Switzerland

Fussball-Gott Maradona im Zürcher Letzigrund: Fans zahlten 1989 im Training 10 Fr. Eintritt!

Diego Armando Maradona (†60), der damals beste Fussballer der Welt (für viele ist er es heute noch) spielt Ende 1989 mit Napoli im Uefa-Cup gegen die Kicker des Aargauer Provinz-Klubs FC Wettingen (heute 2. Liga Interregional).

Zürich ist schon Tage zuvor im Ausnahmezustand. Maradona und seine damalige Verlobte Claudia Villafane haben wenige Wochen vor ihrer Hochzeit genug Zeit für ausgiebige Shoppingtouren in der Limmatstadt. An der Bahnhofstrasse kauft sich die «Hand Gottes» gleich 10 (!) Armbanduhren. Heute unvorstellbar, dass ein abgeschirmter Mega-Star wie Messi, Neymar oder Cristiano Ronaldo im Trainingsanzug und zusammen mit der Freundin vor einem Europacup-Auswärtsspiel wie Touristen die Schmuck- und Uhren-Läden der Gastgeberstadt abklappert. Maradona kann’s!

Als Maradona kommt, geht ein Raunen durch die Menge

Am Abend vor dem Spiel. Die Profis des FC Zürich sitzen als Zuschauer auf der Tribüne. Sie staunen Bauklötze. Das «Landklübli» FC Wettingen lädt zum Abschlusstraining. Und FCW-Boss Hubert Stöckli († 2010), der sein Geld unter anderem mit Geldspiel-Automaten gemacht und darum den Spitznamen «Automaten-Hubi» bekommen hat, verlangt fürs Training 10 (!) Franken Eintritt. Nicht wegen der FCW-Kicker Stiel, Rueda oder Germann. Nein, auf dem Rasen trainieren vor dem Europacup-Hinspiel zuerst die Weltstars des SSC Napoli. Die Brasilianer Careca und Alemão, die Italiener Carnevale und De Napoli. Doch einer fehlt noch. Maradona, der argentinische Weltmeister. «Dieguito» kommt mit mehreren Minuten Verspätung aufs Grün. Die Schnürsenkel seiner Treter hat er nicht gebunden. Ein Raunen geht durch die Menge. Maradona schnappt sich einen Ball und beginnt eine Jonglier-Einlage – mit offenen Schuhen. Ruedi Landolt, Captain des FCZ, schnappt nach Luft und sagt zu BLICK: «Ich glaube, wir haben den falschen Beruf.» Fürs Spiel verlangt Stöckli 100 Franken für den Sitzplatz. Eine damals astronomische Summe. Der FCW nimmt 2 Millionen ein. Stöckli damals: «Wir müssen mit unserer Preispolitik für diesen Match auf praktisch niemanden Rücksicht nehmen. Bei unserem letzten Heimspiel auf der Altenburg hatten wir 2900 Zuschauer, davon zahlten 1500.» Unvergessen bleibt auch das Bild, das Stöckli mit seinem obligaten Besen (er wischte oft seine Trainer weg) und Maradona schiessen durfte. Heute wär’s ein Selfie.

Alle wollen Diego sehen

Kaum zu glauben. Die Wettinger, einen Monat zuvor schon wegen der Hetzjagd auf Skandal-Schiri Klötzli weltweit in den Schlagzeilen, ringen den Weltstars des SSC Napoli im Hinspiel in Zürich ein 0:0 ab. Mittendrin ist der gebürtige Spanier Martin Rueda (57). Der spätere YB-, Lausanne-, Wohlen- und Wil-Trainer ist damals Wettingen-Captain. Und erinnert sich kürzlich im BLICK: «Sofort nach der Auslosung begann ein unglaublicher Hype. Das war für uns eine völlig andere Welt. Das lag nicht an Maradona alleine, mit Careca und Gianfranco Zola hatten sie noch weitere Topspieler.»

Rueda kann sich vor Ticket-Anfragen von Kollegen kaum retten. Alle wollen Maradona sehen. Rueda trifft den Napoli-Captain dann zum Handshake: «Wir haben ein bisschen auf Spanisch geredet und uns ein gutes Spiel gewünscht.»

Fans stürmen die Strassen

Dann zieht sich Rueda auf die damals klassische Libero-Position zurück. Um die Manndeckung von Maradona kümmert sich Jan Svensson. Nach dem sensationellen 0:0 tauscht Diego das Dress aber mit Rueda: «Ich habe sein rotes Trikot mit der Mars-Werbung bekommen.» Hat das exklusive Stück Stoff im Hause des fünffachen Schweizer Nati-Spielers einen Ehrenplatz? Rueda: «Ich weiss gar nicht, wo das daheim steckt. Ich muss es verlegt haben!»

Zum Rückspiel gehts im gecharterten Privat-Jet, durch Neapel mit einer rasenden Polizei-Eskorte. Tausende heissblütige Fans säumen die Strassen. Alle, auch Omas, zeigen den Schweizern (und den Journalisten im Bus dahinter) auf dem Weg zum Hotel den Stinkefinger!

Doch die Nobodys aus Wettingen bringen die Stars an den Rand des Ausscheidens, Napoli profitiert beim 2:1 von einem Offsidetor und einem Schwalben-Penalty. Kein Wunder, schreiben die Zeitungen danach vom «Betrug an Allerheiligen»!

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