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Ein Strategiewechsel brachte im FC Vaduz die Wende – der Klub will nach dem Aufstieg der Bescheidenheit treu bleiben

Der Fussballklub aus Liechtenstein muss sparen, doch trotz beschränkten Möglichkeiten gibt sich der Trainer Marco Frick ambitioniert. Nun steht der FC Vaduz sogar wieder in der Super League. Obwohl im Team die prominenten Namen fehlen, soll es im Grossen und Ganzen zusammen bleiben.

Mario Frick (rechts) ist der erste liechtensteinische Cheftrainer des FC Vaduz seit 30 Jahren – sein Team verfügt insbesondere bei Standardsituationen über eine schier unheimliche Potenz.

Mario Frick (rechts) ist der erste liechtensteinische Cheftrainer des FC Vaduz seit 30 Jahren – sein Team verfügt insbesondere bei Standardsituationen über eine schier unheimliche Potenz.

Urs Flüeler / Keystone

Vielleicht beschwor Mario Frick auch den «Geist von Spiez», als sein Team am Sonntag an das Barrage-Rückspiel ins Berner Oberland gereist war. Der Trainer des FC Vaduz ist im Fussball ein glühender Anhänger jener deutschen Mentalität, die sich am Ende gegen alle Widerstände durchsetzt. Mit dem «Geist von Spiez» errangen die Deutschen 1954 den WM-Titel gegen die favorisierten Ungarn. Und obwohl sie einen Vorsprung in das Rückspiel vom Montagabend mitnahmen, waren auch die Vaduzer Aussenseiter in der Barrage gegen den FC Thun. Die Mentalität war am Ende der Schlüssel dafür, dass sich die Liechtensteiner in diesem Duell mit dem Gesamtskore von 5:4 durchsetzten.

Dass der FC Vaduz nun wieder in der Super League steht, mag überraschen. Denn nach dem Abstieg aus der höchsten Liga im Mai 2017 setzte eine Talfahrt ein, die im Amateurfussball zu enden drohte. Dem vom Sportchef Bernt Haas zusammengestellten Kader fehlte es an Solidarität und an Biss. Die Verbindung zur Bevölkerung im Land bröckelte. Und das Budget schrumpfte sukzessive. Doch dann warf der Klub mit einem Strategiewechsel den Rettungsanker aus.

Er baute fortan mehr auf regionale Talente und weniger auf abgehalfterte Hochlohnbezüger. Ende 2018 wurde der Sportchef Haas durch den früheren Vaduz-Spieler Franz Burgmeier ersetzt. Und Mario Frick war der erste liechtensteinische Cheftrainer des FC Vaduz seit 30 Jahren. Jene Liechtensteiner, die einst als Spieler dem EM-Finalisten Portugal mit Cristiano Ronaldo ein Unentschieden abgetrotzt hatten, standen nun nach beendeter Aktivkarriere als Funktionäre bereit. Davor hatte der FC Vaduz das Know-how in der Fremde einkaufen müssen – und hatte damit nicht nur gute Erfahrungen gemacht.

Die zu Ende gehende Saison wird für den Verein in jedem Fall als eine denkwürdige in die Annalen eingehen. In der Europa-League-Qualifikation stiessen die Vaduzer bis in die dritte Runde vor, in der sie vor 48 000 Zuschauern bei Eintracht Frankfurt auftraten, in der Challenge League punkteten sie in der Rückrunde in 16 von 18 Spielen, teilweise nach spektakulären Aufholjagden. Das Team erzielte in der Meisterschaft 78 Tore und entwickelte eine schier unheimliche Potenz bei Standardsituationen. Und in der Barrage bestach es durch so grossen Einsatzwillen, dass der Trainer Frick seine Spieler gar «Mentalitätsmonster» nannte.

Und so gibt es durchaus Parallelen zwischen dem FC Vaduz und dem 60 Kilometer nördlich gelegenen FC St. Gallen: Beide Vereine haben Redimensionierungen hinter sich, weil Kosten unter den vorherigen Führungen ausgeufert sind. Nun versuchen sie mit weniger Geld und einheimischen Identifikationsfiguren an der Spitze Vertrauen zurückzugewinnen. Dies geschieht mit Spielern, die anderswo durchs Raster fielen und ablösefrei oder zu Discount-Preisen zu haben sind – und die um eine Chance im Profifussball kämpfen. Als den am höchsten eingestuften Vaduzer weist das Portal Transfermarkt Yannick Schmid aus, einen Innenverteidiger mit dem vergleichsweise spärlichen Marktwert von 500 000 Euro. Laut dem Sportchef Burgmeier verdienen die Vaduz-Spieler im Durchschnitt knapp 4500 Franken pro Monat.

Nach dem Aufstieg will der Klub der neuen Bescheidenheit treu bleiben. Burgmeier sagt, man würde jene Spieler belohnen wollen, die den Erfolg erreicht hätten. Das Jahresbudget wird wohl nur von 4,5 Millionen Franken auf rund 6 Millionen angehoben. Damit ist Vaduz das finanzielle Federgewicht der Super League. Noch sind keine grossen Sprünge möglich. Eben erst hat sich die Liechtensteinische Landesbank als zweiter Hauptsponsor zurückgezogen. Und die Bank der Fürstenfamilie, die LGT, ist bisher nicht durch Investitionen in den Fussball aufgefallen. Aber vielleicht hilft es ja dem FC Vaduz, dass der langjährige CEO der Bank seit kurzem in seinem Vorstand sitzt.

Trotz beschränkten Möglichkeiten gibt sich der Trainer Frick sehr ambitioniert. Es ist offenbar, dass er seine Karriere nicht in Liechtenstein wird beenden wollen. Als Spieler war er in der italienischen Serie A durch die Schule des Taktikfanatikers Alberto Malesani gegangen. Vor dem Barrage-Rückspiel hatte Frick gesagt: «Unser Hunger auf die Sensation muss grösser sein als die Angst vor dem Scheitern.» Es ist ein Satz, den 1954 auch der deutsche Weltmeister-Trainer Sepp Herberger im Berner Oberland formuliert haben könnte.

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