Switzerland

Deutsche spekulieren: Kämpft Favre heute gegen Hütter um seinen BVB-Job?

Lucien Favre hat in Dortmund einen schwierigen Job zu erledigen. Immer wieder wird der Schweizer öffentlich kritisiert. Darunter ist Anerkennung, wie beispielsweise von Journalist Rob Hughes eher rar. In seiner Kolumne in der «Bild» schreibt er: «Wer auch nur einen Funken Abenteuerlust in sich trägt, sollte diesem Trainer applaudieren, anstatt ihn zu kritisieren.»

Nur noch «Trainer auf Bewährung»

Diese Abenteuerlust scheint die BVB-Klubführung nicht länger in sich zu tragen. Denn gemäss der «Bild» soll Favre beim Bundesligisten vor dem Aus stehen. Wegweisende Tage sollen auf den Schweizer zukommen. Zwei Endspiele stehen an! Das erste am Freitag (20.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt, gefolgt vom Champions-League-Kracher gegen PSG am kommenden Dienstag.

Da Favre nur noch «Trainer auf Bewährung» zu sein scheint, wird auch bereits ein möglicher Nachfolger ins Spiel gebracht: Adi Hütter. Ausgerechnet der Trainer, der Favre am Freitag mit Frankfurt gegenüber stehen wird. Ist Hütter also nicht nur zu Gast im Signal Iduna Park sondern inspiziert auch gleich seinen neuen Arbeitsort?

Hütter bringt Konstanz mit

Hütter hat bisher nie wirklich den Anschein gemacht, als wolle er Frankfurt verlassen. Gemäss «Bild»-Informationen soll der Österreicher sein Vertrag, der noch bis 2021 läuft, jedoch eine Ausstiegsklausel enthalten – für den Fall, dass einer der ganz grossen Vereine plötzlich auf der Matte steht.

Zudem hat Hütter einen richtigen Lauf. Nachdem er im Dezember mit Frankfurt eine Krise durchmachte, wo man in sechs Liga-Spielen nur einen Punkt holte, ist man seit nunmehr fünf Spielen ungeschlagen. Er würde also genau diejenige Konstanz mitbringen, welche sich die BVB-Klubführung sehnlichst wünscht. Unter Favre erlebt Dortmund nämlich ein ständiges Auf und Ab. Sinnbildlich dafür sind die Niederlagen im Cup-Viertelfinal gegen Werder Bremen und die schmerzhafte Niederlage gegen Bayer Leverkusen.

«Ich schätze Lucien Favre sehr»

Der Frankfurt-Coach ist sich dessen bewusst, was sein Berufskollege momentan durchmacht. «Ich schätze Lucien Favre sehr. Er ist ein sehr guter, erfahrener Trainer», so Hütter. Mitleid hat er aber nicht mit seinem Berufskollegen. «Hatte im Dezember jemand Mitleid mit mir?», fragt der 50-Jährige. Favre als BVB-Trainer abzulösen, würde für ihn also kein moralisches Problem darstellen. Schliesslich gehört das zum Fusball-Business.

Für Favre ist die Devise klar. Möchte er die Gerüchte und die allfälligen Zweifel seiner Bosse im Keim ersticken, ist er mit zwei Siegen aus den beiden kommenden Partien gut beraten. (kru)