Switzerland

CC lässt Dionisio in Ruhe um seinen Job spielen: «Das Fieber ist noch nicht auf 40 Grad angestiegen»

Es war das Spiel, das Trainer Ricardo Dionisio auf keinen Fall verlieren durfte, wollte er seinen Job behalten. Im Vorfeld war Christian Constantin nahe beim Team gewesen, hatte auch in der Villa Principe Leopoldo hoch über Lugano übernachtet, wo sich einst die Nati auf Grosstaten vorbereitet hatte. Doch als das Spiel angepfiffen war, liess er Dionisio in Ruhe. Die Pause verbrachte der Boss auf der Tribüne am Handy statt in der Garderobe.

«Die Kabinen in Lugano sind sehr klein. Da hatte es keinen Platz für mich», sagt er lachend. Nein, er habe Dionisio ganz einfach in Ruhe seine Arbeit machen lassen wollen. «Immerhin ging es für ihn darum, seinen Job zu retten. Da will ich ihm das Leben nicht noch unnötig erschweren.»

Dann wird CC ernst. Das Gebotene? «Das hast du doch selber gesehen! Das war nicht wahnsinnig, um es vorsichtig auszudrücken. Von uns nicht, aber auch nicht von Lugano. Da hatte man keine Sekunde gesehen, dass die eben YB geschlagen hatten.» Den Grund für das Grauen auf dem Spielfeld ortet CC auch im frühen Frühlingseinbruch in der Sonnenstube. «Wenn du von den Bergen runterkommst und plötzlich ist es 18, 19 Grad warm, dann kriegst du lahme Beine. Das ist ganz normal.»

«Als Trainer sind die Koffer immer gepackt»

Kann Dionisio nun in Ruhe arbeiten? Der Trainer selber, der gerade mal ein halbes Jahr Promotion League hinter sich hat und fast zwei Monate FC Sion, sagt wie ein ausgebuffter Trainerfuchs: «Als Trainer sind die Koffer immer gepackt.» Sein Coach stecke bereits in der Haut eines Sion-Trainers, analysiert CC die Aussage. Dann erhöht er aber sogleich den Druck… «Am Sonntag spielt Xamax gegen Thun. Da wird sich einer der Beiden zwangsläufig uns annähern, wenn wir gegen St. Gallen nichts holen. Es wird im sechsten Rückrundenspiel höchste Zeit für den ersten Sieg!» Und wenn nicht? «On verra.» CC lässt alles offen. Durchschimmern lassend, dass die Art und Weise ebenso entscheidend sei, wie das Team auftrete.

Sehr positiv ist das präsidiale Fazit des Ticino-Trips mit diesem 0:0 nicht. «Wir haben es bloss geschafft, dass das Fieber nicht von 39 auf 40 Grad angestiegen ist. Aber das Coronavirus haben wir nicht. Doch wir haben immer noch sehr, sehr hohes Fieber!»