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Die «Hypi» zeigt ein solides Geschäftsergebnis – nur die Investitionen drücken auf den Gewinn

Das operative Geschäft beläuft sich auf 20,8 Millionen Franken (–18 Prozent), Mit 18,1 Millionen Franken sank der Gewinn um 14 Prozent. Die Entwicklung ist jedoch weniger der Covid-Situation geschuldet, sondern wird mit überdurchschnittlich hohen Investitionen begründet. Trotz des Gewinnrückgangs soll eine Dividende von unverändert 110 Franken pro Aktie ausgeschüttet werden.

Zum andern freut man sich bei der «Hypi», dass die aktuelle Krisensituation ihrer eingeschlagenen Strategie mit einem hybriden Geschäftsmodell in die Hände spielt. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass die Digitalisierung den Menschen nicht ersetzen könne, sagte CEO Marianne Wildi und folgerte: «Gemeinsam können Menschen und Technologie einen Mehrwert schaffen.» Als Beispiel dafür steht (nebst dem Hauptsitz in Lenzburg) die jüngste Filiale im «Hypi»-Netz in Wohlen, wo das persönliche Gespräch und der digitale Kontakt in der Kundenbeziehung ineinander verschmelzen.

Zinsdifferenzgeschäft grösster Ertragslieferant

Schon seit Jahren gilt die «Hypi» in der Bankenbranche als digitale Vorreiterin. Sie will die digitale Transformation mit Nachdruck weiter vorantreiben. Im vergangenen Jahr wurden überdurchschnittliche Investitionen in die Erneuerung der digitalen Mitarbeiterarbeitsplätze, den Ausbau der IT-Sicherheitsstandards und zusätzliche Fachkräften getätigt. Der Geschäftsaufwand stieg um acht Prozent auf 51,1 Millionen Franken.

Dem Aufwand gegenüber steht ein Ertrag von 85 Millionen Franken (+2,7 Prozent). Dabei bleibt das Zinsdifferenzgeschäft weiterhin die grösste Ertragsquelle der Regionalbank. Mit 56,7 Millionen Franken konnte der Netto-Zinsertrag im schwierigen Tiefzinsumfeld und schwindenden Margen praktisch auf der Höhe des Vorjahres gehalten werden. Grund dafür sind die gestiegenen Ausleihungen auf knapp 4,4 Millionen Franken (+3,9 Prozent). Der Zinsaufwand konnte unter anderem damit gesenkt werden, weil das Interbankengeschäft 1,8 Millionen Franken einbrachte, indem Drittbanken bei der Hypothekarbank Geld anlegen und dafür einen Negativzins berappen.

Die «Hypi» setzt auf drei Ertragspfeiler. Nebst dem erwähnten klassischen Bankgeschäft tragen die Marken «Finstar» und «HBL Asset Management» zum Ergebnis bei. Im starken Börsenjahr 2020 mit entsprechender hoher Handelstätigkeit stieg der Kommissionsertrag auf 14,1 Millionen Franken (+3,3 Prozent), aus dem Handel resultierte ein Gewinn von 2,9 Millionen Franken (+11 Prozent).

Privatkunden haben keine Negativzinsen zu befürchten

Laut Wildi überdurchschnittlich gestiegen ist der übrige ordentliche Erfolg, zudem das Geschäft mit der Open-Banking-Plattform Finstar zählt. Der Erfolg von 11,3 Millionen Franken entspricht einer Steigerung von 17,6 Prozent. Die Bank will ihr «Softwareökosystem» mit neuen Partnerschaften ausbauen.

Mit einer Bilanzsumme von 5,9 Milliarden Franken schrammt die «Hypi» knapp an der 6-Milliarden-Grenze vorbei. Die Ausleihungen stiegen um 3,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Franken. Darin enthalten sind 30 Millionen Franken für Covid-Kredite. Mit Blick auf die publik gewordenen Kreditbetruge konnte auch die «Hypi» sich nicht ganz schadlos halten. «Wir haben einen betragsmässig jedoch tieferen Betrugsfall feststellen müssen», antwortete Wildi auf die entsprechende Frage. Die Kundeneinlagen stiegen um 8,8 Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Franken. Auf die Frage, ob die «Hypi» im Zuge der Grossbanken ihr Filialnetz zu straffen gedenke, erklärte Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart: «Unser Filialnetz steht nicht zur Disposition.» Ebenso entschieden lehnt die Bank derzeit Negativzinsen für ihre Privatkunden ab.

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