Switzerland

Der 7-Tage-Durchschnitt der Coronavirus-Neuinfektionen in der Schweiz sinkt erstmals seit Wochen – und alles Weitere zum Virus in 27 Grafiken

Welches Land ist wie stark vom Virus betroffen? Was unternehmen Regierungen im Kampf gegen Sars-CoV-2? Die wichtigsten Daten und Fakten zum Coronavirus.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Neuinfektionen in der Schweiz ist in den letzten Monaten deutlich angestiegen. Der Bundesrat hatte am 19. Juni die «ausserordentliche Lage» für beendet erklärt und zahlreiche einschränkende Massnahmen wieder aufgehoben. Seither ist der 7-Tage-Durchschnitt immer weiter angestiegen, seit wenigen Tagen sinkt er aber wieder leicht. Derzeit meldet das Bundesamt für Gesundheit im 7-Tage-Schnitt 400 neue Fälle.

7-Tage-Schnitt der Neuinfektionen sinkt erstmals seit Wochen

Bestätigte neue Coronavirus-Fälle pro Tag in der Schweiz und Liechtenstein

7-Tage-Schnitt der Neuinfektionen sinkt erstmals seit Wochen - Bestätigte neue Coronavirus-Fälle pro Tag in der Schweiz und Liechtenstein

Die aktuellen Fallzahlen liegen auch schweizweit immer noch deutlich unter jenen von Ende März, als über 1000 Neuinfektionen pro Tag gezählt wurden. Dennoch gibt es bereits wieder so viele Fälle wie Mitte April, als sich die Schweiz noch im Lockdown befand. Zu berücksichtigen ist aber, dass im Frühjahr weniger breit getestet wurde und so viele Fälle gar nie in der Statistik auftauchen.

Tägliche Neuinfektionen wieder auf dem Niveau von Mitte April

Täglich bestätigte Neuinfektionen in der Schweiz und Liechtenstein, 7-Tage-Schnitt bis vor 3 Tagen

März 2020April 2020Mai 2020Juni 2020Juli 2020Aug. 2020Sept. 20200200400600800100012003953951068106812345

1 16. März: Bundesrat erklärt die «ausserordentliche Lage».

2 27. April: Erste Lockerungen treten in Kraft.

3 11. Mai: Geschäfte und Restaurants wieder geöffnet.

4 19. Juni 2020: Bundesrat beendet die «ausserordentliche Lage».

5 6. Juli 2020: Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr eingeführt.

Die Zahl der Hospitalisierungen und Todesfälle bleibt derweil tief. Relativ zur Anzahl neuer Fälle betrachtet, zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Zahlen gegenüber der Hochphase der ersten Welle. Obwohl die Zahl der bestätigten Neuinfektionen bereits seit einigen Wochen gestiegen ist, ist bei den Todesfällen kein solcher Anstieg festzustellen.

Hospitalisierungen und Todesfälle sind auf niedrigem Niveau

Hospitalisierungen im Verhältnis zur Anzahl neuer Fälle, in Prozent

Todesfälle im Verhältnis zur Anzahl neuer Fälle, in Prozent

1 Höhepunkt der ersten Welle: Durchschnittlich 1068 Fälle pro Tag

2 Entspannung der Lage: Durchschnittlich 14 Fälle pro Tag

3 Fallzahlen stiegen wieder deutlich: Durchschnittlich fast 100 pro Tag

Ein Möglicher Grund: In der derzeitigen Phase der Pandemie werden mehr Infektionen bei jungen Personen verzeichnet. Auch dies kann damit zusammenhängen, dass nun breiter getestet wird und so auch mehr Patienten ohne oder mit schwachen Symptomen erfasst werden.

Jetzt trifft das Coronavirus vor allem Personen in ihren Zwanzigern

Anteil der bestätigten Coronavirus-Infektionen nach Altersgruppen, in Prozent

0 - 910 - 1920 - 2930 - 3940 - 4950 - 5960 - 6970 - 7980+05101520

Mit steigenden Fallzahlen steigt jedoch das Risiko, dass das Virus wieder vermehrt in die vulnerablen Bevölkerungskreise eingeschleust wird. Passiert das, würden zeitlich verzögert auch die Zahlen der Hospitalisationen und der Todesfälle wieder steigen. Zudem ist über die Langzeitfolgen der Krankheit noch wenig bekannt.

Was unbestritten ist: Der Schweizer Lockdown hat gewirkt. Das zeigen Berechnungen des Forscherteams um Tanja Stadler, Professorin am Departement für Biosysteme an der ETH Zürich. Anhand der bestätigten Infektionen, der Zahl der Hospitalisierungen und der Todesfälle rekonstruiert die Arbeitsgruppe laufend, wie sich die sogenannte Reproduktionszahl in der Schweiz entwickelt. Diese Zahl muss unter 1 liegen, damit das exponentielle Wachstum gestoppt wird.

Reproduktionszahl in der Schweiz knapp über 1

Schätzung der Reproduktionszahl, basierend auf den bestätigten Fällen in der Schweiz

1 13.–16. März: Grossteil der Lockdown-Massnahmen treten in Kraft.

2 27. April: Erste Lockerungen treten in Kraft.

3 11. Mai: Geschäfte und Restaurants wieder geöffnet.

4 6. Juni: Veranstaltungen bis 300 Personen wieder erlaubt, Freizeitbetriebe öffnen.

5 20. Juni: Zahlreiche Lockerungen treten in Kraft

Die neuesten Schätzungen von R können in den Tagen nach ihrer Veröffentlichung leicht variieren und werden des Öfteren nachträglich nach unten oder nach oben korrigiert. Das liegt unter anderem daran, dass die Zahl der täglichen bestätigten Neuinfektionen des BAG rückwirkend korrigiert wird.

In der Statistik der wöchentlichen Todesfälle in der Schweiz sieht man zudem nun, wie schwerwiegend die erste Welle der Covid-19-Pandemie im Vergleich zu einer Grippewelle ist. In der Kalenderwoche 14 (endete am 5. 4.) wurden 411 Todesfälle bei Menschen über 65 Jahren mehr verzeichnet, als statistisch zu diesem Zeitpunkt zu erwarten wäre. In den Folgewochen ist die Zahl aber wieder zurückgegangen – durch den Lockdown dürfte eine weitaus grössere Übersterblichkeit verhindert worden sein. Seither bewegen sich die Todesfälle am unteren Rand der Bandbreite der statistischen Erwartung, teilweise ist es auch zu einer leichten Untersterblichkeit gekommen.

Leichte Untersterblichkeit in der Schweiz

Statistisch erwartbare und tatsächlich eingetroffene Todesfälle pro Woche bei Menschen über 65 Jahren in der Schweiz

Erwartete Todesfälle (Bandbreite)

Tatsächliche Todesfälle

Das Total der Übersterblichkeit während der ersten Corona-Welle beträgt 1054 Todesfälle – in der Grippesaison 2015 starben 1322 Menschen mehr als statistisch erwartet worden war. Sämtliche Fälle der jetzigen Übersterblichkeit Covid-19 anzurechnen, wäre falsch, denn die Lungenkrankheit ist selten die einzige Todesursache. Viele Patienten haben Vorerkrankungen. Bei Personen unter 65 Jahren gibt es laut den Zahlen des Bundesamtes für Statistik gegenwärtig keine Übersterblichkeit.

Total zählt das Bundesamtes für Gesundheit (BAG) seit Ende Februar über 51 000 bestätigte Corona-Infektionen und über 1700 Todesfälle. Die meisten Patienten, die sich in der Schweiz mit dem Virus angesteckt haben, dürften bereits wieder genesen sein, die Zahl der aktiven Fälle dürfte aber in den letzten Wochen wieder gestiegen sein.

Über 51 000 Corona-Fälle in der Schweiz

Bestätigte Coronavirus-Fälle in der Schweiz und Liechtenstein (in Tausend)

Über den gesamten Zeitraum am stärksten von der Pandemie betroffen sind der Kanton Genf, das Waadtland und das Tessin. Dort waren laut Zahlen der Kantone schon über 150o, 1200 beziehungsweise 1000 Personen pro 100 000 Einwohner mit dem Virus infiziert.

Die Romandie und das Tessin sind stärker betroffen als die Deutschschweiz

Anzahl der Coronavirus-Fälle pro 100 000 Einwohner, nach Kanton

Die Romandie und das Tessin sind stärker betroffen als die Deutschschweiz - Anzahl der Coronavirus-Fälle pro 100 000 Einwohner, nach Kanton

Die Zahl der Neuinfektionen entwickelt sich je nach Kanton recht unterschiedlich. Wenn man jene Kantone genauer betrachtet, die aktuell am stärksten vom Coronavirus betroffen sind, nämlich Waadt, Genf und Zürich, und auch noch das Tessin mit heranzieht, das zu Anfang der Pandemie relativ stark betroffen war, zeigt sich, dass im Kanton Waadtland derzeit pro Kopf immer noch am meisten Neuinfektionen verzeichnet werden. Im Tessin und in Zürich verlaufen die Kurven derzeit flach.

Das Waadtland verzeichnet pro Kopf am meisten neue Fälle

Täglich bestätigte Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in ausgewählten Kantonen, 7-Tage-Schnitt bis vor drei Tagen

März 2020Sept. 202001020304050

In den vergangenen Wochen hat sich die Situation vor allem im Waadtland verschärft: Anteilsmässig werden im Kanton Waadt nun über 30 Prozent aller Neuinfektionen verzeichnet. Im Tessin gibt es aktuell anteilsmässig sehr viel weniger bestätigte Fälle als zu Beginn der Pandemie.

Anteilsmässig gibt es im Waadtland nun deutlich mehr Fälle

Anteil der bestätigten Coronavirus-Infektionen, nach Kanton, in Prozent

VDBESGFRSOAIARNEOWTGGLFLJUNWURSHAGZGSZLUZHGEVSGRBLBSTI0102030

In letzter Zeit wurde auch wieder mehr getestet. Die Testfrequenz hat in den letzten Tagen einen neuen Höchststand verzeichnet, es wurden mehr Tests als Anfang Juli durchgeführt.

Es wird mehr getestet als im Frühling und im Sommer

Anzahl positive und negative Coronavirus-Tests in der Schweiz und Liechtenstein, Durchschnitt der letzten 7 Tage (in Tausend)

Der Anteil der positiven Tests ist im 7-Tage-Durchschnitt wieder etwas gestiegen. Er liegt derzeit bei circa 4 Prozent, Ende Mai lag er bei 0,5 Prozent. Ende März war der Anteil der positiven Tests mit 20 Prozent weitaus höher.

Der Anteil positiver Tests steigt wieder leicht auf über vier Prozent

Anteil der postitiv ausgefallenen Coronavirus-Tests (7-Tage-Schnitt) in der Schweiz und Liechtenstein, in Prozent

Die Ausbreitung in der Schweiz ist derzeit immer noch gebremst. Nachdem die Kurve über längere Zeit flacher als in anderen Ländern verlief, sind seit Juni viele einschränkenden Massnahmen aufgehoben. Dies zeigt sich auch im «Stringency Index» der Universität Oxford, der misst, wie stark die aktuellen Einschränkungen der jeweiligen Regierungen sind. Im Vergleich zu manch anderem europäischen Land hat die Schweiz seit Mitte Mai die Massnahmen relativ stark gelockert, wieder andere Länder haben aber noch mehr Massnahmen wieder aufgehoben.

Manche europäische Länder lockern die Massnahmen vergleichsweise vorsichtig

Oxford Stringency Index, in Prozent

Manche europäische Länder lockern die Massnahmen vergleichsweise vorsichtig - Oxford Stringency Index, in Prozent

Im europäischen Vergleich verzeichnen Serbien und Lettland derzeit am wenigsten Neuinfektionen pro Kopf, Spanien und Montenegro am meisten. Die Schweiz liegt im Mittelfeld.

Montenegro verzeichnet mit grossem Abstand am meisten Neuinfektionen

Tägliche Neuinfektionen mit Covid-19 pro 100 000 Einwohner (gleitender 7-Tage-Durchschnitt) in europäischen Ländern

Montenegro verzeichnet mit grossem Abstand am meisten Neuinfektionen - Tägliche Neuinfektionen mit Covid-19 pro 100 000 Einwohner (gleitender 7-Tage-Durchschnitt) in europäischen Ländern

Ein direkter Zusammenhang zwischen Massnahmen und Neuinfektionen ist dabei nicht immer gegeben: Spanien hat laut dem Stringency-Index die Massnahmen weniger stark gelockert als andere Länder, und ist derzeit trotzdem mit sehr hohen Infektionszahlen konfrontiert.

Zweite Welle in Spanien ist grösser als erste Welle

Tägliche Anzahl der neu bestätigten Coronavirus-Fälle in Spanien, gleitender Durchschnitt über die jeweils letzten 7 Tage (in Tausend)

Verschärft hat sich in den vergangenen Tagen auch die Lage in Tschechien. Die Neuinfektionen sind zuletzt angestiegen und nun deutlich höher als im Frühling.

In Tschechien steigen die Neuinfektionen seit Anfang September dramatisch an

Tägliche Anzahl der neu bestätigten Coronavirus-Fälle in Tschechien, gleitender Durchschnitt über die jeweils letzten 7 Tage

Weitet man die Betrachtung auf die ganze Welt aus, so zeigt sich, dass viele der grössten Infektionsherde derzeit in Lateinamerika sind. Die meisten Neuinfektionen verzeichnet derzeit Israel, noch vor den lateinamerikanischen Ländern, Spanien und Tschechien.

Im weltweiten Vergleich verzeichnet Israel die meisten Neuinfektionen

Neuinfektionen mit Sars-CoV-2, 20 Länder* mit den meisten Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner, gleitender 7-Tage-Durchschnitt

0204060IsraelArgentinienSpanienTschechienFrankreichPeruBrasilienBelgienKolumbienUSANiederlandeLibanonIrakParaguayLibyenVAEUngarnDänemarkÖsterreichChile

Wegen der steigenden Infektionszahlen hat Israel darum einen zweiten Corona-Lockdown verkündet. Es gilt eine strenge Ausgangssperre: Wie schon im Frühjahr dürfen sich die Israeli für mindestens drei Wochen nur 500 Meter von ihrem Wohnort entfernen, ausgenommen sind lediglich lebenswichtige Einkäufe oder Dienstleistungen.

In Israel gibt es einen dramatischen Anstieg der Neuinfektionen

Tägliche Anzahl der neu bestätigten Coronavirus-Fälle in Israel, gleitender Durchschnitt über die jeweils letzten 7 Tage

Mit Ausnahme der Supermärkte und Apotheken werden alle Geschäfte sowie Schulen, Kindergärten, Hotels, Museen, Sportstudios und andere Freizeiteinrichtungen in Israel geschlossen. Die Massnahmen traten am letzten Freitag (18. 9.) in Kraft.

Weltweit gesehen haben sich laut Johns-Hopkins-Universität bereits mehr als 30 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Es sind fast alle Länder von der Pandemie betroffen.

Die weltweit bestätigten Infektionszahlen überschreiten 30 Millionen

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Millionen)

Aktuell zählt Asien am meisten täglich neu bestätigte Fälle. Vor allem in Indien steigen die Fallzahlen stark an.

Asien hat die meisten neuen Corona-Fälle

Tägliche Anzahl der neu bestätigten Coronavirus-Fälle, gleitender Durchschnitt über die letzten sieben Tage, nach Kontinent (in Tausend)

Während die Zahl der täglichen bestätigten neuen Fälle in der EU lange Zeit konstant blieb, war sie in den USA stark angestiegen. Die Vereinigten Staaten zählen derzeit mit über 7 Millionen bestätigten Infektionen absolut die meisten bestätigten Fälle der Welt. Zuletzt war über mehrere Wochen ein Rückgang der täglich neu bestätigten Fälle zu verzeichnen, die positive Entwicklung ist aber vorerst wieder gestoppt und die Zahlen steigen wieder.

Neue Fälle nehmen nun auch in der EU wieder stark zu

Tägliche Anzahl der neu bestätigten Coronavirus-Fälle, gleitender Durchschnitt über die jeweils letzten 7 Tage (in Tausend)

Auch in vielen Schwellenländern sind die Fallzahlen stark angestiegen, Indien und Brasilien zählen nach den USA absolut am meisten Fälle. Warum die Fallzahlen dort zuerst langsamer gestiegen sind, nun aber stärker zunehmen, kann mehrere Gründe haben – etwa tiefere Testkapazitäten, aber auch lokale Besonderheiten.

Steigende Fallzahlen in vielen Schwellenländern

Bestätigte Coronavirus-Ansteckungen nach Land und Anzahl Tagen seit dem 100. Fall

Steigende Fallzahlen in vielen Schwellenländern - Bestätigte Coronavirus-Ansteckungen nach Land und Anzahl Tagen seit dem 100. Fall

In Lateinamerika steigen die Fallzahlen immer noch stark an. In Kolumbien scheint sich die Kurve nur sehr langsam abzuflachen.

In Brasilien steigen die Zahlen weiter an

Bestätigte Coronavirus-Ansteckungen nach Land und Anzahl Tagen seit dem 100. Fall

In Brasilien steigen die Zahlen weiter an - Bestätigte Coronavirus-Ansteckungen nach Land und Anzahl Tagen seit dem 100. Fall

Für einen umfassenden Ländervergleich bietet sich eine Pro-Kopf-Betrachtung an. Die folgende Grafik zeigt die 20 Länder mit den meisten Coronavirus-Fällen pro Kopf insgesamt. Peru ist derzeit das am stärksten betroffene Land weltweit. Spanien ist das am stärksten betroffene Land Europas.

Lateinamerikanische Länder und die USA sind auch pro Kopf stark betroffen

Alle bestätigten Coronavirus-Fälle auf 100 000 Einwohner, 20 Länder* mit den meisten Erkrankungen auf 100 000 Einwohner

05001000150020002500PeruChileIsraelBrasilienUSAKolumbienArgentinienSpanienBolivienSüdafrikaDom. RepublikSingapurSaudiarabienBelgienVAESchwedenIrakWeissrusslandFrankreichRussland

Die Anzahl bekannter Infizierter hinkt stets der Realität hinterher. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der effektiv mit dem Virus infizierten Personen überall höher liegt. Zum einen haben die Länder sehr unterschiedliche Testverfahren - in manchen Ländern werden zum Beispiel nur Risikopatienten und Patienten mit starken Symptomen getestet -, zum anderen verstreichen zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome etwa fünf Tage, und auch der Sars-CoV-2-Test und seine Auswertung brauchen Zeit.

Bei der Anzahl Tests pro Kopf liegt die Schweiz im Mittelfeld

Coronavirus-Testhäufigkeit, kumulierte Anzahl an Tests (Auswahl von Ländern)

Land Positivitätsrate
VAE 903,3 0,8
Bahrain 796,6 7,1
Luxemburg 670,7 6,8
Dänemark 583,9 0,9
Malta 469,2 1,5
Israel 356,7 8,8
Island 328,8 1,2
USA 320,7 4,6
Russland 299 1,9
Australien 288,3 0,1

Wenn es darum geht, das weltweite Fortschreiten der Epidemie zu zeigen, ist einer der verlässlicheren Anhaltspunkte die Zahl der Toten. Denn im Gegensatz zu den bestätigten Infektionszahlen, wo es grosse Unsicherheiten wie unterschiedliche Zählweisen und hohe oder niedrige Testing-Intensitäten gibt, sind die Todeszahlen in der Regel verlässlich, auch wenn es hier Unterschiede in der Methode der Erfassung geben kann.

Bei der Zahl der Verstorbenen kommt die Schweiz pro Einwohner im weltweiten Vergleich auf eine relativ hohe Zahl. Auf 100 000 Einwohner sind bisher in der Schweiz knapp 24 Personen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Andere Länder sind jedoch deutlich stärker betroffen. Belgien, mit 11 Millionen Einwohnern ähnlich gross wie die Schweiz, verzeichnet mehr als dreimal so viele Tote pro Kopf. Belgien zählt allerdings auch die Todesfälle in Pflegeheimen, während andere Länder nur die Todesfälle in Spitälern berücksichtigen. Peru verzeichnet die meisten Tote pro Kopf – noch vor Belgien, Bolivien und Brasilien.

Peru und Belgien haben am meisten Tote pro Kopf zu beklagen

Anzahl Corona-Tote pro 100 000 Einwohner, 20 Länder* mit den meisten Toten pro 100 000 Einwohner

PeruBelgienBolivienBrasilienSpanienChileEcuadorGrossbritannienUSAMexikoItalienSchwedenKolumbienFrankreichNiederlandeArgentinienIranSüdafrikaKanadaSchweiz99,6387,2468,466,7466,666,5865,6363,1561,9959,7859,2157,7249,8447,0636,9233,1930,5828,1825,0924,2

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die tägliche Anzahl der Toten in den 30 Ländern entwickelt, die derzeit die höchste Anzahl an neuen Todesfällen melden.

In welchen Ländern die Todesfallzahlen steigen, sinken oder stagnieren

Tägliche Anzahl der Coronavirus-Toten, gleitender Durchschnitt über die letzten 7 Tage

Auch die Todesfallzahlen sind mit einer Unsicherheit behaftet, denn in den meisten Ländern gehören zu dieser Statistik nicht nur jene Personen, die an Covid-19 gestorben sind, sondern auch jene, die im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben sind. Das sind also zum Beispiel Personen, die einen Herzinfarkt erleiden und sterben und die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, aber keinerlei Symptome gezeigt haben.

Eine Analyse von Nikolai Thelitz, Alexandra Kohler, Barnaby Skinner, Jonas Oesch, Balz Rittmeyer, Joana Kelén, Anja Lemcke, Julia Monn, Christian Kleeb, Dominik Batz, Kaspar Manz, Florian Seliger und Eike Hoppmann.

Hinweis: Um sich über die Gefahren, die mit dem Coronavirus einhergehen, wie auch über aktuelle Massnahmen in der Schweiz zu informieren, besuchen Sie die Informationswebseite des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Weitere Informationen auf Englisch erhalten Sie auf der Website der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die NZZ hat alle Artikel zum Coronavirus hier zusammengestellt. Alles zu den Symptomen und Tipps für den Alltag finden Sie hier.

Methodikhinweis: Für die Schweiz nutzen wir die Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG), die das BAG auf seiner Homepage zur Verfügung stellt und die Zahlen der Kantone, bereitgestellt vom Statistischen Amt des Kantons Zürich. Zurzeit werden die Zahlen des BAG Montag bis Freitag upgedatet, jeweils kurz nach Mittag. Bei internationalen Vergleichen verwenden wir die Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (JHU). Die Forscher der JHU erheben die Infiziertenzahlen aus verschiedenen Quellen, darunter von den Gesundheitsministerien, aber auch mittels inoffizieller und schneller Quellen wie Online-Nachrichtendiensten, und lassen sie jeweils von offiziellen Stellen bestätigen (im Detail hier erklärt). Die Grafiken mit Zahlen des BAG werden jeweils Montag bis Freitag gegen Mittag aktualisiert. Die Grafiken mit Zahlen der JHU werden jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag aktualisiert. Die BAG-Daten vom Wochenende werden zudem am Montagmorgen aktualisiert.

Alle Zahlen, die wir zeigen, beziehen sich nur auf die bestätigten Coronavirus-Infektionen in den jeweiligen Ländern. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der effektiven Corona-Infizierten überall höher liegt. Die Wissenschafter sind darauf angewiesen, dass die Regierungsstellen korrekte Angaben machen, was nicht immer sichergestellt ist. Zudem können national oder regional unterschiedliche Vorgehensweisen und eine variierende Häufigkeit von Tests einen Einfluss auf die Vergleichbarkeit der Fallzahlen haben. Die Zahlen der JHU weisen zum Teil kleine Lücken und Korrekturen auf. Mehr dazu, wie die NZZ Daten zum Coronavirus verwendet, lesen Sie hier.


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