Switzerland

Ein-, Aus-und Umzonungen: Die künftige Entwicklung der Gemeinde liegt auf dem Tisch

Wo wohnen, wo arbeiten, wo Landwirtschaft betreiben, wo Landschaft schützen: Die neue Bau- und Nutzungsordnung mit Bauzonenplan und Kulturlandplan will unter anderem genau das für die Zukunft klären. Es war ein langer Weg bis zur jetzt laufenden Auflage (vergleiche separater Text). Nötig wurde die Revision mit dem Zusammenschluss der früher eigenständigen Gemeinden Merenschwand und Benzenschwil zur neuen Gemeinde Merenschwand.

Beispiel Benzenschwil: Der Dorfteil soll als Wohnschwerpunkt gefördert werden. In der bestehenden Zone für öffentliche Bauten und Anlagen südlich der Oberdorfstrasse befinden sich heute nur noch teilweise öffentliche Nutzungen. Die Gemeindeverwaltung, die Feuerwehr oder die Schule sind mit der Fusion mit Merenschwand umgezogen, geblieben sind nur der Forstbetrieb Reuss-Lindenberg und der Kindergarten. Die Zukunft des Forstwerkhofs ist offen, der Gemeinderat findet den Standort nicht ideal. «Vielmehr bietet sich auch dieses Areal für reines Wohnen an.» Es wird in die Wohnzone 2 mit Gestaltungsplanpflicht umgezont.

Beispiel Rickenbach: Im Ortsteil Rickenbach befinden sich mehrere Landwirtschaftsbetriebe direkt am Bauzonenrand und damit in unmittelbarer Nähe zu Wohnnutzungen. Das führt teilweise zu Konflikten bezüglich Lärm- und Geruchsimmissionen. Die Mindestabstände für Tierhaltungsanlagen können nicht eingehalten werden, wodurch die bestehenden Betriebe in ihrer Entwicklung eingeschränkt sind. Mit der Zuweisung des ganzen Gebiets in die Wohn- und Gewerbezone 2 erhöht sich ihr Spielraum etwas. «Mit der Umzonung soll auch zum Ausdruck gebracht werden, dass die Landwirtschaft in diesem Ortsteil weiterhin ihren Platz haben soll.»

Beispiel Sandgrueb: Hier handelt es sich um ein ehemaliges Kiesabbaugebiet, das schon lange nicht mehr ausgebeutet wird. Es gehört mehrheitlich zwei privaten Bauunternehmern, welche es nicht mehr gewerblich nutzen wollen und deshalb 2010 ein Überbauungskonzept für eine Wohnüberbauung mit 160 Wohnungen in Auftrag gegeben haben. Auch der Gemeinderat findet eine Umzonung richtig. Wegen der sensiblen Lage am Siedlungsrand und der grossen Fläche wird die Gestaltungsplanpflicht auferlegt. Der bestehende Landwirtschaftsbetrieb wird mit der Überbauung aufgegeben und in die Bauzone integriert.

Beispiel Kernzone: Sie dient der Entwicklung, Pflege und Entwicklung der Ortskerne Benzenschwil von lokaler und Merenschwand von nationaler Bedeutung. Zulässig sind hier Wohnungen, Ladengeschäfte, Gaststätten sowie nicht störendes und mässig störendes Gewerbe. Neubauten haben die bestehende Siedlungsstruktur bezüglich der volumetrischen Erscheinung, der architektonischen Gestaltung sowie der Stellung zu den Nachbargebäuden und zum Aussenraum zu unterstützen und zu ergänzen.
Auch Arbeits-, Landwirtschafts- und Landschaftsschutzzonen sind definiert. Kurz und gut: Es gibt viel zu entdecken in der öffentlichen Auflage, die bis zum 10. März dauert. Mit in der Auflage sind das Natur- und Landschaftsinventar der Gemeinde sowie das Bau- und Kulturobjekteinventar.