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Die Tennisstars nörgeln über die Quarantäne vor dem Australian Open - die Bevölkerung ärgert sich darüber

Der Tenniszirkus ist zum Australian Open in Melbourne eingetroffen. Doch dieses Jahr hält sich die Begeisterung bei den Australiern und bei den Tennisspielern in Grenzen.

Die meisten Tennisspieler in Melbourne dürfen während der Quarantäne fünf Stunden am Tag unter strenger Aufsicht trainieren.

Die meisten Tennisspieler in Melbourne dürfen während der Quarantäne fünf Stunden am Tag unter strenger Aufsicht trainieren.

Imago

Australien veranstaltet auch dieses Jahr trotz Corona-Pandemie das Australian Open im sportverrückten Melbourne. Doch der Empfang für die Tennisspieler ist weniger herzlich als früher. Die Australier ärgern sich über die Nörgeleien von Tennisprofis und Begleitern in Quarantäne.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat Australien seine Grenzen gesperrt. Selbst Australier dürfen nur aus dem Ausland in die Heimat zurückkehren, wenn sie Plätze in speziellen Quarantänehotels nachweisen können, wo sie sich zwei Wochen auf ihren Zimmern isolieren müssen und getestet werden. Die Quarantäneplätze sind zurzeit auf 5000 pro Woche begrenzt. Mindestens 36 000 Australier warten teilweise schon seit Monaten auf freie Plätze. Auch zwischen den australischen Gliedstaaten gibt es wegen Corona zahlreiche Reisebeschränkungen.

Doch für die Tennisspieler beim Australian Open und ihre Entourage, insgesamt rund 1200 Personen aus mehr als 100 Ländern, gab es Ausnahmegenehmigungen. Sie konnten nach Australien einreisen. Zwar mussten sie sich vor ihren Abflügen auf das Coronavirus testen lassen und wurden mit 15 dünn besetzten Sonderflügen nach Melbourne geflogen sowie in spezielle Hotels gefahren, in denen sie ihre zweiwöchige Quarantänezeit verbringen sollen. Doch im Gegensatz zu heimkehrenden Australiern dürfen die Tennisspieler jeden Tag in kleinen Gruppen für fünf Stunden an die frische Luft, um auf sorgfältig getrennten Tennisplätzen und allein im Fitnessstudio zu trainieren.

Einige Tennisprofis in harter Quarantäne

Mindestens 72 Tennisspieler und ihre Begleiter, unter ihnen die Schweizer Belinda Bencic und Henri Laaksonen sowie die Deutsche Angelique Kerber, teilen allerdings das Quarantäneschicksal zurückkehrender Australier: Sie kamen mit drei Flügen nach Melbourne, bei denen neun Passagiere nach ihrer Ankunft positiv auf das Coronavirus getestet wurden, unter ihnen mindestens ein Tennisprofi. Die Tennisspieler gelten nun als enge Kontaktpersonen und müssen sich nach australischen Vorschriften 14 Tage lang in ihren Zimmern isolieren. Kurz vor dem wichtigen Turnier ist ihnen das Training auf einem Tennisplatz verwehrt. Sie versuchen, sich in den Räumen fit zu halten, rennen um ihre Betten, spielen Bälle gegen Wände und Fenster oder strampeln auf eilig herbeigeschafften Heimtrainern.

Viele Tennisspieler äusserten sich in den sozialen Netzwerken frustriert und verärgert. Einige, wie Bencic, sagten, sie hätten vor ihrer Reise nicht gewusst, dass sie in harte Quarantäne gehen müssten, wenn sich eine positiv getestete Person an Bord ihres Flugzeugs befände. «Ich hätte mir sonst zweimal überlegt, ob ich kommen soll», schrieb die russische Tennisspielerin Julia Putintsewa auf Twitter. Andere Spieler und Begleiter beschwerten sich über das Essen, das wie bei allen anderen Quarantänegästen in Wegwerfbehältern vor ihren Türen abgestellt wird, über den fehlenden Zimmerservice oder darüber, dass es keinen Coiffeur gibt.

Beschwerden kommen bei den Australiern nicht gut an

Der Weltranglistenerste, Novak Djokovic, selber wie andere Topstars des Tennis in einer Luxussuite im südaustralischen Adelaide untergebracht, forderte Lockerungen der Auflagen und eine Verkürzung der Quarantäne für alle betroffenen Tennisspieler. Doch Daniel Andrews, der Premierminister des Gliedstaates Victoria, in dem die Australian Open stattfinden, wies dies strikt zurück. Die Regeln für die Profis seien die gleichen wie für alle anderen Menschen auch, betonte er. Alle Spieler seien über die Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Turnier informiert gewesen.

Bei den Australiern kommen die Beschwerden der Tennisspieler nicht gut an. In den Medien kritisieren Anrufer das Genörgel der «privilegierten Tennisstars», die mitten in der Pandemie reisen dürften und Geld verdienen könnten, während viele im Ausland gestrandete Australier noch nicht einmal zu sterbenden Familienmitgliedern oder zu Familienhochzeiten einfliegen dürften und Tausende ihre Arbeitsplätze verloren hätten. Andere ärgern sich, dass die Tennisspieler anders als heimkehrende Australier nicht für die Quarantäneunterbringung oder die teuren Flüge bezahlen müssten. Politiker rieten den Tennisspielern, sich zusammenzureissen und sich nicht wie Primadonnen zu benehmen. Einige Prominente fordern gar die Absage des Australian Open.

Angst vor der Rückkehr des Virus

Die Australier haben Angst davor, die schwer erkämpfte Kontrolle über das Coronavirus zu verlieren. Das Land mit 25 Millionen Einwohnern verzeichnet bis jetzt 28 731 Corona-Infektionen und 909 Tote. Nach einem harten Lockdown im März und April 2020 war das Virus fast aus Australien verschwunden. Die Menschen konnten weitgehend ohne Beschränkungen leben, die Wirtschaft begann sich zu erholen. Dann wurde das Virus im australischen Winter aus dem Ausland nach Melbourne eingeschleppt – nach Fehlern bei der Hotelquarantäne. Die Infektionen verbreiteten sich rapide, 800 Menschen starben. Ein zweiter lokaler Lockdown bereitete dem Ausbruch ein Ende.

Über hundert Tage lang arbeiteten die Menschen in und um Melbourne zu Hause, die Kinder lernten via Internet, und nur jeweils ein Familienmitglied durfte zum Einkaufen von Nahrungsmitteln oder zum Sport im engsten Umkreis vor die Tür. Die Einwohner Melbournes schafften dies alles dank Disziplin, Nachbarschaftshilfe und bereitwilliger Unterstützung für besonders verwundbare Mitbürger. Seit Monaten gibt es in Victoria keine lokal verbreiteten Infektionen mehr. Das Leben hat sich normalisiert. Das soll so bleiben – trotz nörgelnden Tennisstars.

Doch die Veranstalter und die australische Regierung machen sich Sorgen um einen bleibenden Imageverlust für das Australian Open, das in einem normalen Jahr bis zu 800 000 begeisterte Besucher und internationale Medien nach Melbourne lockt und ein erheblicher wirtschaftlicher Faktor im Gliedstaat Victoria ist. Die Botschaften verärgerter Tennisspieler erreichen Millionen Menschen auf der ganzen Welt.

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