Switzerland

«Gar keine gute Idee»: Josi und Kollegen machen gegen Ausländer-Erhöhung mobil

Die Klubs schnüren derzeit das Ligareform-Paket. Dabei hat vor allem der Plan, die Ausländer-Anzahl von vier auf zehn zu erhöhen (und gleichzeitig die CH-Lizenzen abzuschaffen), für Widerstand bei den Fans gesorgt. Nun macht auch die Spielervereinigung SIHPU gegen die Idee mobil und setzt dabei auf Star-Power.

«Von mir ausgesehen, ist das gar keine gute Idee», sagt Roman Josi (30). Und auf die Frage, ob seine Karriere genauso verlaufen wäre, wenn es in der National League schon immer ein höheres Ausländer-Kontingent gehabt hätte, sagt der NHL-Star: «Für mich war es damals optimal, dass ich mit 16 Jahren schon das erste Mal in der ersten Mannschaft mitspielen konnte und später auch eine sehr wichtige Rolle übernehmen konnte. Ich konnte früh viel Powerplay spielen und habe viel Eiszeit bekommen. Wenn es damals schon zehn Ausländer im Team gegeben hätte, wäre das wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Ich hätte mich nicht so schnell entwickeln können und all diese Erfahrungen gemacht in wichtigen Situationen.»

Zudem führt der Captain der Nashville Predators, der letzte Saison mit der «Norris Trophy» als bester Verteidiger ausgezeichnet wurde, aus: «Je mehr Schweizer Spieler wir in jungem Alter fördern und je mehr Spielern wir diese Chance geben können in der National League spielen zu können, desto besser fürs Schweizer Eishockey, desto besser für die Nationalmannschaft.»

Auch Haas ist dagegen

Josi stellt sich damit auch gegen den SCB, deren CEO Marc Lüthi zu den Initianten der Ausländer-Erhöhung zählt. Bei den Bernern wurde Josi gross. Und inzwischen ist er Mitbesitzer des Klubs und wird von seinem Vater Peter im Verwaltungsrat vertreten.

Ins gleich Horn blässt Nati- und Edmonton-Stürmer Gaëtan Haas (28). «Wenn wir die Ausländer-Anzahl erhöhen, wird es viel mehr Spieler auf dem Markt haben und die jungen Schweizer Spieler werden es schwer haben, mehr zu spielen», sagt der Bieler.

«Stehe der Ausländer-Erhöhung sehr kritisch gegenüber»

Er stehe «der Ausländer-Erhöhung sehr kritisch gegenüber», sagt SIHPU-Chef Jonas Hiller. «Ich glaube, dass die Integration der jungen Spieler in eine erste Mannschaft darunter leiden wird und dass es langfristig ein riesiges Problem sein wird für das Schweizer Eishockey – national oder international.»

Unter den zwölf NL-Klubs, von denen sich lediglich die ZSC Lions von Anfang an gegen das Reformpaket mit Ausländererhöhung, Financial Fairplay und Abschaffung des Abstiegs stemmten, sind weiterhin Gespräche im Gang. Die Idee, die Ausländerzahl stufenweise zu erhöhen, hat keinen Anklang gefunden. Eine Entscheidung dürfte frühestens im März fallen. Man ist nicht unter Zeitdruck, da die Reform erst per 2022/23 greifen soll. Nächste Saison wird man weiterhin mit vier Ausländern spielen. Und es wird keinen Absteiger geben. Das ist beschlossen. (sr)

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