Switzerland

Das «Damas» in Wipkingen: eine Reise in die «Küche unserer Mütter»

In Zürich abends ohne Reservation mit der Kleinfamilie fein essen zu gehen, ist nicht einfach. Doch es gibt eine Lösung.

Mit einer Tamarindenlimonade unter dem Feldschlösschen-Schirm beginnt die kulinarische Tour d’Orient im «Damas» in Wipkingen.

Mit einer Tamarindenlimonade unter dem Feldschlösschen-Schirm beginnt die kulinarische Tour d’Orient im «Damas» in Wipkingen.

Katja Baigger

In Zürich an einem lauen Sommerabend spontan und ohne Reservation gut essen gehen? Schwierig. Als Kleinfamilie mit Kind, am liebsten draussen und mit einem Budget von nicht viel mehr als 120 Franken? Noch schwieriger. Doch für solche Fälle gibt es eine Lösung, zumindest im Zürcher Quartier Wipkingen. Sie heisst: Restaurant Damas. Wie der Name sagt, hat der Orient im Kreis 10 eine kulinarische Heimat.

Der Ableger des 2010 im Kreis 5 eröffneten gleichnamigen Lokals liegt an der Kyburgstrasse und verfügt über eine hübsche Terrasse, auf der man meistens noch einen freien Tisch findet. An diesem Mittwochabend ist das Restaurant allerdings sehr gut besucht – doch wir haben Glück. Die aufmerksame Bedienung reicht zwei Schälchen zur Begrüssung, eines mit Oliven und eines mit «gesund» wirkenden Chips, die mit Kräutern gewürzt sind. Das Söhnchen erhält sogleich einen Sirup, der später nicht verrechnet wird. Die Schreibende bestellt statt eines Apéros eine Tamarindenlimonade (Fr. 5.–) mit süss-bitterem Geschmack.

Als «Küche unserer Mütter» werden die Mahlzeiten in den einleitenden, etwas melancholisch anmutenden Sätzen der Speisekarte beschrieben, als eine Verschmelzung von persischen und armenischen Esstraditionen.

Das Restaurant gehört zum Familien-«Imperium» von Ghamkin Saleh. Er kam in den 1990er Jahren als kurdisch-syrischer Flüchtling in die Schweiz und legte eine beispielhafte Tellerwäscherkarriere hin, die in der Pizzeria Santa Lucia startete. Heute ist Saleh Chef von über einem Dutzend Coiffeursalons, einer Schneiderei sowie den zwei genannten Restaurants. An diesem Abend ist der Patron im «Damas» zugegen und unterstützt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Servieren.

Die Auswahl auf der Speisekarte mag mit der libanesisch-syrischen Essenstradition wenig Vertraute überfordern. «Empfehlen Sie mir etwas!», bittet am Nachbartisch verzweifelt eine Dame den charmanten Kellner. Dieser antwortet: «Probieren Sie von allem.» Das tun auch wir und bestellen eine Platte zum Teilen mit kalten und warmen Mezze sowie syrischen Grillspezialitäten (Fr. 86.–).

Dazu möchten wir libanesischen Wein probieren. Die Kellnerin empfiehlt uns einen Blanc de Blancs vom Weingut Ksara. Bald kehrt sie aus der Küche zurück mit der Nachricht, dieser sei ausgegangen. Das wird der einzige Wermutstropfen dieses Abendessens bleiben. Sie empfiehlt uns den fruchtigen Hauswein Arneis (Fr. 7.50 pro Glas), mit dem wir sehr zufrieden sind.

Bald stehen auf unserem Tisch diverse kleine Schälchen und Fladenbrot. Dem arabischen Salat mit Lattich, Tomaten und Gurken verleihen die Granatapfelkerne einen exotischen Touch. Moutabbal, das Mousse aus grillierten Auberginen, mundet besonders gut. Der Hummus ist, anders als die Massenware aus dem Lebensmittelgeschäft, von cremiger und luftiger Konsistenz.

Und Kishke, das Joghurt mit Bulgur und Minze, erfrischt. Muhammara, die Bulgurpaste mit Tomaten, Zwiebeln, Baumnüssen und Zitrone, ist pikant gewürzt. Gleiches gilt für die Rindfleisch- und Pouletspiesse. Ein Genuss sind schliesslich die unterschiedlich gefüllten Teigtaschen, etwa die libanesischen Sfiha, deren Rindshackfleisch schon fast an die hiesigen Hacktätschli erinnert.

Zum Dessert bestellen wir Halawet el Jibn mit Orangensorbet (Fr. 12.–). Die mit Pistazienkernen dekorierte Süssspeise aus Ricotta und Griess ist in Libanon und Syrien sehr beliebt. Sie ist tatsächlich schmackhaft.

Abgerundet wird die Mahlzeit mit einem arabischen Kaffee (Fr. 6.–), der nach Kardamom duftet. Am Ende lesen wir in unserem Kaffeesatz: Reisen ist wegen Corona nur eingeschränkt möglich – trotzdem sind wir während einiger Stunden in einer fernen Welt zu Gast gewesen, zumindest mit dem Gaumen.

Restaurant Damas, Kyburgstrasse 28, 8037 Zürich, Tel. 043 818 29 12.

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