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«Froh, dass ich immer noch klar im Kopf bin» – Pelé wird 80 Jahre alt

In Santos bringen Künstler zum 80. Geburtstag dieses Porträt an einer Fassade an. Bild: keystone

«Froh, dass ich immer noch klar im Kopf bin» – Pelé wird 80 Jahre alt

Er gilt als einer der grössten Fussballer aller Zeiten: Edson Arantes do Nascimento, kurz Pelé, feiert heute Freitag seinen 80. Geburtstag.

Die legendäre Nummer 10 gewann mit Brasilien drei WM-Titel und gilt zusammen mit dem Argentinier Diego Armando Maradona als bester Fussballer aller Zeiten. «O Rei», den König, nennen sie ihn in seiner Heimat. In den vergangenen Jahren hatte Pelé aber immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Edson Arantes do Nascimento kam am 23. Oktober 1940 in der Stadt Três Corações in Minas Gerais in armen Verhältnissen zur Welt. Mit 15 Jahren bestritt er sein erstes Spiel für den FC Santos im Bundesstaat São Paulo. Nur ein Jahr später wurde er in die brasilianische Nationalmannschaft berufen – und traf bei seinem Debüt gegen Argentinien.

Aus der Sternschnuppe wird ein Star

Seinen ersten grossen Auftritt hatte er an der WM 1958 in Schweden. Weil Pelé nicht einmal volljährig war, war sein Einsatz in seiner Heimat höchst umstritten. Kritiker befürchteten, der schlaksige Youngster werde den Anforderungen des Turniers nicht gewachsen sein.

Nationaltrainer Vicente Feola stellte Pelé dennoch auf – und nach dessen Leistung beim 2:0 über die Sowjetunion war er aus der «Seleçao» nicht mehr wegzudenken. Im Viertel-, im Halbfinal und im Final schoss der 17-Jährige insgesamt sechs Tore: den Siegtreffer beim 1:0 gegen Wales, einen Hattrick beim 5:2 gegen Frankreich

Jogo Bonito

1962 verteidigte Brasilien seinen Titel, obwohl Pelé sich im zweiten Spiel verletzt hatte und nicht mehr eingesetzt werden konnte. Auch das Turnier 1966 in England blieb ihm in schmerzhafter Erinnerung. Im dritten Spiel der Vorrunde gegen Portugal (1:3) wurde Pelé, der bereits angeschlagen in die Partie gegangen war, kaputt getreten, so dass er danach schwor, nie mehr bei einer Weltmeisterschaft anzutreten. «Ich möchte mein Leben nicht als Invalider beenden.»

Dennoch gehörte Pelé auch vier Jahre später zu Brasiliens Aufgebot und führte die «Seleçao» zum dritten WM-Titel. Sein virtuoses Auftreten bei der WM 1970 in Mexiko wurde zum Inbegriff des «Jogo Bonito», des schönen Spiels. Italien blieb im Final chancenlos und verlor 1:4, wobei Pelé das 1:0 erzielte. «Pelé war der vollständigste Spieler, den ich je gesehen habe», sagte der damalige englische Nationalspieler Bobby Moore im Rückblick. «Er hatte alles.»

Pelé spielte noch bis 1974 für den FC Santos und trug danach bis 1977 mit seiner Verpflichtung bei New York Cosmos zu einem kurzzeitigen Fussball-Boom in den USA bei. Am Ende seiner Karriere kam der von der FIFA zusammen mit Maradona als Jahrhundert-Fussballer ausgezeichnete Pelé auf 1281 Tore in 1365 Spielen.

Zuletzt gesundheitliche Sorgen

Auch danach suchte Pelé weiter das Rampenlicht. 1981 spielte er mit Stars wie Michael Caine in dem Sportfilm «Flucht oder Sieg» mit, ausserdem nahm er ein paar Schlagersongs auf. Von 1995 bis 1998 war er Brasiliens ausserordentlicher Sportminister, was ihm den Vorwurf einbrachte, den Mächtigen des Landes näher zu stehen als dem einfachen Volk.

Mit zahlreichen Werbekampagnen verdiente der siebenfache Vater, der dreimal heiratete, weiterhin das grosse Geld. Dabei engagierte sich Pelé auch sozial, etwa als Sonderbotschafter der UNESCO. Noch im April beteiligte er sich an einer FIFA-Dankeskampagne für Pflegepersonal in der Coronavirus-Krise.

Die Teamkollegen feiern Pelé nach dem WM-Gewinn 1970. Bild: WCSCC AP

In letzter Zeit sorgte er aber immer wieder mit gesundheitlichen Problemen für Schlagzeilen. 2014 lag er nach einer Harnwegsinfektion auf der Intensivstation, im April 2019 wurde er wegen Nierenproblemen behandelt. Nach Operationen an Wirbelsäule und Hüfte fällt Pelé das Gehen schwer.

Drei Tage vor seinem 80. Geburtstag sagte Pelé, er sei froh, dass er immer noch «klar im Kopf» sei. Für seinen Tod hat er noch einen Wunsch: Er hoffe, dass «Gott mich auf die gleiche Weise willkommen heisst, wie ich überall in der Welt wegen unseres geliebten Fussballs willkommen geheissen wurde». (ram/sda/afp)

25 Bilder zu 80 Jahren Pelé

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