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Behörden-Fehler in San Diego sorgt für Aufsehen: US-Frau aus Spital entlassen, obwohl sie am Coronavirus erkrankt ist

Der Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Der Mittwoch war der bislang schlimmste Tag: In China schnellte die Opferzahl in die Höhe – 242 neue Corona-Tote binnen 24 Stunden. Insgesamt sind bereits über 1300 Menschen ums Leben gekommen, rund 48'000 wurden infiziert. Und die Dunkelziffer dürfte beträchtlich sein.

Am vergangenen Wochenende ist der erste Ausländer in China gestorben – ein US-Amerikaner. Sein Ableben bestätigten die Behörden von Wuhan am Samstag. In Amerika selbst sind laut offiziellen Angaben 14 Personen an der neuartigen Lungenkrankheit erkrankt. 230 Personen wurden vor knapp zwei Wochen mit einem gecharterten Flieger aus dem Krisengebiet von Wuhan evakuiert und nach Südkalifornien gebracht. Dort befinden sie sich seither auf einer Militärbasis in San Diego in Quarantäne.

Nun ist es in eben dieser US-Metropole Anfang Woche zu einem Zwischenfall gekommen. Eine Frau wurde aus einem Krankenhaus in San Diego entlassen, obwohl sie mit dem Coronavirus infiziert war! Gesundheitsbeamte bestätigten am Dienstag entsprechende Medienberichte.

«Es verursachte eine ziemliche Aufregung»

«Dass die Patientin aus dem Spital entlassen wurde, war tatsächlich ein grober Fehler», sagte eine Sprecherin des amerikanischen Gesundheitsministeriums. Der Grund: ein Kennzeichnungsfehler auf den Proben. Die Frau wurde nämlich wie alle anderen aus Wuhan evakuierten Menschen auf das Virus getestet. Noch bevor die Ergebnisse überhaupt das Gesundheitsministerium erreichten, haben Beamte in Washington dem Krankenhaus grünes Licht für die entsprechende Patientin gegeben.

Was genau zum Fehler geführt hat, bleibt vorderhand ungewiss. Laut US-Medien ist es unklar, was genau der Etikettierungsfehler war und welche Behörde dafür verantwortlich ist.

Immerhin: Die Frau kam nicht weit. Nachdem der Fehler entdeckt wurde, kehrte sie auf die Militärbasis zu den anderen evakuierten US-Amerikanern zurück. «Es verursachte eine ziemliche Aufregung», sagt John McGory, ein Lehrer der sechs Jahre lang in Wuhan Englisch unterrichtet hatte und zu den etwa 230 Personen gehört, die auf der Basis in San Diego festsitzen, gegenüber der «New York Times». Die Beamten hätten ihm versichert, dass sie trotz der vorzeitigen Entlassung der infizierten Patientin nicht erneut mit der 14-tägigen Quarantäne beginnen müssten. «Aber was heisst das schon. Wir bleiben skeptisch», so McGory.