Switzerland

Er ist erfolgreicher Koch und Inhaber, trotzdem ist Marcel Suter nun auf Nachfolgersuche für den «Löwen»

«Ich wünsche mir einen Käufer, der mit ebenso viel Überzeugung einsteigt wie ich damals», sagt Marcel Suter und grüsst ein paar Gäste beim Namen, die am grossen Stammtisch bei Kaffee und Znüni sitzen. Seit bald zehn Jahren führt er den Gasthof ­Löwen in Herznach mit seiner Frau Monika. «Verkaufen möchte ich ihn altershalber», sagt der bald 63-Jährige.

Im letzten Jahrzehnt habe er viel Energie in den Betrieb gesteckt. «Der Gasthof hat sich als Adresse für gutbürgerliche Küche etabliert und wird von Jung und Alt aufgesucht», sagt Suter. Seit fünf Jahren gehört der «Löwen» der «Genuss-Strasse» des Juraparks Aargau an, die Gastronomen, Landwirte und Verarbeiter von Regionalprodukten, Weinbaubetriebe sowie Spezialitäten-Dorfläden verbindet. Der Jäger und Jagdpächter in Ueken bietet Wild aus dem Stafelegg-Tal an.

Neben langen Öffnungszeiten mit dem Montag als einzigem Ruhetag richten sich die Räumlichkeiten des Gasthofs nach den unterschiedlichen Bedürfnissen seiner Gäste. Während Marcel Suter regelmässig Besucher des Herznacher Bergwerkstollens im «Bergwerksäli» empfängt, besuchen Private, Vereine oder Firmen auch das Stübli, das Fumoir, die Gartenterrasse oder den «Löwen»-Saal, der sich für Tagungen und Generalversammlungen eignet.

Vom Poststellenleiter zum Gasthofbetriebsführer

«Ich war ein Quereinsteiger», sagt Marcel Suter, der auf einem Fricker Bauernhof mit drei Geschwistern aufgewachsen ist und ab 1972 eine Karriere bei der schweizerischen Post absolviert hat. Von 2004 bis 2015 arbeitete er als unabhängiger Poststellenleiter mit zehn Angestellten und war für das ganze Staffelegg-Tal verantwortlich. «Durch Weiterbildungen lernte ich Anfang der Nuller Jahre, wie man einen Businessplan erstellt. Ein Wissen, das mir als Wirt natürlich geholfen hat.»

An seine Zeit bei der Post erinnert sowohl die Dekoration der Hotelzimmer mit gelben Post-Accessoires als auch der Saurer-Oldtimer mit Baujahr 1950. «Mit dem ehemaligen Postauto unternehme ich immer noch Gesellschaftsfahrten», sagt Marcel Suter. Seine ehemalige Vorgesetzte Martha Müller, die in der alten Post in Herznach wohnt, besucht Marcel Suter mehrmals wöchentlich im «Löwen».

Gute Umsatzzahlen dank Stammkundschaft

Viele Restaurants gebe es im Staffelegg-Tal nicht mehr. «Während Ueken und Asp über keinen Gasthof mehr verfügen, gibt es in Densbüren noch zwei Restaurants. Der Gasthof läuft gut und der Umsatz stimmt dank unserer Stammkundschaft», sagt Marcel Suter. Um seinen Köchen die nötige Freizeit zu verschaffen, stehe er auch selber in der Küche. Die Küche für den «Löwen»-Saal im Untergeschoss, geeignet für grössere Anlässe mit Platz für bis zu 90 Gästen, verantwortet der «Löwen»-Wirt selber. Zur Vervollständigung des Teams suche er nach einer zusätzlichen Köchin oder einem Koch.

Das Abhandeln des Gasthofverkaufs habe er einer Aarauer Immobilienfirma übergeben, sagt Suter. Der Verkaufspreis liegt bei 2,5 Millionen Franken sowie 150000 Franken für das Inventar. Zum Zeitpunkt der Übernahme vor zwölf Jahren war eine totale Sanierung nötig. Für über drei Millionen Franken habe Suter den Gasthof 2009 komplett ausgehöhlt, neu aufgebaut und 2010 schliesslich neu eröffnet.

«Die Menschen hier sind treue und gesellige Menschen», sagt er. «Sie haben eine Fortführung des Gasthofs verdient.»

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