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Switzerland

Die Familie Coninx soll die TX Group von der Börse nehmen

William Browne, der 75-jährige Geschäftsführer der weltweit agierenden Investmentgesellschaft Tweedy Browne, ist mit allen Wassern gewaschen. Sein Rat ist gefragt und seine Aussagen haben Gewicht. Anfang Woche sagte er in einem Zeitungsinterview den einen Satz: «Ich verstehe nicht, weshalb die ­Tamedia überhaupt noch an der Börse ist.» Prompt ist der Aktienkurs des Zürcher Medienunternehmens, das sich offiziell jüngst von Tamedia in TX Group umbenannt hat, um rund 15 Prozent nach oben geschnellt.

Browne argumentiert, die TX Group sei viel mehr wert als die gegenwärtige Marktkapitalisierung von 1,13 Milliarden Franken. Die Firma habe viel Cash und keine Schulden. Browne sagt: «Als Besitzerfamilie würde ich mich fragen: Warum tun wir uns das an? Übernehmen wir den Rest der Aktien.» Die Aussagen sind gleich mehrfach bemerkenswert: Tweedy Browne ist seit Jahren mit rund 4,5 Prozent der grösste unabhängige Einzelaktionär der TX Group, die vom weit­verzweigten Verlegerclan ­Coninx-Ellermann-Supino beherrscht wird. Dieser hat 69 Prozent der Stimmen in einem Familienpool gebündelt. Verleger Pietro Supino hat in diesem Pool die Interessen 26 verschiedener Parteien zu moderieren. Ein weiterer Coninx-Stamm sowie die befreundete Berner Verlegerfamilie Reinhardt-Scherz sichern die Vormacht mit weiteren 8,5 Prozent der Aktien ab.

TX Group nimmt zu den Avancen nicht Stellung

Mit seiner Aussage hat Browne die Verlegerfamilie nicht nur offen aufgefordert, ein Going-private zu prüfen, sondern auch den Wert seines eigenen Aktienpakets erhöht. Die besondere Pointe: Browne bediente sich für die Verbreitung der börsenrelevanten Botschaft der «Finanz und Wirtschaft», die selbst zur Verlagsgruppe gehört.

Auf Anfrage dieser Zeitung nimmt die TX Group zu dieser Forderung nicht Stellung. Selbst den Kurssprung will Finanzchef Sandro Macchiacchini nicht ­direkt auf Brownes Aussagen ­zurückführen. Sie stünden wohl «in einem allgemeinem Zu­sammenhang mit der der­zeitigen Unterbewertung der Gruppe».

Es ist nicht das erste Mal, dass Tweedy Browne Einfluss auf Schweizer Medien nimmt. Die US-Investoren waren beim Westschweizer Verlagskonzern Edipresse engagiert, als dieser von der TX Group geschluckt wurde. Und Tweedy Browne war an der Zerlegung der Publigroupe beteiligt, als sie ihre Anteile der TX Group verkaufte. William Browne hat Gefallen an den Schweizer Medienunternehmen, obwohl er für das Verhalten der Verleger wenig Verständnis aufbringt. So sagte er schon vor fünfzehn Jahren ebenfalls der «Finanz und Wirtschaft»: «Verlage sollen am besten privat gehalten werden.» Ersah zwar die Probleme, die durch das Internet auf die Verlage zukommen würden. Profitabel blieben sie dennoch. Er meinte: «Das beste wäre, den Cashflow unter den Eigentümern aufzuteilen.»

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