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DIE NEUSTEN ENTWICKLUNGEN - Machtwechsel in Afghanistan: Taliban ernennen neue Minister der Übergangsregierung – weiter keine Frauen vertreten

Die neusten Entwicklungen

In Afghanistan haben die Taliban die Macht übernommen. Viele Staaten haben ihre Landsleute und lokalen Mitarbeiter unter teilweise dramatischen Umständen evakuiert. Dem Land stehen unruhige Zeiten bevor.

Mädchen sitzen in einem Klassenzimmer in Kabul.

Mädchen sitzen in einem Klassenzimmer in Kabul.

Wana News Agency / Reuters

Die neusten Entwicklungen:

  • Die Taliban haben rund fünf Wochen nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan neue Mitglieder ihrer Übergangsregierung vorgestellt. Insgesamt seien per Dekret 17 weitere Personen ins Kabinett berufen worden, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Dienstag (21. 9.) in Kabul. Einer der Stellvertreter im Gesundheitsministerium gehöre der Hazara-Minderheit an. Bei der Auswahl sei vor allem auf die professionelle Eignung geachtet worden. Frauen befinden sich aber weiterhin nicht darunter. Westliche Staaten hatten eine sogenannte inklusive Regierung gefordert, der nicht nur Taliban angehören. Die EU hat dies zur Bedingung für weiteres Engagement gemacht, etwa für die Zahlung von Entwicklungshilfe.
  • Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace hat eine Untersuchung über eine Datenpanne im Zusammenhang mit afghanischen Dolmetschern eingeleitet, die für die britischen Streitkräfte arbeiteten. Mehr als 250 Personen, die sich um eine Umsiedlung in das Vereinigte Königreich bemühen – viele von ihnen sind untergetaucht – wurden versehentlich in eine E-Mail des Verteidigungsministeriums kopiert. Ihre E-Mail-Adressen, Namen und teils auch Profilbilder konnten von allen Empfängern eingesehen werden. Das Verteidigungsministerium hat sich in einer Erklärung entschuldigt. Die E-Mail wurde an Dolmetscher verschickt, die noch in Afghanistan sind oder in andere Länder fliehen konnten. Absender war das Team, das für die britische Politik der Umsiedlung und Unterstützung Afghanistans (Arap) zuständig ist und seit der Machtübernahme der Taliban mit ihnen in Kontakt steht.
  • Die deutsche Regierung hat gut drei Wochen nach dem Ende der Evakuierungsaktion der Bundeswehr in Afghanistan keine genauen Erkenntnisse darüber, wie viele ihrer ehemaligen afghanischen Mitarbeiter das Land noch verlassen wollen. «Die genaue Zahl wird derzeit von der Bundesregierung eruiert», heisst es in einer Antwort des Auswärtigen Amts auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag. Darin weist die Regierung erneut Vorwürfe zurück, sie habe die Evakuierung der Ortskräfte verschleppt. Nach den jüngsten Angaben der Bundesregierung haben 272 Ortskräfte mit insgesamt 992 Familienangehörigen das Land verlassen. 
  • In Afghanistan werden Mädchen vom Unterricht an weiterführenden Schulen ausgeschlossen. Die herrschenden Taliban haben die Schüler dazu aufgerufen, zur Schule zu gehen. Kommen dürfen jedoch nur männliche Lehrer und Schüler. Lehrerinnen und Schülerinnen wurden in dem Aufruf nicht erwähnt. Am Samstag (18. 9.) hatten die weiterführenden Schulen lediglich für männliche Schüler ihren Unterrichtsbetrieb wieder aufgenommen. 
  • Der Sprecher der Taliban hat Deutschland und andere Staaten der internationalen Gemeinschaft in Kunduz um Unterstützung gebeten. Dabei könne es sich um Investitionen, Wiederaufbauprojekte «oder jede Art von humanitärer Unterstützung für die Regierung oder die Bürger Afghanistans» handeln, sagte Matiullah Ruhani der Deutschen Presseagentur am früheren nordafghanischen Bundeswehr-Standort Kunduz am Sonntag (19. 9.). Ruhani kritisierte, die internationale Gemeinschaft habe in den vergangenen zwanzig Jahren in Afghanistan eine «korrupte Regierung» unterstützt, ihre Hilfe aber mit der Machtübernahme der Taliban eingestellt. 
  • Eine Gruppe von Frauen hat auf den Strassen Kabuls ein Recht auf Arbeit, Bildung und Freiheit gefordert. «Frauenrechte und Menschenrechte!», riefen die Frauen mitten in der afghanischen Hauptstadt, wie Aufnahmen örtlicher Medien am Sonntag (19. 9.) zeigten. Rund zwei Dutzend Frauen hatten sich vor dem früheren afghanischen Frauenministerium versammelt, das die militant-islamistischen Taliban nach ihrer Machtübernahme abgeschafft hatten. Das Gebäude wird nun als Ministerium zur Erhaltung der Tugend und Unterdrückung des Laster genutzt. Dort hat eine Religionspolizei ihren Sitz, die die Einhaltung der strengen Auslegung des Islams durch die Taliban durchsetzen soll.

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