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Eklat bei der Bischofswahl: Churer Domherren desavouieren den Papst

Franziskus schlug drei Kleriker als Nachfolger von Vitus Huonder vor – doch dem Wahlgremium ist keiner genehm. Es schickt die Liste zurück in den Vatikan.

Blick auf die Fenster des Churer Hofs, des Sitzes des Churer Bischofs.

Blick auf die Fenster des Churer Hofs, des Sitzes des Churer Bischofs.

Arno Balzarini / Keystone

Mit Spannung war erwartet worden, wen die 22 Domherren des Bistums Chur heute zum neuen Bischof wählen. Doch es kam anders: Das Wahlgremium hat die Liste mit den drei Kandidaten an den Papst zurückgesandt. Das berichten übereinstimmend das Portal Kath.ch und der «Tages-Anzeiger», zwei Quellen bestätigen gegenüber der NZZ die Meldungen. Den konservativen Domherren soll das vorgeschlagene Trio zu moderat gewesen sein. Auf der Liste standen Offizial Joseph Bonnemain, der Abt von Disentis, Vigeli Monn, und der Tessiner Mauro Giuseppe Lepori, der frühere Abt von Hauterive und derzeitige Generalabt der Zisterzienser in Rom.

Sie alle waren offensichtlich nicht nach dem Gusto des einflussreichen Churer Generalvikars Martin Grichting. Den Hardlinern gilt selbst der Opus-Dei-Mann Bonnemain, der ihre kritische Haltung gegenüber dem dualen System mit der eigentlichen Bischofskirche und den kantonalen Körperschaften nicht teilt, als zu gemässigt. Ausserdem ist der in Zürich tätige Geistliche laut dem «Tages-Anzeiger» auf antizürcherische Ressentiments bei den Innerschweizer Domherren gestossen. Deshalb soll Grichting selber angeregt haben, dass die Domherren auf die Wahl gar nicht eintreten.

Nun hat der Papst das letzte Wort

Das ist ein historisch einmaliger Vorgang. Die Domherren verzichten freiwillig auf ihr Wahlrecht, das in der katholischen Welt eine Seltenheit ist. Wie in den meisten anderen Bistümern auch kann nun Papst Franziskus wohl selbst einen Bischof für die Katholikinnen und Katholiken in Graubünden, Schwyz, Uri, Glarus, Obwalden, Nidwalden und Zürich bestimmen. Doch die Rückweisung ist auch eine Desavouierung des Kirchenoberhaupts: Die Churer Domherren geben Franziskus zu verstehen, dass die von ihm auserkorenen Kandidaten zu wenig katholisch seien für das Bischofsamt.

Wie lange es nun dauert, bis das Bistum Chur endlich wieder einen Oberhirten bekommt, ist völlig unklar. Der umstrittene Bischof Vitus Huonder hatte sich im Mai 2019 nach fast zwölf Jahren von seinem Amt zurückgezogen, er lebt nun bei den erzkonservativen Piusbrüdern. Der Papst setzte daraufhin den 73-jährigen Oberwalliser Pierre Bürcher als apostolischen Administrator, also eine Art Übergangsbischof, ein. Bürcher ging nur von einer Amtszeit von «ein paar Monaten» aus, diese wird nun wohl noch länger dauern.

Seit Jahrzehnten in der Krise

Damit hält auch die Krise im Bistum an, in dem seit Jahren Konflikte zwischen konservativen und progressiven Gläubigen toben. Es begann 1988 mit der Einsetzung von Wolfgang Haas als Weihbischof mit Nachfolgerecht. Nach Haas’ Versetzung nach Vaduz 1997 beruhigte sich die Situation unter Nachfolger Amédée Grab, doch unter Huonder brachen die Gräben ab 2007 wieder auf. Bei seiner Wahl war die Dreierliste so ausgestaltet gewesen, dass es faktisch keine Alternative gab; Kritiker sprachen von einem Blinden, einem Lahmen und einem Wählbaren – eben Huonder.

Bürcher hätte die Wogen glätten sollen, doch das gelang ihm nur teilweise. So verärgerte er die moderaten Katholiken mit der Entlassung des beliebten Generalvikars für die Innerschweiz, Martin Kopp. Rund 3900 Personen protestierten in der Folge in einer Petition an den Bischof gegen Kopps Rauswurf. Das Bistum Chur begründete diesen Schritt damit, dass der Generalvikar sich nicht weisungsgemäss verhalten habe. Dies, weil er sich öffentlich zur Bischofsnachfolge geäussert hatte.

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