Switzerland

Fans schon im Juli im Stadion?: Das sagt die Super League zur Koch-Prognose

Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) überrascht am Sonntag im «sportpanorama» mit der Aussage, dass möglicherweise schon im Juli wieder Fans in die Stadien dürften – immer unter den Voraussetzungen, dass es die Corona-Situation in der Schweiz zulässt und dass der Bundesrat zustimmt.

Die Schweizer Ligen als Vorreiter in der Corona-Zeit? Momentan wird in Europa nur in Weissrussland vor Fans gespielt. Die Bundesliga hat als erste grosse Liga wieder den Betrieb aufgenommen, allerdings in Form von Geisterspielen.

BLICK hat sich nach Kochs Aussagen in der Super League umgehört:

FCZ-Präsident Ancillo Canepa: «Positiv, dass man bereits in diese Richtung denkt. Allerdings bin ich in dieser Sache etwas skeptisch. Wir können nicht einfach 1000 oder 2000 Leute ins Stadion lassen – was machen wir mit all den Fans in der Kurve? Ich denke eher, dass wir Zuschauer zulassen, wenn alle reindürfen. Man kann die Fans nicht derart Schachbrett-mässig im Stadion verteilen, das ist ganz schwierig.»

Thun-Sportchef Andres Gerber: «Fans ab Juli? Das würde allen Beteiligten enorm viel helfen. Es würde viel Druck wegnehmen, in wirtschaftlicher Hinsicht, aber auch was die Zukunftsplanung betrifft – gerade in Bezug auf den Start der nächsten Saison.»

YB-CEO Wanja Greuel: «Für uns sind die Aussagen von Daniel Koch ein schönes Zeichen. Wir waren positiv überrascht. Aber natürlich wissen wir auch, dass es noch ein langer Weg ist und alles von den Fallzahlen abhängig sein wird. Bei YB beschäftigen wir uns schon seit geraumer Zeit mit Szenarien, die eine beschränkte Auslastung des Stadions vorsehen. Mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, die noch auszuarbeiten wären und der Mithilfe des Publikums könnten schrittweise Lockerungen im Stadion realistisch sein.»

Sion-Präsident Christian Constantin: «Mich hat Daniel Kochs Ankündigung nicht wirklich überrascht. Zum einen, weil ich schon vor einem Monat im BLICK den Vorschlag gemacht habe, wie das umzusetzen wäre. Im Tourbillon mit vier getrennten Tribünensektoren, mit separaten Eingängen, mit dem Gastro-Schutzkonzepten in den VIP-Bereichen, mit ausschliesslich Sitzplätzen, mit Einlass nur für Saisonabonnenten, womit ein lückenloses Tracking gewährleistet wäre – und ohne Gästefans. Zum anderen, weil die Klubs alle sterben würden, können sie nicht spätestens die nächste Saison mit Fans in Angriff nehmen.»

Lugano-Verteidiger Mijat Maric: «Ich fände es eine tolle Sache, ab Juli wieder mit Publikum spielen zu können. Da bin ich absolut dafür. Es gibt im Moment aber noch ziemlich viele offene Fragen diesbezüglich. Da müsste man dann ganz genau überlegen, wie man das organisieren möchte.»

SFL-Mediensprecher Philippe Guggisberg: «Wir nehmen die Aussagen mit Interesse zur Kenntnis. Wichtig für das weitere Vorgehen sind nun die nächsten Entscheide des Bundesrats zu den Lockerungsschritten. Fallen diese positiv aus, entstehen Perspektiven und wir werden uns für weitere Gespräche mit den Behörden in Verbindung setzen.»

Koch erklärt: Rückverfolgbarkeit ist der Schlüssel

Mr. Corona: Daniel Koch.

Fussball-Fans schon im Juli im Stadion: Wie soll das funktionieren? Kein Problem, sagt «Mr. Corona» Daniel Koch. Es gehe mit der Rückverfolgung von Ansteckungsketten. Doch geht das auch bei 10'000 oder mehr Menschen in einem Stadion? «Wir machen Contact Tracing etwa in Flugzeugen bei Tuberkulose oder Masern-Fällen seit Jahren. Das funktioniert einwandfrei», so Koch auf Nachfrage von BLICK.

Gleiches soll auch bei Sportanlässen möglich sein: Sei ein Corona-Infizierter in einem Stadion gewesen, wisse man anhand der Platzreservierung, wer sich in dessen Nähe befunden habe. So könnte man die Fans in seinem Umkreis ohne weiteres informieren.

Deshalb sei Publikum bei Matches möglich, aber eben nur, wenn die Rückverfolgbarkeit der Leute im Stadion gewährleistet sei. Und nicht nur dort: Auch vor dem Stadion und sogar auf dem Weg dahin müssten Schutzkonzepte erarbeitet werden, die eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus zu verhindern. Auf die Klubs kommt also einiges an Arbeit zu.

Bislang werden die Leute im öffentlichen Verkehr aber nicht erfasst. Es müsste also spezielle Fan-Züge und andere Verkehrs-Angebote geben, bei denen sich die Fahrgäste registrieren müssen. Nur so könnten die Ansteckungsketten rückverfolgt werden.

Was aber ist, wenn die Zuschauer während der Pause oder nach einem Fussballspiel für eine Bratwurst anstehen? Dann sind sie nicht erfasst. Schon jetzt funktioniert die Registrierung in Gastrobetrieben nur mangelhaft, wie auch Koch einräumen musste.

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