Switzerland

Ein Endspurt reicht den ZSC Lions gegen Ambri-Piotta zum Sieg

Die ZSC Lions werden die Qualifikation zumindest in den Top 3 abschliessen. Für Ambri ist nach der vierten Niederlage in Serie der Gang in die Platzierungsrunde vorgezeichnet.

Die Play-offs rücken näher, die ZSC Lions arbeiten am taktischen Feinschliff. Dabei geht es nicht mehr primär darum, Punkte zu gewinnen. Davon haben sie schon genug. Ob sie die Qualifikation auf dem zweiten, dritten oder vierten Rang abschliessen, ist von untergeordneter Bedeutung. Ein Platz in den Top 4 ist das erklärte Ziel, und das werden sie auch erreichen. Der Vorliebe für das erfrischend-offensive Spiel können sie nun ohne Druck frönen, aber natürlich fehlt angesichts der komfortablen Tabellenlage die letzte Dringlichkeit – wofür das zweitletzte Heimspiel der Qualifikation gegen den HC Ambri-Piotta ein anschauliches Beispiel bot.

Ambri bereitet sich auf den Abstiegskampf bzw. den Ligaerhalt vor, im Hinblick auf die bevorstehende Platzierungsrunde ist jeder Punkt wertvoll. Doch für die Tessiner war es im Hallenstadion wieder einmal wie so oft im Leben: Wer hat, dem wird gegeben. Ambri kämpfte aufopferungsvoll und schnupperte lange am ersehnten Sieg. Doch der ging an die ZSC Lions, es war ihr vierter im vierten Direktvergleich. Fredrik Petterssons Ausgleich zum 1:1 in der 40. Minute läutete den 29. Zürcher Saisonsieg ein, kurz vor Schluss doppelten Marco Pedretti und Maxim Noreau ins leere Ambri-Tor nach.

Grossartig war dieses Spiel nicht, aber mehr als ein Endspurt war nicht nötig. In Ambri ist nichts mehr wie im letzten Jahr, als der Topskorer Dominik Kubalik die Leventina verzauberte. Seine Tore fehlen der Squadra an allen Ecken und Enden. Dieses Problem kennen die Zürcher nicht, auch wenn es beim Feinschliff schon noch ein paar Dinge zu tun gibt.

Personell aber haben sie ihre Hausaufgaben gemacht. Nach den Verpflichtungen des finnischen Verteidigers Topi Jaakola und des schwedischen Goalies Fredrik Pettersson Wentzel sind sie gewappnet, sollten sich Verletzungen ergeben. Pettersson Wentzel ist übrigens nicht verwandt mit Fredrik Pettersson, seinem Namensvetter und Landsmann im Sturm. Es wird interessant sein zu sehen, ob er möglicherweise am Samstag in Zug erstmals spielen wird. Lukas Flüeler ist zwar wieder fit und in sehr guter Form, aber ein bisschen Spielpraxis mit dem neuen Team kann Pettersson Wentzel sicher nicht schaden.

(0:1, 1:0, 2:0) - 9160 Zuschauer. - SR Urban/Müller, Obwegeser/Kehrli. - Tore: 8. Bianchi (Goi, Trisconi) 0:1. 40. (39:04) Pettersson (Noreau, Roe/Ausschluss Fora) 1:1. 56. Pedretti (Marti) 2:1. 59. Noreau 3:1 (ins leere Tor). - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta.                                ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Sutter; Chris Baltisberger, Roe, Suter; Bodenmann, Krüger, Hollenstein; Pettersson, Diem, Sigrist; Simic, Schäppi, Pedretti.                                                                                       Ambri-Piotta: Conz; Fora, Dotti; Plastino, Fischer; Pezzullo, Ngoy; Fohrler; Trisconi, Goi, Bianchi; D'Agostini, Flynn, Zwerger; Dal Pian, Müller, Hinterkircher; Hofer, Novotny, Mazzolini; Schwob.                                                                                                         Bemerkungen: ZSC Lions ohne Blindenbacher, Prassl, Wick und Ortio (alle verletzt), Jaakola sowie Pettersson Wentzel (beide überzählige Ausländer), Ambri ohne Rohrbach, Kneubühler, Jelovac, Kostner, Pinana, Incir sowie Manzato (alle verletzt) und Sabolic (überzähliger Ausländer). - 58. Time-out Ambri, anschliessend ohne Torhüter.

Resultate: Bern - Rapperswil-Jona Lakers 5:2 (1:0, 0:2, 4:0). Davos - SCL Tigers 5:2 (0:1, 2:0, 3:1). Fribourg-Gottéron - Lugano 6:3 (0:2, 1:1, 5:0). Genève-Servette - Zug 3:1 (2:0, 0:0, 1:1). Lausanne - Biel 2:3 (1:0, 0:2, 1:1). ZSC Lions - Ambri-Piotta 3:1 (0:1, 1:0, 2:0).

Rangliste: 1. Zug 46/87 (139:110). 2. ZSC Lions 47/85 (157:117). 3. Davos 46/83 (148:129). 4. Genève-Servette 47/80 (129:114). 5. Biel 47/72 (139:137). 6. Lausanne 46/68 (127:121). 7. Fribourg-Gottéron 46/67 (118:128). 8. Lugano 47/66 (120:128). 9. Bern 46/63 (120:135). 10. SCL Tigers 46/59 (108:137). 11. Ambri-Piotta 47/57 (113:134). 12. Rapperswil-Jona Lakers 47/50 (122:150).