Switzerland

DIE NEUSTEN ENTWICKLUNGEN - Coronavirus in der Schweiz: Die Impfbereitschaft ist hoch, Pfizer beantragt Zulassung des Impfstoffes für 12- bis 15-Jährige

Die neusten Entwicklungen

Seit Beginn der Pandemie sind in der Schweiz und in Liechtenstein laut Angaben des Bundesamts für Gesundheit 670 613 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, 10 114 Infizierte sind gestorben.

Die Lockerungen haben laut BAG keine negativen Auswirkungen. Grund dafür sei unter anderem die fortschreitende Impfkampagne.

Die Lockerungen haben laut BAG keine negativen Auswirkungen. Grund dafür sei unter anderem die fortschreitende Impfkampagne.

Pablo Gianinazzi / Ti-Press / Keystone

Die neusten Entwicklungen:

  • 73 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer wollen sich impfen lassen. Das hat eine aktuelle Studie der Hochschule Luzern ergeben. «Die Impfbereitschaft wächst rasant», lässt sich ein Studienleiter in der «Schweiz am Wochenende» (8. 5.) zitieren. Die Quote liege über dem ursprünglichen Ziel von 60 Prozent. Die Impfbereitschaft ist bei Männern höher als bei Frauen, auch Städter lassen sich laut der Umfrage eher impfen als Bewohner vom Land. Die Bereitschaft nimmt mit steigendem Alter markant zu. Am tiefsten liegt sie im Alter von 30 bis 49. Für die Studie wurden 1020 Personen befragt, dies zwischen Ende April und Anfang Mai.
  • Pfizer hat das Gesuch für die Zulassung von Impfungen für 12- bis 15-Jährige bei Swissmedic eingereicht. Dies schreibt die Zulassungsstelle Swissmedic am Freitag (7. 5.) in einer Medienmitteilung. Swissmedic werde das Gesuch im rollenden Verfahren prüfen. Damit könne Pfizer laufend vorliegende Daten einreichen, ohne auf die abschliessenden Ergebnisse der klinischen Studien warten zu müssen. Pfizer/Biontech haben letzte Woche auch bei der Europäische Arzneimittelbehörde und der FDA, der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel, entsprechende Gesuche eingereicht.
  • Der Bundesrat erwägt an seiner Sitzung vom 12. Mai weitere Öffnungsschritte. Nach einem Treffen der Regierung mit den Parteipräsidentinnen und -präsidenten schrieb der Bundesrat in einer Medienmitteilung: «Vorsichtige weitere Öffnungsschritte erscheinen möglich.»
  • Die 180 000 Impftermine, welche die Zürcher Gesundheitsdirektion am 7. Mai aufgeschaltet hat, sind bereits alle vergeben. Dies meldet die Zürcher Gesundheitsdirektion am frühen Nachmittag auf Twitter. Weitere Informationen zu Impfungen in Zürich
  • In der Schweiz sind in den letzten 24 Stunden 1546 neue Corona-Infektionen gezählt worden. Es wurden 31 085 Tests ausgewertet, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag (7. 5.) mitteilte. 49 Personen mussten neu ins Spital eingeliefert werden und vier starben nach einer Infektion. 1 007 496 Million Personen sind in der Schweiz zudem nun vollständig geimpft, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt wurden 3 014 858 Dosen bisher verabreicht.
  • Der Impfpass für geimpfte, genesene und negativ getestete Personen soll bis Ende Juni zur Verfügung stehen. Er wird vom Bundesamt für Informatik und Telekommunikation ausgestellt. Das fälschungssichere Covid-19-Zertifikat soll sowohl in Papierform, wie auch digital für eine Verwendung am Smartphone ausgestellt werden. Der Schweizer Impfpass wird mit jenem in der EU kompatibel sein. Zudem arbeite der Bund mit der Weltgesundheitsorganisation an einer international anerkannten Lösung. Dies teilt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitagmorgen (7. 5.) mit. Die persönlichen Daten für das Zertifikation würden nicht zentral gespeichert, schreibt das BAG weiter. 
  • Im Kanton Thurgau sollen ab Mitte Mai alle Impfwilligen über 16 Jahren einen Impftermin buchen können. Das teilte der Kanton am Freitag (7. 5.) mit. Dabei gilt dann laut der Mitteilung: «Massgebend ist künftig nicht mehr das Alter, sondern das Anmeldedatum.» Bereits am Donnerstag hatte der Kanton St. Gallen angekündigt, ab dem 15. Mai Impftermine ohne Alterslimite anzubieten.

Alle Nachrichten zu den Entwicklungen ausserhalb der Schweiz finden Sie hier.

Am Freitag (7. 5.) meldete das BAG 1546 Neuinfektionen seit Mittwochmorgen. 49 Patientinnen und Patienten mussten neu ins Spital eingeliefert werden und 4 starben in dieser Zeit im Zusammenhang mit der Infektion.

Wegen einer Infektion befinden sich derzeit mindestens 14 714 Personen in Isolation. 23 274 Personen sind in Quarantäne, weil sie Kontakt mit infizierten Personen hatten. Zusätzlich befinden sich mindestens 4228 Personen in Quarantäne, weil sie aus einem Risikoland heimgekehrt sind.

Seit Beginn der Pandemie mussten 27 831 Personen bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung beläuft sich auf 10 114.

Die neuen Fälle verteilen sich auf die letzten Tage

Bestätigte neue Coronavirus-Fälle pro Tag in der Schweiz und in Liechtenstein, nach Testdatum

Die neuen Fälle verteilen sich auf die letzten Tage - Bestätigte neue Coronavirus-Fälle pro Tag in der Schweiz und in Liechtenstein, nach Testdatum

Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen sinkt wieder

Anzahl der Patienten und der freien Betten

In der Schweiz sind laut dem BAG bisher 1 007 496 Personen mit zwei Dosen vollständig geimpft worden, das sind über 11 Prozent der Bevölkerung. Insgesamt wurden 3 014 858 Einzeldosen verabreicht. Bisher hat die Schweiz 3 657 500 Dosen an die Kantone und das Fürstentum Liechtenstein ausgeliefert. Dies geht aus den Angaben hervor, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf seiner Website veröffentlicht hat (Stand 5. 5.)

Basel-Landschaft hat pro Kopf am meisten Impfdosen verabreicht

Anzahl verabreichter Impfdosen pro 100 Einwohner, nach Kanton

BS 34,9 BL 41,9 SH 40,8 TG 33,1 JU 34,0 SO 36,2 AG 36,1 ZH 28,7 AR 35,3 AI 37,6 NE 39,8 BE 36,9 LU 33,3 ZG 36,5 SZ 31,2 SG 35,2 VD 34,8 FR 30,3 OW 32,9 NW 35,1 UR 40,3 GL 36,9 GR 37,2 GE 40,3 VS 35,1 TI 40,7

Die Regierung hat ein Drei-Phasen-Modell bei den Kantonen in Konsultation geschickt. Anhand dieses Plans will sie die Restriktionen schrittweise bis Ende Juli auflösen – sofern dies die Lage und der Impffortschritt erlauben.

1. Schutz-Phase: Sie dauert so lange, bis alle besonders gefährdeten Personen, die sich impfen lassen möchten, mit zwei Dosen geimpft sind. Bei einer Bereitschaft von 75 Prozent sollte diese erste Etappe bis Ende Mai 2021 erfüllt sein, schätzt der Bundesrat. Für diese Phase schlägt er zudem Richtwerte vor, die höhere Ansteckungen tolerieren, weil ein grosser Teil der Risikogruppen bereits geimpft ist.

2. Stabilisierungs-Phase: In einem zweiten Schritt sollen bis Ende Juli alle Erwachsenen, die das wünschen, Zugang zu den Vakzinen bekommen. Auch für diese Phase sind Richtwerte definiert, mit denen der Bundesrat notfalls Öffnungen rückgängig machen könnte. Bei günstigem Verlauf der Pandemie könnte der Bundesrat ab dem 26. Mai neue Lockerungen erlassen: Den Präsenzunterricht an Hochschulen, das Ersetzen der Home-Office-Pflicht durch eine Empfehlung, mehr Freiheiten im Sport- und Freizeitbereich sowie im Detailhandel oder die Öffnung der Restaurant-Innenbereiche. Ist eine Durchimpfungsrate von 40 bis 50 Prozent erreicht, soll für Geimpfte, Getestete und Genesene der Zugang zu Grossveranstaltungen, Bars oder Diskotheken möglich sein.

3. Normalisierungs-Phase: Die dritte und letzte Phase beginnt, sobald alle impfwilligen Erwachsenen beide Dosen erhalten haben. Das könnte ab August der Fall sein. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass dann keine gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen mehr zu rechtfertigen sind. Massnahmen, wie beschränkte Kapazitäten oder die Maskenpflicht an stark bevölkerten Orten, dürften nun schrittweise aufgehoben werden. Daran will die Regierung auch bei einer tiefen Impfbereitschaft festhalten. Weil das Virus weiterhin zirkulieren wird, könnte das Gesundheitssystems aber trotzdem wieder überlastet werden. In diesem Fall will der Bundesrat nur noch Personen einschränken, die sich nicht haben impfen lassen.

Ein Covid-Zertifikat soll ab Ende Juni eingeführt werden. Damit sollen sich Geimpfte, Genesene oder frisch Getestete ausweisen können. Er wird vom Bundesamt für Informatik und Telekommunikation ausgestellt. Das Covid-19-Zertifikat soll sowohl in Papierform, wie auch digital für eine Verwendung am Smartphone ausgestellt werden. Der Schweizer Impfpass wird mit jenem in der EU kompatibel sein. Zudem arbeite der Bund mit der Weltgesundheitsorganisation an einer international anerkannten Lösung. Die persönlichen Daten für das Zertifikation sollen nicht zentral gespeichert werden.

Restaurants und Bars können ihre Terrassen öffnen. Es gilt eine Sitzpflicht, pro Tisch sind maximal vier Personen erlaubt. Von sämtlichen Gästen müssen die Kontaktdaten erhoben werden. Für Betriebe, die keine Aussenterrasse haben, gehen die finanziellen Hilfsmassnahmen weiter. Für Veranstaltungen mit Publikum wie Open-Air-Konzerte, Kinos, Theater gilt: draussen mit 100, drinnen mit 50 Personen. Sportaktivitäten für Gruppen von maximal 15 Personen sind erlaubt. Auch Präsenzunterricht an Hochschulen ist wieder möglich. Diskotheken und Tanzlokale bleiben hingegen geschlossen. Die Home-Office-Pflicht bleibt in Kraft.

Grossveranstaltungen könnten je nach epidemiologischer Entwicklung ab Juli wieder für bis zu 3000 Personen, ab September für bis zu 10 000 Personen möglich sein. So sieht es eine Etappierung vor, die der Bundesrat beschlossen hat. Wann und unter welchen Bedingungen er Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen zulässt, wird er voraussichtlich in der zweiten Juni-Hälfte entscheiden.

Der bisherige Verlauf der Corona-Massnahmen in der Schweiz

Der Oxford-Stringency-Index zeigt, wie hart die Einschränkungen in der Schweiz sind

Der bisherige Verlauf der Corona-Massnahmen in der Schweiz - Der Oxford-Stringency-Index zeigt, wie hart die Einschränkungen in der Schweiz sind

Der Bundesrat sagte zu den jüngsten Öffnungsschritten, er habe beschlossen, nun grössere Risiken einzugehen. Die neue Strategie berücksichtige die Impfungen und Tests.

Nach der Verschärfung der Massnahmen im Januar – vor allem wegen der Verbreitung der hochansteckenden Virus-Varianten – hat der Bundesrat im März und April wieder Lockerungen in Kraft gesetzt. Hier finden Sie dazu die wichtigsten Antworten. Und hier das Wichtigste in Kürze:

Einkaufen

Alle Läden sind geöffnet, die Anzahl der Kundinnen und Kunden wird allerdings beschränkt.

Maskenpflicht

In öffentlichen Innenräumen muss in der Schweiz eine Maske getragen werden. Das gilt beispielsweise für den öffentlichen Verkehr, Geschäfte, Banken und Poststellen. Ausserdem sind Masken auch draussen Pflicht, wenn sich dort viele Leute aufhalten und der Abstand nicht eingehalten werden kann. Am Arbeitsplatz gilt dort eine Maskenpflicht, wo sich mehr als nur eine Person in einem Raum aufhält. Das Maskentragen an den Schulen regeln die Kantone.

Beruf

Es gilt eine Home-Office-Pflicht. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, Home-Office überall dort anzuordnen, wo dies aufgrund der Art der Aktivität möglich und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar ist. Der Arbeitgeber schuldet den Arbeitnehmenden keine Auslagenentschädigung, etwa für Strom- oder Mietkosten, da die Anordnung nur vorübergehend ist.

Besonders gefährdete Personen werden spezifisch geschützt. Dazu werden das Recht auf Home-Office oder ein gleichwertiger Schutz am Arbeitsplatz oder eine Beurlaubung für besonders gefährdete Personen eingeführt. Gefährdete Personen in Berufen, in denen die Schutzbestimmungen nicht umgesetzt werden können, muss der Arbeitgeber unter voller Lohnzahlung von der Arbeitspflicht befreien.

Freizeit

Die Innenräume der Restaurants und Bars bleiben geschlossen. Take-Away-Angebote und Lieferdienste können bis 23 Uhr offen bleiben. Aussenterrassen dürfen geöffnet sein.

Museen sowie Lesesäle von Archiven und Bibliotheken sind geöffnet. Die Aussen- und Innenbereiche von Zoos, botanische Gärten und Freizeitanlagen sind wieder zugänglich – mit Maske und Abstand sowie begrenzter Kapazität.

Ebenfalls offen sind Sportanlagen im Freien wie Kunsteisbahnen, Tennis- und Fussballplätze.

Erlaubt sind Sportaktivitäten für Gruppen von maximal 15 Personen. Verboten bleiben in Innenräumen Sportarten mit direktem Körperkontakt, etwa Schwingen, Judo und Boxen. In Fitnessstudios sind beim Trainieren an den Geräten mehr als 15 Personen gleichzeitig erlaubt. Die Hallenbäder dürfen für sportliche Aktivitäten öffnen. Pro Wasserfläche von 25 Quadratmetern ist jedoch nur eine Person zugelassen. Höchstens 15 Personen dürfen gleichzeitig ohne Maske im Raum des Schwimmbeckens anwesend sein.

Chorproben mit maximal 15 Personen sind mit Maske und Abstand wieder erlaubt. Wo keine Maske getragen werden kann, muss für jede Person eine Fläche von mindestens 25m2 zur Verfügung stehen. Das bedeutet für 15 Personen praktisch ein Raum von Turnhallengrösse. Alternativ müssen zwischen den einzelnen Personen wirksame Abschrankungen angebracht werden.

Veranstaltungen

An privaten Veranstaltungen in Innenräumen dürfen höchstens zehn Personen teilnehmen. Kinder werden dazugezählt.

Draussen sind private Treffen und Menschenansammlungen im Familien- und Freundeskreis bis maximal 15 Person wieder zulässig. Die Polizei kann bei Nichteinhalten der Massnahmen Ordnungsbussen verteilen.

Für Veranstaltungen mit Publikum wie Open-Air-Konzerte, Kinos, Theater gilt: draussen mit 100, drinnen mit 50 Personen.

Je nach epidemiologischer Entwicklung könnten ab Juli auch wieder Grossanlässe für bis zu 3000 Personen, ab September für bis zu 10 000 Personen möglich sein. So sieht es eine Etappierung vor, die der Bundesrat beschlossen hat. Wann und unter welchen Bedingungen er Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen zulässt, wird er voraussichtlich in der zweiten Juni-Hälfte entscheiden.

Auslandreisen

Reisende aus Risikoländern müssen bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Damit die Kantone einen Überblick über die Kontaktdaten haben, müssen sie zudem ein elektronisches Einreiseformular ausfüllen. Grenzgänger sind davon ausgenommen. Nach der Einreise müssen sie – wie bisher – in eine zehntägige Quarantäne. Diese kann neu nach sieben Tagen beendet werden, wenn erneut ein Test durchgeführt wird, der negativ ist. Flugreisende müssen ebenfalls einen negativen PCR-Test vorweisen, auch wenn sie nicht aus einem Risikogebiet kommen.

Auf der Liste der Risikoländer stehen Staaten und Gebiete, deren 14-Tage-Inzidenz um 60 höher ist als in der Schweiz. Ausnahmen gelten für Grenzregionen. Die Flug- und Reisecargesellschaften werden angewiesen, kranke Passagiere nicht zu transportieren. Wer sich nicht an die Quarantäne hält, riskiert eine Busse von bis zu 10 000 Franken. Zudem müssen bei Einreisenden aus Risikoländern die Kontaktdaten erfasst werden. Diese Pflicht gilt für die Einreise mit sämtlichen Verkehrsmitteln, also Flugzeug, Eisenbahn, Privatfahrzeug oder Schiff.

Die wichtigsten Antworten zu Reisen ins Ausland.

Swissmedic hat bisher drei Impfstoffe zugelassen, jenen von Moderna, jenen von Biontech/Pfizer und jenen von Johnson & Johnson. Während die Schweiz von Moderna und Biontech/Pfizer Impfstoff bestellt hat, ist dies bei Johnson & Johnson bisher nicht der Fall. Ausserdem hat die Schweiz Impfstoffe der Hersteller AstraZeneca, Novavax und Curevac bestellt – für diese gibt es noch keine Zulassung.

Die Schweiz hat sich fast 36 Millionen Impfdosen gesichert

Impfstoffdosen bestellt, nach Lieferant (in Millionen)

Novavax (noch keine Zulassung, Vorvertrag)

AstraZeneca (noch keine Zulassung)

Curevac (noch keine Zulassung)

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Anfang Januar wurde mit der Covid-19-Impfung begonnen. Prioritär sollen besonders gefährdete Gruppen, also ältere Personen und solche mit Vorerkrankungen, geimpft werden. Danach sind das Gesundheitspersonal und Menschen, die mit besonders gefährdeten Personen zusammenleben, an der Reihe. Nach den priorisierten Gruppen sollen die Impfstoffe dann allen anderen Personen ab 16 Jahren zur Verfügung stehen, die sich impfen lassen möchten. Bis Ende Juli könnten laut Bundesamt für Gesundheit alle Impfwilligen geimpft sein. Eine Impfpflicht ist seitens des Bundes nicht vorgesehen.

Der Bund will bis im Sommer ein Impfzertifikat präsentieren. Das Zertifikat soll auf Papier sowie digital vorerst Geimpften zur Verfügung stehen. Der Bund strebt ein Dokument an, das international anerkannt und fälschungssicher ist.

Corona-Impfung: Können wir trotz Mutationen weltweite Herdenimmunität erreichen?

NZZ Video

Der Bund hat im April zudem einen Vertrag mit dem Unternehmen Roche für die Beschaffung von Arzneimitteln gegen das Coronavirus abgeschlossen. Es handelt sich um 3000 Dosen von Kombinationen von Casirivimab / Imdevimab, die von der Firma Regeneron Pharmaceuticals in Partnerschaft mit Roche entwickelt wurden. Die ersten Lieferungen seien ab Mitte Mai zu erwarten, dann stünden sie für Behandlungen für bestimmte Risikopatientinnen und -patienten zur Verfügung. Die Infusion mit dem Antikörper-Cocktail werde idealerweise in einem frühen Krankheitsstadium eingesetzt, denn bei schweren Verläufen sei es nicht mehr gleich wirksam, sagten die Experten des Bundes an der Medienkonferenz.

Alle Kantone sollen die Übertragungsketten flächendeckend zurückverfolgen (Contact-Tracing). Dazu sollen sich alle Personen testen lassen können – der Bund übernimmt alle Kosten der Corona-Schnelltests inklusive Selbstbehalten und Franchisen, seit 15. März unabhängig von Risikokontakten und Symptomen. Positiv getestete Personen werden isoliert und Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt.

Seit Anfang April sind schweizweit Selbsttests verfügbar. Jede Person hat die Möglichkeit, über die Krankenkasse fünf Selbsttests pro Monat zu beziehen. Die Abgabe erfolgt nur gegen Vorweisen der persönlichen Krankenversicherungskarte. Die Selbsttests werden per Nasenabstrich durchgeführt. Die Teststäbchen müssen jedoch nicht so tief eingeführt werden wie etwa bei einem PCR-Test. Ein Ergebnis ist innert weniger Minuten verfügbar. Im Vergleich zu den PCR-Tests, wie sie von Gesundheitsfachpersonen durchgeführt werden, sind die Resultate bei Selbsttests weniger genau. Es kann vorkommen, dass der Selbsttest das Virus nachweist, auch wenn es nicht mehr vorhanden ist. Ein positives Testergebnis muss daher mittels PCR-Test verifiziert werden.

Der Bevölkerung wird seit letztem Jahr eine App zur Verfügung gestellt, die ihre Nutzer informiert, wenn sie zu lange in der Nähe von Infizierten waren: Die SwissCovid-App ist im Apple Store und im Google Play Store verfügbar. Die Schweizer App ist kompatibel mit der deutschen Corona-Warn-App. So soll auch länderübergreifend über eine mögliche Ansteckung informiert werden können.

Was Sie zur Tracing-App wissen müssen, finden Sie hier.

Die Schweiz hat im Corona-Jahr 2020 den stärksten Wirtschaftseinbruch seit der Erdölkrise von 1975 erlebt. Dies zeigen die am 26. Februar 2021 veröffentlichten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Im Gesamtjahr 2020 ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 2,9% zurückgegangen. Die wirtschaftliche Entwicklung glich einer Achterbahnfahrt. In der ersten Jahreshälfte gab es einen historisch tiefen Einbruch von 8,9%. Dem folgte im Sommerquartal eine eindrückliche Aufholbewegung von 7,6%. Im letzten Quartal des Jahres 2020 kam die Erholung mehr oder weniger zum Erliegen (+0,3%).

In der Corona-Krise verändert sich die Wirtschaftslage allerdings fast im Wochenrhythmus. Wir zeigen mit neuartigen Daten den Verlauf der Krise.

Nicht berücksichtigt in der Seco-Berechnung ist, dass die Wirtschaft ohne Pandemie mit grosser Wahrscheinlichkeit gewachsen wäre. Laut Schätzungen der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) beträgt der Wertschöpfungsverlust gegenüber einem sogenannten Basisszenario (ohne Pandemie) rund 30 Mrd. Franken. Für 2021 dürfte der erlittene Verlust damit nochmals 15 Mrd. Fr. betragen.

Für das laufende Jahr 2021 ist bis jetzt der zweite Teil-Lockdown prägend gewesen. Laut Echtzeitdaten dürfte die Schweiz wirtschaftlich recht glimpflich durch den neuerlichen Lockdown gekommen sein. Laut derzeitigen Prognosen dürfte das BIP um 1 bis 2% zurückgehen.

Die kombinierten Kosten aus Wirtschaftseinbruch und Todesfällen lagen in der Schweiz bis jetzt bei umgerechnet 4,3% des BIP. Damit schneidet die Schweiz bei der Schadensbilanz besser ab als die Nachbarländer sowie beispielsweise auch als die USA oder Grossbritannien

Die eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) prognostiziert laut Mitteilung vom 9. März für 2020 ein kumuliertes Defizit von Bund, Kantonen und Gemeinden von 18,2 Milliarden Franken. 2021 fällt die Prognose mit einem Minus von 25,3 Milliarden Franken noch düsterer aus. Mit den Defiziten wird auch die Verschuldung von knapp 40 Prozent im Jahr 2019 der Schweizer Wirtschaftsleistung auf knapp 46 Prozent 2021 ansteigen.

Eine Zwischenbilanz von Wirtschaftseinbruch, Todesfällen und Staatshilfen

BIP-Rückgang 2020 (in %) Kosten der verlorenen Leben (umgerechnet in % des BIP) Totale Schäden (in % des BIP)
Schweiz 2,9 9 942 1,4 4,3 5,3
USA 3,5 505 890 2,4 5,9 16,7
Deutschland 5 69 170 1,8 6,8 11
Österreich 7,4 8 470 1,9 9,3 8,6
Frankreich 8,3 85 473 3,1 11,4 7,7
Italien 8,8 96 666 4,8 13,6 6,8
Grossbritannien 9,9 121 978 4,3 14,2 16,3

In Anbetracht der desaströsen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise hat sich der Arbeitsmarkt bisher als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen. Der Rückschlag war gleichwohl gewaltig. Im Januar 2021 waren 48 735 Personen arbeitslos. Das sind über 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote, die 2019 im Jahresdurchschnitt 2,3 Prozent betragen hatte, erreichte im Januar 3,7 Prozent. Dass die Arbeitslosigkeit nicht weit höher ist, wird vor allem der Kurzarbeit verdankt.

Der Staat hat ein grosses Hilfspaket geschnürt. Über 31 Milliarden hat der Bund bisher bezahlt, dazu kommen Bürgschaften und Garantien von über 41 Milliarden Franken. Dazu kommen die Härtefallhilfen, die der Bundesrat jetzt von Maximal 5 auf 10 Milliarden Franken aufstocken will.

Im Bundeshaushalt hinterlässt die Pandemie damit auch tiefe Spuren. 2020 schliesst er mit einem rekordhohen Defizit von 15,8 Milliarden Franken ab. Die grössten Posten bilden die Kurzarbeit (10,8 Mrd.) und der Erwerbsersatz (2,2 Mrd.). Im laufenden Jahr erwartet der Bund gemäss den neusten Schätzungen ein Defizit von gesamthaft rund 20 Milliarden Franken. Vorgesehen sind derzeit ausserordentliche Corona-Ausgaben von rund 17 Milliarden Franken.

Das BAG hat Hygiene-Empfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus herausgegeben und ergänzt diese laufend. Ende September startete das BAG eine Kampagne gegen den sogenannten «fist bump»: Die Begrüssung mit «Ghettofaust» sei aus hygienischer Sicht keine Alternative zum Händedruck. «Hand ist Hand», lautet der Slogan des BAG.

Weiterhin sollte man unter anderem regelmässig die Hände mit Wasser und Seife oder einer alkoholbasierten Lösung reinigen. Begrüssungsküsschen oder Händeschütteln sollen vermieden werden, weil sich ansteckende Tröpfchen aufgrund von Husten oder Niesen an den Händen befinden könnten.

Muss man husten oder niesen, sollte man Mund und Nase mit einem Taschentuch oder der Armbeuge bedecken, das Taschentuch hinterher in einem geschlossenen Behälter entsorgen und die Hände waschen. Zudem darf man nur nach telefonischer Anmeldung in einer Arztpraxis oder auf einer Notfallstation erscheinen.

Für Innenräume empfiehlt das BAG regelmässiges Lüften bei weit geöffneten Fenstern. Räume, in denen sich mehrere Personen längere Zeit aufhalten (z. B. Arbeitsräume, Aufenthaltsräume, Home-Office-Räume) sollten alle 1 bis 2 Stunden für 5 bis 10 Minuten gelüftet werden. Klassenräume sollten nach jeder Lektion gelüftet werden.

Ausserdem rät das BAG, Abstand zu halten. Dies gilt zum Beispiel für das Anstehen in einer Schlange. Um die besonders gefährdeten älteren Menschen zu schützen, soll das Abstandhalten vor allem für sie und ihnen gegenüber gelten. Auch Teilnehmende von Sitzungen sollen körperlich auf Distanz gehen.

Welche Maske ist die richtige?

Sehen Sie im Video, wie Sie sich und andere schützen können.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («Severe Acute Respiratory Syndrome»-Coronavirus 2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss. Mittlerweile sind bereits mehrere Mutationen des Virus bekannt.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegserkrankung wurde Covid-19 (Coronavirus Disease 2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Ein ausführliches Glossar mit den 20 wichtigsten Begriffen im Zusammenhang mit der Pandemie finden Sie hier.

Mitarbeit: wej., len., gam., cts., cb., ase., alg., toc., eru., ran., med., nil., ni., amü., wde., bso., ela., gds., naw., tsf., bbu., fsr.; mit Agenturmaterial.

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