Switzerland

Corona-Pressekonferenz zum Winterpaket: Berset: «Skigebiete können offen haben — mit strengen Schutzkonzepten»

Alain Berset und Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger haben über die Strategie des Bundes für die Wintersaison und das Impfen informiert. Wir berichteten live.

Das Wichtigste in Kürze:

Die Pressekonferenz ist beendet. Hier folgt eine Zusammenfassung. Vielen Dank für Ihr Interesse.

«Alle Kantone verfolgen das Ziel, die Testkapazitäten hoch zu halten», sagt Lukas Engelberger. «Das Problem sind nicht die Kapazitäten. Wir müssen an der Motivation der Menschen arbeiten, testen zu gehen. Wenn man Symptome hat und nicht zum Test geht, wird man Teil des Problems und nicht Teil der Lösung.»

«Die Verträge unterscheiden sich nur geringfügig. Der Vertrag mit Pfizer ist noch nicht abgeschlossen, die mit AstraZeneca und Moderna schon», sagt Nora Kronig.

Frage: Wann führt die Impfung zu einer Herdenimmunität?

«Ich gehe davon aus, dass wir im Frühling eine gute Kombination haben — aus der Tatsache, dass die Menschen weniger in Innenräumen sind, der Impfung und den Hygienemassnahmen», sagt Alain Berset. «Wir müssen da aber ganz vorsichtig sein..»

Frage: Wie viele Impfdosen stehen anfänglich zur Verfügung?

«Wir arbeiten seit März an einer Impfstrategie, damit wir möglichst früh damit anfangen können», sagt Berset und verweist auf die Fachexpertin des BAG Nora Kronig.

«Wir sind mit den drei schnellsten Firmen in Verhandlungen. Es muss uns aber bewusst sein, dass die Lieferungen gestaffelt erfolgen werden», erklärt Kronig. Eine konkrete Zahl von Impfdosen nennt sie nicht.

Claus Bolte von Swissmedic fügt ergänzend hinzu: «Wie schnell wir mit dem Impfen beginnen können, hängt davon ab, wie schnell Daten über die Impfstoffe der Hersteller bei uns eintreffen.»

Frage: Sind alle Skigebiete von den Corona-Regeln betroffen?

«Ja, aber die Kantone dürfen natürlich weitergehen als der Bund», erklärt Berset. «Das grösste Problem ist die Umsetzung. Ein Konzept ist auf dem Papier immer toll.»

Frage: Warum wird das Gesundheitspersonal nicht flächendeckend getestet?

«Dieses Vorgehen wird momentan evaluiert», sagt Virginie Masserey vom BAG. Es gebe aber noch einige Punkte, die abschliessend geklärt werden müssten.

Lukas Engelberger ergänzt, dass Schnelltest ein guter Weg seien. Der Vorschlag sei in Basel bereits gemacht worden.

Frage: Braucht es eine bessere Koordination unter den Kantonen?

«Wir bemühen uns in der Nordostschweiz um eine Koordination», sagt Engelberger. «Koordination ist vor allem dort nötig, wo die Situation ähnlich ist.» Im Gegensatz zu den Westschweizer Kantonen seien diejenigen in der Deutschschweiz doch noch sehr unterschiedlich.

«Diese Diskussion hat schon begonnen», sagt Berset. Das sei aber sehr stark abhängig von der Wirksamkeit des Produkts.

«Wir erarbeiten aktuell eine Priorisierung für die Impfung», ergänzt Nora Kronig, Fachexpertin vom BAG. «Momentan sieht es danach aus, das ältere und Risikopatienten als erste impfen werden.»

Laut Engelberger wird kein Druck auf das Gesundheitspersonal ausgeführt, um sich impfen zu lassen. Im Gegenteil. «Wir glauben, dass sich die Bevölkerung impfen lassen will. Die Ungeduld ist riesig, die Pandemie hinter uns zu bringen.»

Der GDK-Präsident ist überzeigt, dass die Schweiz die Corona-Krise auch ohne Impfobligatorium hinter sich bringen wird. «Ich glaube, der Gedanke wird viel grösser sein, als die Skepsis.»

Frage: Wie werden die Kosten der Impfung verteilt?

«Vorgesehen ist, dass der Bund einen sehr stolzen Betrag übernimmt — ebenso wie die Krankenkassen», antwortet Berset. «Das Ziel ist, wirklich eine kostenlose Impfung anzubieten — ohne Franchise und Selbstbehalt.»

Frage: Ist die Schweiz das einzige Land mit offenen Skigebieten?

«Das müssen wir mit den betroffenen Kantonen besprechen. Klar ist, dass die Schutzkonzepte perfekt angewendet werden müssen», sagt Berset. «Wir haben Bilder gesehen, die uns nicht so gefallen haben.»

Wenn nur die Schweiz ihre Skigebiete offen lassen, würde das zu Spannungen auch auf politischer Ebene führen. «Wir müssen dabei beachten, dass unsere Nachbarländer sich Sorgen machen. Sie schliessen ihre Skigebiete nicht einfach dafür, um die Schweizer Skigebiete zu füllen», sagt Berset.

Laut Berset steht bei der Öffnung der Skigebiete viel auf dem Spiel. «Die Situation darf nicht aus dem Ruder laufen.»

Frage: Wie unterscheiden sich die kantonalen Massnahmen für den Skitourismus?

«Die Skisaison in Basel wird auch dieses Jahr bescheiden sein», scherzt Engelberger — nota bene auch Basler Gesundheitsdirektor. «Die Schutzkonzepte sind bisher gut, wie mir Experten sagen. Wahrscheinlich müssen wir mehr in die Kontrolle investieren als in die Verschärfung der Schutzkonzepte.»

Frage eines Journalisten: Wird die Schweiz mit dem Ausland weiterhin über die Skisaison im Kontakt stehen? Berset: «Wir sind ständig in Kontakt mit den Nachbarländern.»

Gemäss Berset hat der Bundesrat noch nicht über eine Strategie an den Festtagen entschieden. «Wir müssen mit den Kantonen schauen, was in der Schweiz machbar ist. Es gibt zwei Wochen Weihnachtsferien und die Herausforderung ist vor allem um die Zeit Ende Dezember.»

Auch Lukas Engelberger kommt auf den erhofften Corona-Impfstoff zu sprechen. Wie Berset betont auch er: «Die Impfung soll gratis sein.» Weder ein Impfzwang noch ein Impfobligatorium seien von der GDK vorgesehen, man setze auf die Impfbereitschaft, so Engelberger.

Engelberger spricht auch dem Gesundheitssystem und seinen Mitarbeitenden seinen Dank aus. «Wir müssen die Belastung des Gesundheitswesens herunterbringen. Die Angestellten konnten sich kaum von der ersten Welle erholen.»

Die Situation habe sich in den Spitälern leicht entspannt. Die Lage in den Pflegeheimen ist aber weiterhin schwierig.

«Wenn wir jetzt nicht aufmerksam sind, bezahlen wir den Preis über die Weihnachtszeit», so Engelberger. «Es ist kein normaler Winter, der uns bevorsteht. Wir haben noch keinen Impfstoff. Darum sind wir auf die Mitarbeit von allen angewiesen.»

Nun übernimmt GDK-Präsident Lukas Engelberger das Wort. «Als ich vor einem Monat das letzte Mal vor den Medien stand, war die Lage ernst», erinnert sich Engelberger zurück.« Die Zahlen sind weiter zurückgegangen. Aber, was ich damals sagte, gilt immer noch: Die Lage ist ernst.»

Der Winter habe erst begonnen. Engelberger geht davon aus, dass sich die Menschen in den kommenden Monaten vermehrt in Innenräumen aufhalten werden. «Es ist zu früh, jetzt schon über Lockerungen zu reden. Die Massnahmen des Bundes sollen weiter so bleiben, wie sie sind. Die Kantone können ergänzend Massnahmen ergreifen.»

Gemäss Engelberger ist ein Mix aus Corona-Regeln wichtig, «Wir sind mit einem Hybridmotor unterwegs, aber die Strecke ist noch weit.»

Der GDK-Präsident bedankt sich aber auch bei der Schweizer Bevölkerung, die sich bisher an die Massnahmen gehalten habe. «Die sinkenden Fallzahlen zeigen, dass die Bevölkerung mitmacht. Ich möchte mich bedanken, dass sie sich an die Massnahmen hält», so Engelberger.

«Wir müssen viel mehr testen als heute», ergänzt Berset in Bezug auf die rückläufige Anzahl der Tests. «Die Positivitätsrate ist zu hoch. Wir entdecken derzeit nicht alle positiven Fälle.»

Massentests steht der Bundesrat «skeptisch» gegenüber. «Stellen Sie sich vor, was das für ein logistischer Aufwand ist. Auch mit Schnelltests wäre das in der Schweiz nicht machbar.»

Der Gesundheitsminister appelliert abschliessend an die Bevölkerung: «Der Schweizer Weg mit Selbstdisziplin und Vernunft hat sich bewährt. Wir dürfen jetzt aber nicht nachlassen. Wir kommen nur mit eigenen Kräften durch den Winter.»

Berset kommt auf die Impfungen zu sprechen. Die Schweiz steht mit verschiedenen Impfstoff-Produzenten in Kontakt. «Wenn alles gut läuft, werden wir früh im nächsten Jahr mit dem Impfen beginnen können. Das wird eine einmalige Herausforderung für unser Gesundheitssystem», erklärt Berset.

Gemäss dem Gesundheitsminister wird es eine zweiteilige Impfung geben. «Wir müssen sicherstellen, dass wir eine hohe Sicherheit gewährleisten können. Wir werden Impfungen nur zulassen, wenn sie unsere Standards erfüllen. Wir machen da keine Zugeständnisse.»

Die Schweiz kenne anders als andere Länder keine Notfallzulassung. «Bei Swissmedic hat man gut verstanden, dass es dieses Jahr wohl keine Weihnachtsferien geben wird», scherzt er mit ernstem Ton.

Berset betont erneut, dass es in der Schweiz keine Impfpflicht geben wird. «Und wir wollen, dass die Impfung für alle gratis ist.»

Der Bundesrat spricht nun auch den Streit um die kommende Skisaison an. «Die Skisaison hat schon begonnen. Sie ist eine ziemlich grosse Herausforderung.» Laut Berset braucht es nicht nur gute Schutzkonzepte sondern auch eine strikte Umsetzung der Corona-Massnahmen.

«Wir wissen, dass unsere Nachbarländer einen strikteren Kurs fahren. Sie wollen eine Schliessung der Skigebiete», sagt Berset. Damit spricht er die Angst an, dass Skitouristen aus dem Ausland sich in der Schweiz sammeln könnten.

Gemäss Alain Berset hat der Bundesrat bereits Anfang Jahr eine Schliessung der Skisaison in Betracht gezogen. «Damals wussten wir aber noch viel weniger über das Virus.» Berset stellt klar: «Bei uns können Skigebiete offen bleiben — mit strengen Schutzkonzepten.» Man müsse sich aber auch überlegen, was passieren soll, wenn ein Schutzkonzept nicht funktioniere.

«Die kommenden Wochen werden entscheidend sein im Kampf gegen die Pandemie», sagt Berset. «Es braucht manchmal nur wenig, für einen weiteren Ausbruch.» Der Gesundheitsminister nennt das kanadische Thanksgiving als Beispiel. In Kanada gebe es wegen des Familienfests erneut mehr Fälle.

«Solange die Fallzahlen nicht wirklich schnell abnehmen, müssen wir weiter an unseren Massnahmen festhalten», sagt Berset im Ausblick auf die Festtage. «Der Bundesrat möchte mit den Kantonen zusammen ein Paket verabschieden — dabei geht es auch um die Skisaison.»

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