkt. Der Konzern rechnet mit einer Kohle-Produktion zwischen 111 Millionen und 117 Millionen Tonnen nach zuletzt 129 bis 135 Millionen. Für Kupfer wird weiterhin eine Produktion um die 1,26 Millionen Tonnen erwartet.

SDA

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