Switzerland

Die Digitalwirtschaft braucht eine neue Sozialpartnerschaft

In der Schweizer Wirtschaft könnte die mit der Pandemie einhergehende verstärkte Digitalisierung auch zu einer Spaltung führen. Damit dies nicht geschieht, braucht es eine neue Sozialpartnerschaft.

In der digitalen Wirtschaft sind neue Arbeitsformen und Selbständige sind sozialpartnerschaftlich relativ schlecht vertreten.

In der digitalen Wirtschaft sind neue Arbeitsformen und Selbständige sind sozialpartnerschaftlich relativ schlecht vertreten.

Felix Zahn / Imago

Die Sozialpartnerschaft wird in der Schweiz als Erfolgsmodell gelobt. Sie hat in der Vergangenheit den wirtschaftlichen Strukturwandel ohne Blockaden ermöglicht: Sie brachte flexible Lösungen und hat gleichzeitig die soziale Sicherheit der Arbeitnehmenden gewährleistet. Doch läuft die Sozialpartnerschaft in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft nicht Gefahr, zum Auslaufmodell zu werden? Die «Fondation CH2048» hat Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen sowie namhafte Unternehmen an einen Tisch geladen. Es wurden Empfehlungen zur Sozialpartnerschaft und Reformideen zur sozialen Sicherheit im digitalen Zeitalter erarbeitet. Weil breit abgestützt, dürften diese Impulse bereits eine hohe politische Akzeptanz geniessen. In unlängst durchgeführten Gesprächsrunden haben wir zusätzlich die «KMU-Tauglichkeit» der erarbeiteten Vorschläge überprüft.

Vorausschauende Stellenplanung

Das wichtigste Ziel für Arbeitgeber und Arbeitnehmer von KMU ist, dass möglichst alle Arbeitnehmenden arbeitsmarktfähig bleiben und an den Digitalisierungsgewinnen teilhaben können. Die gezielte Aus- und Weiterbildung bleibt damit ein Kernthema. Eine Frucht davon ist die MEM-Passerelle, die Möglichkeit eines individuellen, massgeschneiderten Wegs zu einer Neuqualifikation mit einem Berufsabschluss. Ein weiteres Beispiel ist Skillaware, eine Kampagne, mit der die Sozialpartner Banken, Schweizerischer Bankpersonalverband und Kaufmännischer Verband die Basis für schweizweit einheitliche Grundkompetenzen legen.

Zweitens betonen die Sozialpartner das Ziel, den digitalen Strukturwandel gemeinsam zu bewältigen. Eine vorausschauende Stellenplanung der Unternehmen steht hier im Zentrum. Dies kann auch aus wettbewerblichen Gründen von höchster Priorität sein, so etwa in Branchen, die stark unter dem Fachkräftemangel leiden. Gestützt auf die vorausschauende Stellenplanung sind regelmässige Standortbestimmungen für alle Mitarbeitenden, individuell angepasste Massnahmen zur Erhaltung bzw. Schaffung der Arbeitsmarktfähigkeit sowie ein soziales Auffangnetz von grosser Wichtigkeit.

Flexibilität und Sicherheit

Mit Blick auf die neuen Arbeits- und Erwerbsformen betonen schliesslich die Sozialpartner die Bedeutung von neuen Instrumenten, die Flexibilität und Sicherheit miteinander verbinden. Die heutige Gesetzgebung ist stark auf die klassische Anstellung und die Selbständigkeit ausgerichtet und berücksichtigt die immer häufigeren «Zwischenformen» zu wenig. Konsens besteht zudem darüber, dass neue Arbeitsformen und Selbständige sozialpartnerschaftlich relativ schlecht vertreten sind. Sozialpartner bieten daher vermehrt Beratungsdienstleistungen auch an Selbständige an, etwa im ICT- und im Logistiksektor.

Auch die Berufsorganisationen der freien Berufe bieten ihren Mitgliedern zunehmend massgeschneiderte Dienstleistungen an. Sozialpartner beider Seiten werden damit letztlich zu Dienstleistungsunternehmen, die für selbständig Erwerbstätige bedarfsgerechte Leistungspakete bestehend aus Rechtsschutz, sozialversicherungsrechtlicher Beratung, Vertretung gegenüber Unternehmen usw. anbieten.

Die Sozialpartnerschaft muss sich im digitalen Zeitalter erneuern, wenn sie weiter eine Rolle spielen will. Sie muss auch in den neuen digitalen Dienstleistungssektoren Fuss fassen, den «neuen Selbständigerwerbenden» Angebote machen und die digitale Entwicklung aktiv begleiten.

Stephan Vaterlaus ist Gründer, Verwaltungsrat und Geschäftsführer von Polynomics AG und war zuvor langjähriger stv. Leiter der BAK Basel Economics; Hans Werder war Generalsekretär des Uvek, Swisscom-Verwaltungsrat und betreut Projekte in den Bereichen Verkehr, Hochschulen und öffentliche Verwaltung.

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