Switzerland

Coronavirus kippt Apples Umsatzprognose, VW verschiebt Produktionsaufnahme in China wegen Coronavirus, Japans Wirtschaft schrumpft stark wie seit langem nicht mehr – und weitere Wirtschaftsmeldungen

Die Firma Foxconn in Guiyang, Guizhou Province, China, die elektronische Bauelemente für Apple und andere IT Firmen produziert, könnte ihre Fabrik wegen des Coronavirus noch l¨änger geschlossen halten.

Die Firma Foxconn in Guiyang, Guizhou Province, China, die elektronische Bauelemente für Apple und andere IT Firmen produziert, könnte ihre Fabrik wegen des Coronavirus noch l¨änger geschlossen halten.

Aleksandar Plavevski / EPA

(dpa) Apple kassiert wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie die Umsatzprognose für das laufende Quartal. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant, teilte der Konzern am Montag mit.

Ausserdem sei der Absatz von Apple-Geräten in China selbst zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte - und auch die hauseigenen Stores der Firma - zeitweise geschlossen blieben. Aus diesen Gründen werde Apple die erst Ende Januar gemachte Umsatzprognose für dieses Vierteljahr verfehlen, hiess es.

Apple hatte unter Verweis auf die Coronavirus-Risiken damals bereits eine ungewöhnlich breite Spanne von 63 bis 67 Milliarden Dollar angegeben. Eine neue Prognose gab es jetzt nicht. Die Einschränkungen für das Geschäft seien nur vorübergehend, betonte der Konzern. Im Vorjahresquartal hatte Apple 58 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet.

Die Werke der Apple-Fertiger wie Foxconn und Pegatron sowie der wichtigsten Zulieferer befinden sich zwar ausserhalb der besonders vom Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Provinz Hubei. Doch in China wurden auch anderswo die traditionellen Werksferien zum chinesischen Neujahrsfest verlängert, um eine Ausbreitung zu vermeiden.

Prognosen schwierig

Alle Produktionswerke liefen zwar wieder. Aber: «Die iPhone-Lieferengpässe werden vorübergehend den Umsatz weltweit beeinträchtigen." Die Situation sei im Fluss - und mehr Informationen zu den Auswirkungen auf das Apple-Geschäft solle es erst mit den Zahlen zum laufenden Quartal im April geben.

Apple hatte bereits im Januar vor Beeinträchtigungen für die Produktion gewarnt. Einige Betriebe von Zulieferern befinden sich in der besonders betroffenen Region rund um die Stadt Wuhan. Es gebe aber alternative Quellen für ihre Produkte, sagte damals Konzernchef Tim Cook. Zugleich räumte er aber auch ein, dass Entwicklung in anderen Teilen der Produktionskette schwer vorherzusagen sei.

Bis Montag waren in China rund 1770 Menschen an Covid-19 gestorben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer bei den Fallzahlen aus.

Die Produktion in den Werken des Gemeinschaftsunternehmens mit der Shanghai Automotive (SAIC) soll erst am 24. Februar wieder aufgenommen werden.

Die Produktion in den Werken des Gemeinschaftsunternehmens mit der Shanghai Automotive (SAIC) soll erst am 24. Februar wieder aufgenommen werden.

Aly Song / Reuters

(awp/sda/dpa) Der Autobauer Volkswagen bekommt die Folgen des neuartigen Coronavirus in China weiter zu spüren. Es gebe Probleme in den Lieferketten und der Logistik sowie nur begrenzte Reisemöglichkeiten für Mitarbeiter der Produktion, teilte Volkswagen am Montag in Peking mit.

Daher soll die Produktion in den Werken des Gemeinschaftsunternehmens mit der Shanghai Automotive (SAIC) erst am 24. Februar wieder aufgenommen werden. Bisher war dies für den 17. Februar geplant.

Die anderen Werke, die mit First Automotive Works (FAW) betrieben werden, hätten zum Teil die Produktion wieder aufgenommen oder dürften «in den kommenden Tagen» alle wieder laufen. Die Produktionsfähigkeit in jedem Werk werde einzeln überprüft, was zu unterschiedlichen Startzeiten führe, heisst es in der Mitteilung. Ohne den Ausbruch der Lungenkrankheit hätte die Produktion nach den Ferien über das chinesische Neujahrsfest am 3. Februar wieder begonnen. China ist der wichtigste Markt des Autobauers.

Um den Gegebenheiten Rechnung zu tragen, will das Unternehmen etwa beim Marketing den Fokus stärker auf Online-Kanäle legen.

(awp/reu) Die chinesische Zentralbank hat den Zinssatz für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (MLP) gesenkt. Ziel ist, die Auswirkungen, die der Ausbruch des neuen Coronavirus auf die Wirtschaft hat, zu mildern.

Die Zentralbank lockerte den MLP am Montag von 3,25 auf 3,15 Prozent. Es wird erwartet, dass dem Schritt am Donnerstag eine Senkung des Referenzzinssatzes (LPR) folgt. Die Kurse am chinesischen Aktienmarkt legten in der Folge zu.

Viele Experten erwarten, dass die Folgen des Virus-Ausbruchs der chinesischen Wirtschaft im ersten Quartal schwer zusetzen werden.

Die Wirtschaft in Japan schrumpfte im letzten Quartal 2019 um 6,3 Prozent.

Die Wirtschaft in Japan schrumpfte im letzten Quartal 2019 um 6,3 Prozent.

Toru Hanai / Reuters

(reu) Die japanische Wirtschaft ist im Schlussquartal 2019 so stark geschrumpft wie seit 2014 nicht mehr. Eine Anhebung der Umsatzsteuer und eine flaue weltweite Konjunktur dämpften den Konsum und die Kapitalausgaben der Unternehmen in der weltweit drittgrössten Volkswirtschaft.

Dies führte in der Summe zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung (BIP) zwischen Oktober und Dezember um 6,3 Prozent, wie von der Regierung vorgelegte Zahlen vom Montag zeigten. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Minus von 3,7 Prozent gerechnet. Im Zeitraum zwischen Juli und September hatte es noch ein Wachstum von 0,5 Prozent gegeben.

Zu den schwachen Zahlen für Ende 2019 kommen für das laufende Quartal Sorgen vor den Auswirkungen des Ausbruchs des neuen Coronavirus auch auf die japanische Wirtschaft. Das erhöht den Druck auf die japanische Regierung, die Wirtschaft mit zusätzlichen Massnahmen zu unterstützen.

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat den Verkauf der Tochtergesellschaft Tertianum an die Beteiligungsgesellschaft Capvis genehmigt. Capvis wird künftig mehr als achtzig Wohn- und Pflegezentren sowie Residenzen in der Schweiz betreiben, während die Liegenschaften im Besitz der Immobiliengesellschaft bleiben.

(dpa) Eine US-Jury hat den Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer sowie den Chemiekonzern BASF im Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Dicamba zu millionenschwerem Schadenersatz verurteilt. Insgesamt sollen die beiden Unternehmen dem Pfirsichbauern Bill Bader aus Missouri 265 Mio. $ zahlen. Dies teilt sich in 15 Mio. Schadenersatz sowie zusätzlich 250 Mio. $ Strafschadenersatz auf. Die Entscheidung der Jury fiel am Samstag.

Bader beschuldigt Bayer und BASF, dass er durch den Einsatz von Dicamba auf benachbarten Feldern Ernteverluste erlitten habe, da Teile des Unkrautvernichters auf seine Plantagen geweht worden sein sollen. Den Schaden bezifferte er auf 21 Mio. Dollar. Dicamba wurde von Monsanto entwickelt, der US-Konzern sieht sich wegen des Mittels seit 2015 Klagen ausgesetzt; Bayer hatte Monsanto 2018 übernommen. Die Leverkusener sehen sich bereits wegen angeblicher Krebsrisiken von Monsantos Unkrautvernichter Glyphosat Tausenden von Klagen in den USA ausgesetzt. BASF nutzt ein eigenes auf Dicamba basierendes Produkt, um gentechnisch veränderte Pflanzen zu behandeln.

Das jetzt in Missouri gefällte Urteil ist das erste in einer Reihe laufender Verfahren. Ein US-Sprecher für Bayer kündigte an, der Konzern werde Berufung gegen das Urteil einlegen. Dicamba sei für die Ernteverluste nicht verantwortlich. BASF kündigte ebenfalls Rechtsmittel an: «Wir sind überrascht und enttäuscht von der Entscheidung der Jury und planen in Berufung zu gehen», sagte ein Sprecher am Sonntagabend. Die Anwälte der Unternehmen hatten zuvor argumentiert, die Pfirsich-Felder hätten bereits vor 2015 gelitten und führten Wetterbedingungen wie Hagel und späten Frost für die Schäden an.

Trotz der Coronavirus-Krise sollen Finanzprüfer Grosskonzernen fristgerechte Testate erteilen.

Trotz der Coronavirus-Krise sollen Finanzprüfer Grosskonzernen fristgerechte Testate erteilen.

Charles Platiau / Reuters

(reu) Die britischen Aufsichtsbehörden haben die Wirtschaftsprüfer aufgefordert, alles zu unternehmen, um Grosskonzernen trotz den Problemen durch das Coronavirus fristgerecht Testate erteilen zu können. So müssten die Bilanzprüfer über Alternativen entscheiden, durch die sie notwendige Informationen bekämen.

Dies sagte ein Sprecher der Bilanzprüfer-Aufsicht FRC am Sonntag. Global agierende Unternehmen wie Deloitte, KPMG, EY und PwC prüfen oft die Bücher internationaler Grosskonzerne in China – dem Ausgangsland des neuen Coronavirus. Für diese Prüfungen gibt es festgelegte Termine. Sollten sich diese verschieben, könnte das unter Investoren zu Unruhe führen.

Bilanzprüfer ausserhalb Chinas stehen wegen des Virus aber vor Problemen etwa durch Einreisebeschränkungen in die Volksrepublik, obwohl sie eigentlich nach China reisen müssten, um dort vor Ort für ihre Testate Bücher unter die Lupe zu nehmen. Ein Weg zur Lösung des Problems für die Prüfer könnte sein, entsprechende Fachleute in China selbst zu finden, mit denen sie dann zusammenarbeiten.

Eine riesige Schlammlawine hat im Januar 2019 in Brasilien nahe der Ortschaft Brumadinho Menschen, Häuser und Tiere unter sich begraben.

Eine riesige Schlammlawine hat im Januar 2019 in Brasilien nahe der Ortschaft Brumadinho Menschen, Häuser und Tiere unter sich begraben.

Antonio Lacerda / EPA

(dpa)

Mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Dammbruch im brasilianischen Brumadinho will die Staatsanwaltschaft den Bergbaukonzern Vale und die Tochterfirma des deutschen Prüfunternehmens TÜV Süd zur Verantwortung ziehen. Die brasilianische Justiz nahm am Freitag die Anklage gegen die beiden Firmen und sechzehn ihrer Mitarbeiter an. Unter den Angeklagten ist unter anderem der frühere Präsident von Vale, Fabio Schvartsman.

Die Staatsanwaltschaft München nahm ihrerseits Ermittlungen gegen den TÜV Süd und einen seiner Manager in Deutschland auf. Im vergangenen Jahr hatten fünf Hinterbliebene der Opfer von Brumadinho Strafanzeige gegen einen deutschen Beschuldigten und einen Rechtsanwalt sowie eine Ordnungswidrigkeitsanzeige gegen den TÜV Süd gestellt.

Der Damm an der Mine Córrego do Feijão war am 25. Januar 2019 gebrochen. Eine Schlammlawine rollte über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen nahe der Ortschaft Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais hinweg und begrub Menschen, Häuser und Tiere unter sich. 270 Personen kamen bei dem Unglück ums Leben. Das brasilianische Tochterunternehmen des deutschen TÜV Süd hatte kurz vor dem Dammbruch die Rückhaltebecken geprüft und für sicher befunden.

Nach Einschätzung der Ermittler hatten Vale und TÜV Süd zusammengearbeitet, um die wahre Sicherheitslage an dem Damm zu verschleiern. TÜV Süd habe Vale dabei geholfen, sein Image als sicheres Bergbauunternehmen zu pflegen, um seine Reputation und seinen Marktwert nicht zu gefährden, hiess es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft des Bundesstaats Minas Gerais.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die TÜV-Prüfer das gewünschte Sicherheitszertifikat ausstellten, obwohl ihnen der schlechte Zustand der Anlage und das Risiko bewusst waren. Ein zuständiger Prüfer hatte in Vernehmungen erklärt, sich von Vertretern des Minenbetreibers Vale unter Druck gesetzt gefühlt zu haben.

Die Mitarbeiter von Vale und TÜV Süd müssen sich nun wegen Mordes in 270 Fällen verantworten. Sie hätten durch ihre Tat die Allgemeinheit gefährdet und den Tod einer unbestimmten Zahl von Personen in Kauf genommen, hiess es in der Begründung des Tatvorwurfs. Die Opfer hätten keine Chance gehabt, sich in Sicherheit zu bringen. Die beiden Unternehmen müssen sich zudem wegen Verbrechen gegen die Flora und Fauna sowie wegen Umweltverschmutzung verantworten.

Eine A350, die von der Airbus-Konzernzentrale im französischen Colomiers bei Toulouse gestartet ist.

Eine A350, die von der Airbus-Konzernzentrale im französischen Colomiers bei Toulouse gestartet ist.

Regis Duvignau / Reuters

Die USA wollen den Strafzoll auf Flugzeuge aus Europa von 10 auf 15% erhöhen. Die Anhebung werde am 18. März in Kraft treten, hatte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Freitagabend mitteilen lassen. Die Welthandelsorganisation WTO hatte Washington Ende 2019 das Recht erteilt, Strafzölle von bis zu 100% auf Waren im Wert von 7,5 Mrd. $ zu erheben. Hinter dieser Möglichkeit bleibt die auf Flugzeuge beschränkte Massnahme deutlich zurück.

Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte dazu am Samstag: «Wir nehmen die US-Entscheidung zur Kenntnis.» Der Fokus sollte aus Sicht der Brüsseler Behörde nun darauf liegen, «eine Verhandlungslösung für den Flugzeugstreit auf der Grundlage konkreter EU-Vorschläge zu bestehenden Subventionen und künftigem Verhalten in diesem Sektor zu finden».

Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, die amerikanische Ankündigung «sorgfältig analysieren» zu wollen. «Derzeit sind die Zollerhöhungen im Kontext des Airbus-Falles noch nicht in Kraft getreten», hiess es in Berlin. Zugleich betonte das Ministerium erneut: «Wir lehnen einseitige Zollerhöhungen ab. Zölle schaden am Ende allen, auch den USA. Wir brauchen weniger Zölle, nicht mehr Zölle.»

Schärfer äusserte sich der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange (SPD). US-Präsident Donald Trump «eskaliert weiter» gegen die EU, kritisierte der Europaabgeordnete. Zu Zöllen auf Stahl und Aluminiumprodukte kämen nun erhöhte Zölle auf Flugzeuge und die Drohung mit weiteren Zöllen hinzu. «Hier gilt es klare Kante zu zeigen, auf Druck darf es keine Zugeständnisse geben», schrieb Lange auf Twitter und fügte hinzu: «No way, Mr President!»

Die EU ihrerseits wartet auf eine Entscheidung der WTO zu unerlaubten Subventionen für den US-Flugzeugbauer Boeing. Ein Schlichter soll in den kommenden Monaten die Höhe erlaubter EU-Vergeltungszölle festlegen. Die EU rechnet mit Milliardensummen.

Der Investor Warren Buffett kauft sich bei Kroger und Biogen ein.

Der Investor Warren Buffett kauft sich bei Kroger und Biogen ein.

Lucas Jackson / Reuters

Die amerikanische Investorenlegende Warren Buffett hat einen Anteil an der Supermarktkette Kroger erworben. Die von ihm gegründete Investmentfirma Berkshire Hathaway teilte am Freitag (Ortszeit) mit, für 549,1 Mio. $ Kroger-Aktien gekauft zu haben.

Auch beim Biotechkonzern Biogen stieg Berkshire ein und erwarb Anteilsscheine im Wert von 192,4 Mio. $. Die Investmentfirma reduzierte dagegen ihre Beteiligungen bei den zwei Banken Wells Fargo und Goldman Sachs.

Bei Wells Fargo sank der Anteil um 15% auf 323,2 Millionen Aktien im Volumen von 17,4 Mrd. $. Bei Goldman Sachs reduzierte Buffett um 35% auf zwölf Millionen Aktien im Wert von rund 2,8 Mrd. $.

Berkshire Hathaway hatte bereits Ende Januar mitgeteilt, komplett aus dem Zeitungsgeschäft auszusteigen. Die Holding brachte den Verkauf von dreissig Zeitungen, mehreren Dutzend Wochenblättern und weiteren Bereichen ihrer BH Media Group an Lee Enterprises auf den Weg. Lee zahlt dafür 140 Mio. $ in bar. Zu den Zeitungen, die den Besitzer wechseln, gehört der «Omaha World-Herald» in Nebraska, wo Berkshire seinen Sitz hat.

Das EU-Parlament entscheidet über das Verbot von Einweg-Plastikprodukten.

Das EU-Parlament entscheidet über das Verbot von Einweg-Plastikprodukten.

Christian Beutler / Keystone

(dpa)

Eine Steuer auf Plastikverpackungen soll den künftigen EU-Haushalt mitfinanzieren. Das sieht der neue Vorschlag von EU-Rats-Präsident Charles Michel für die neue Finanzperiode 2021 bis 2027 vor. Das 53 Seiten lange Papier enthält ganz am Ende einen Passus zu neuen Eigenmitteln der EU. Dort heisst es, dass pro Kilogramm unrecyceltem Verpackungskunststoff 80 Cent fällig sein sollen.

Mit der Plastiksteuer und möglichen Überschüssen aus dem europäischen Emissionshandel sollen für die siebenjährige Periode 14 bis 15 Mrd. € zusammenkommen, hiess es aus dem Rat in Brüssel. Insgesamt sieht Michels Vorschlag ein EU-Budget von 1,0948 Bio. € für den Zeitraum 2021 bis 2027 vor.

Die EU-Staaten sollen dafür nach Vorstellungen des EU-Ratspräsidenten 1,074% ihrer Wirtschaftsleistung in die Brüsseler Kasse zahlen. Dieser Prozentsatz ist nach Ratsangaben weniger, als sie seit dem Austritt Grossbritanniens in der laufenden Periode ausgeben müssen (1,16%), aber mehr, als es vor dem Brexit war (1,03%).

Deutlich weniger Geld sieht Michels Vorschlag für die gemeinsame Agrarpolitik vor, die von 382,5 Mrd. € (ohne Grossbritannien) auf 329,3 Mrd. schrumpfen würde. Für die Kohäsionspolitik sind 323,2 statt bisher 367,7 Mrd. € (ohne Grossbritannien) vorgesehen. Bei der Kohäsionspolitik geht es unter anderem darum, die Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen und den Rückstand der am stärksten benachteiligten Gebiete zu verringern. Auf 21,9 Mrd. € mehr als verdoppeln sollen sich hingegen die Mittel für Migration und Grenzschutz.

(awp/sda/Reuters) Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im Februar überraschend aufgehellt. Das Barometer für das Konsumentenvertrauen stieg auf 100,9 Zähler von 99,8 Punkten im Januar, wie die Universität Michigan am Freitag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 99,5 Punkte gerechnet. Die Konsumenten bewerteten ihre derzeitige Lage etwas schlechter und schauten zugleich optimistischer nach vorn. Der private Konsum gilt als Säule der US-Konjunktur. Er steuert rund 70% zur Wirtschaftsleistung bei.

Derweil steigerten die US-Detailhändler ihren Umsatz im Januar den vierten Monat in Folge. Er legte wie von Experten erwartet um 0,3% zum Vormonat zu, wie das Handelsministerium in Washington ebenfalls am Freitag mitteilte. Im Dezember hatte es nach revidierten Zahlen ein Plus von 0,2% gegeben.

«Reallohnsteigerungen und erhöhte Nettovermögen lassen die Konsumperspektive weiterhin freundlich erscheinen. Dafür sprechen auch solide Stimmungswerte unter den Verbrauchern», erklärte der Ökonom Ralf Umlauf von der Helaba.

Die US-Notenbank dürfte sich seiner Ansicht nach zunächst in ihrer abwartenden Haltung bestätigt sehen. Das Fed hatte seinen Leitzins 2019 dreimal gesenkt. Zuletzt beliess es ihn in der aktuellen Spanne von 1,5 bis 1,75% und signalisierte, den Kurs bei weiter rund laufender Konjunktur konstant zu halten.