Switzerland

Das letzte Jahr in der kleinen Gesamtschule

Sie hat eine lange Geschichte, sie ist im nächsten Sommer aber selbst Geschichte: die kleine Gesamtschule der Gemeinden Deisswil (85 Einwohner) und Wiggiswil (102 Einwohner). An den Gemeindeversammlungen in den nächsten Wochen passen die Stimmberechtigten die Organisationsreglemente an, wo es um die Schulstandorte geht.

Der Entscheid, die eigene Schule zu schliessen, sei bereits im Frühling an der Versammlung des Schulverbandes gefallen, erklärt Susanne Stettler, Gemeindeschreiberin von Deisswil und Wiggiswil. Nicht alle hatten Freude daran, die geliebte Dorfschule aufzugeben, die seit «Menschengedenken» existiere. Es sei ein knapper Entscheid gewesen.

Kanton macht Druck

Doch die Umstände liessen praktisch keinen anderen Weg zu. In der einzigen Klassen (1. bis 9.) werden kaum noch zehn Kinder und Jugendliche unterrichtet. Die Zahl sei unter die vom Kanton festgesetzte Grenze von elf gefallen, sagt Stettler.

Nicht nur vorübergehend für ein oder zwei Jahre, sondern voraussichtlich für mehrere Jahre. Zu wenig Familien mit schulpflichtigen Kindern wohnen hier. Der Kanton mache Druck für grössere Klassen, ergänzt die Gemeindeschreiberin und betont: «An der Qualität hat es nicht gelegen.»

Die Schulinspektorin habe der Gesamtschule immer gute Noten gegeben. Stettler freut sich, dass das bestehende Lehrerteam trotz des nahenden Endes der Schule «voll motiviert» weitermacht.

Verschiedene Lösungen

Ab dem nächsten Schuljahr werden die Wiggiswiler Schüler in Moosseedorf unterrichtet, jene aus Deisswil in Münchenbuchsee. Wegen des Schulweges haben sich die Gemeinden für verschiedene Lösungen entschieden.

Jene Kinder, die den Kindergarten in Zuzwil begonnen haben, werden diesen auch dort beenden. Das Gleiche gilt für die Sekundarschüler aus Wiggiswil, die jetzt in Münchenbuchsee sind.

Die finanziellen Auswirkungen hängen von der Anzahl Schüler ab, sagt Stettler. Je weniger Schüler es hat, desto günstiger wird es. Für Wiggiswil wird es etwa gleich viel kosten, für Deisswil weniger.

Früher, als die Schülerzahl noch deutlich höher war, wäre es teurer geworden, die Kinder in eine Nachbargemeinde zu schicken. Denn die eigene Infrastruktur sei pro Schüler sehr günstig gewesen.

Noch offen ist, was mit dem Schulhaus passiert, das an der Verbindungsstrasse zwischen den beiden Dörfern liegt. Es stehe einzig fest, dass die Gemeindeschreiberei dorthin zügeln werde, blickt Susanne Stettler in die Zukunft. Und auch einen Versammlungsraum brauchen die beiden Gemeinden. Das Gebäude gehört dem Schulverband.

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