Switzerland

DIE NEUSTEN ENTWICKLUNGEN - «Black Lives Matter»-Bewegung in den USA: Polizist im Fall George Floyd schuldig gesprochen, Ex-Präsident Obama fordert konkrete Reformen im Strafrechtssystem

Die neusten Entwicklungen

Der Afroamerikaner George Floyd ist Ende Mai 2020 bei einem brutalen Polizeieinsatz ums Leben gekommen. Dem beteiligten Polizisten wird in Minneapolis der Prozess gemacht.

Die Verurteilung des Polizisten Derek Chauvin wird in Minneapolis mit Erleichterung aufgenommen.

Die Verurteilung des Polizisten Derek Chauvin wird in Minneapolis mit Erleichterung aufgenommen.

Adrees Latif / Reuters

Die neusten Entwicklungen

  • Nach dem Schuldspruch gegen den Ex-Polizisten Derek Chauvin im Prozess um die Tötung des Afroamerikaners George Floyd hat der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama ein tiefgreifendes Umdenken und Reformen angemahnt. «Wahre Gerechtigkeit erfordert, dass wir die Tatsache einsehen, dass schwarze Amerikaner anders behandelt werden, jeden Tag», erklärte Obama am Dienstag (20. 4.) auch im Namen seiner Frau Michelle. «Wir müssen anerkennen, dass Millionen unserer Freunde, Familienangehörigen und Mitbürger in Angst leben, dass ihre nächste Begegnung mit der Polizei ihre letzte sein könnte.» Es brauche konkrete Reformen, um die Ungleichbehandlung im Strafrechtssystem zu verringern und schliesslich ganz zu beseitigen. Bei wahrer Gerechtigkeit gehe es um viel mehr als um ein einzelnes Urteil in einem einzelnen Prozess. Der  Anwalt der Familie Floyds bezeichnete das Urteil als «Wendepunkt in der Geschichte». Es sende eine klare Botschaft, dass auch die Strafverfolgung zur Rechenschaft verpflichtet sei. Mit dem Urteil sei es aber nicht getan - es müsse nun eine Polizeireform geben.
  • Im Prozess um die Tötung des Afroamerikaners George Floyd haben die Geschworenen den weissen Ex-Polizisten Derek Chauvin in allen Anklagepunkten für schuldig befunden. Das erklärte Richter Peter Cahill am Dienstag (20. 4.) in Minneapolis im Gliedstaat Minnesota. Damit droht Chauvin eine lange Haftstrafe. Das genaue Strafmass soll erst später vom Richter festgelegt werden. Chauvins Verteidigung könnte noch Berufung gegen das Urteil einlegen.  Nach dem Schuldspruch brachen Hunderte von Menschen vor dem Gericht in Jubel aus. Anwesende skandierten unter anderem «Black Lives Matter» und «Wer hat gewonnen? Wir haben gewonnen». Der Verkehr in den umliegenden Strassen kam zum Erliegen. Floyds Ex-Partnerin Courtney Ross sagte, sie sei sehr erleichtert über den Schuldspruch in allen drei Anklagepunkten - der schwerwiegendste davon lautete Mord zweiten Grades ohne Vorsatz. Im Vorfeld der Urteilsverkündung hatten Minneapolis und mehrere andere Städte in den USA ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Facebook hatte Teile der Stadt Minneapolis zu einem Hochrisikogebiet erklärt und angekündigt, alle Aufrufe zu löschen, Waffen dorthin mitzubringen. 
  • Die Polizei in Minnesota hat am Samstag (17. 4.) bekanntgegeben, dass sie bei weiteren Protesten keine Gewalt mehr gegen Journalisten einsetzen werde. Das Versprechen erfolgte, nachdem am Freitag bei Demonstrationen gegen die Tötung des 20-jährigen Daunte Wright Journalisten, die dort ihrer Arbeit nachgingen, von den Beamten festgenommen, mit Pfefferspray besprüht und mit dem Gesicht voran auf den Boden gedrückt wurden. Ausserdem würden die Polizisten damit aufhören, Medienvertreter zu fotografieren, deren Daten aufzunehmen oder diesen vorzuschreiben, von wo aus sie die Demonstrationen beobachten dürften. Zuvor hatte sich der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, für die Sicherheit der Journalisten bei der Berichterstattung über Proteste eingesetzt, nachdem sich Medienorganisationen über die Behandlung ihrer Angestellten beschwert hatten.
  • In Chicago haben am Freitagabend (Ortszeit) Hunderte von Menschen gegen die Tötung des 13-jährigen Adam Toledo durch einen Polizisten demonstriert. Am Vortag (15. 4.) hatte die Polizei ein neunminütiges Video veröffentlicht, das den tödlichen Vorfall in einer Seitenstrasse der Stadt im Gliedstaat Illinois vor zwei Wochen zeigt. Die Demonstranten riefen in Sprechchören «Hände hoch, nicht schiessen!» und «Keine Gerechtigkeit, kein Frieden!», während sie Plakate mit Aufschriften wie «Stoppt die rassistische Polizeigewalt!» hochhielten. Toledo war Latino. Das Video, das mit einer am Oberkörper des 34-jährigen Polizeibeamten Eric Stillman angebrachten Body Cam aufgenommen worden war, zeigt, wie er um halb drei Uhr nachts im Latino-Viertel Little Village hinter dem 13-Jährigen hinterherjagt. Als ihn der Polizist zum Stehenbleiben auffordert, scheint Toledo eine Waffe in der Hand zu halten. Er lässt diese jedoch fallen und reisst sofort die Hände nach oben, bevor Stillman das Feuer eröffnet. 

Football news:

Griezmann sprach mit Hamilton und besuchte die Mercedes-Boxen beim Großen Preis von Spanien
Barcelona fühlt, dass Neymar sie benutzt hat. Er sagte, er wolle zurück, verlängerte aber seinen Vertrag bei PSG (RAC1)
Aubameyang - Arsenal-Fans: Sie wollten Ihnen etwas Gutes schenken. Es tut mir leid, dass wir nicht konnten
Atlético hat im Camp Nou nicht verloren. Busquets' Verletzung ist das Drehereignis des Spiels (und des Meisterrennens?)
Verratti verletzte sich im PSG-Training am Knie. Die Teilnahme an der Euro steht noch aus, teilte PSG mit, dass sich Mittelfeldspieler Marco Verratti im Training eine Prellung des rechten Knies mit einer Verstauchung des inneren Seitenbandes zugezogen hat
Neymars Vertrag in einem Bild. Mbappe will die gleiche
Manchester United würde im Sommer gerne Bellingham und nicht Sancho unterschreiben. Borussia Dortmund wird Judas nicht verkaufen