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Baldwin-Produktion war nur minimal versichert: Das passiert bei einer Klage

Das Todesdrama am Set von «Rust» beschäftigt Hollywood. Alec Baldwin (63) erschoss versehentlich Kamerafrau Halyna Hutchins (†42). Wie «TMZ» schreibt, bereite sich deren Familie höchstwahrscheinlich auf eine Klage wegen widerrechtlicher Tötung vor. Nun hat das News-Portal erfahren, dass die Versicherungspolice, die die Produktion abdeckt, auf sechs Millionen Dollar begrenzt ist.

Dem Portal liegt die Versicherungsbescheinigung von Front Row Insurance Brokers vor. Daraus geht hervor, dass die allgemeine Haftpflichtversicherung auf eine Million Dollar pro Vorfall – die Mindestsumme, die für Dreharbeiten in New Mexico erforderlich ist – begrenzt ist. Dazu sei eine Zusatzversicherung für fünf Millionen Dollar abgeschlossen worden. Diese kommt zum Zug, wenn der Schaden die Haftpflichtversicherung übersteigt. In der Genehmigung für den Film, die die Produktionsfirma einreichte, ist jedoch nur die Versicherungssumme von einer Million Dollar angegeben.

Das kann geltend gemacht werden

Was sich erst nach viel Geld anhört, könnte aber nicht ausreichen. Denn Halyna Hatchins war ein aufstrebender Star mit jahrzehntelangem Verdienst vor sich. Sie war auch Mutter und Ehefrau, was ihrem Sohn und ihrem Ehemann ermöglicht, Entschädigung für den Verlust ihrer Zuneigung zu fordern. Dazu kommt, dass Regisseur Joel Souza (48) ebenfalls angeschossen und verwundet wurde. Auch er hätte einen Anspruch auf Schmerzensgeld. Der Gesamtbetrag, den die Versicherung für Hutchins und Souza zahlen würde, ist aber auf sechs Millionen Dollar begrenzt.

Verweigert die Versicherung die Kostendeckung?

Die zu zahlende Summe könnte aber deutlich höher ausfallen. Im Bundesstaat New Mexico können die Geschworenen bei nachweislicher Rücksichtslosigkeit oder mutwilligem Fehlverhalten Strafschadensersatz zusprechen, was die Summe in die Höhe treiben könnte. Dazu kommt, dass Versicherungen typischerweise klare Anforderungen haben. Wird gegen diese verstossen, können die Versicherungen die Deckung verweigern. Die Details zu den Vertragsbedingungen sind nicht bekannt. Da es sich aber um einen Western-Film mit Schiessereien handelt, wird es vermutlich erhöhte Auflagen in Bezug auf Waffen und Munition geben. Sind diese nicht erfüllt worden, zahlt die Versicherung nicht.

Es wird angenommen, dass Hutchins' Familie sowohl Einzelpersonen als auch die Produktionsfirma verklagen wird. Beide wären unabhängig voneinander verantwortlich, wenn sie ein Geschworenengericht für haftbar erklärt. Falls die Angeklagten über kein nennenswertes Vermögen verfügen, sind sie durch die Versicherung abgesichert.

Waffenmeisterin zahlte 2020 eine Abfindung

Besonders hart könnte es Hannah Gutierrez-Reed (24) treffen. Sie war als Waffenmeisterin verantwortlich für die Requisiten. Für sie wäre es innerhalb kurzer Zeit das zweite Mal, dass sie für einen Unfall verantwortlich gemacht wird. Wie «TMZ» berichtet, zahlte Gutierrez-Reeds Versicherung 50'000 Dollar an die Eltern eines ihrer Freunde, damit sie nicht verklagt werden kann. Ihr Kollege Tyler Dyer starb im August 2020 bei einem Motorradunfall. Doch was hat Hannah Gutierrez-Reed damit zu tun?

Gemeinsam mit Dyer und ihrem Bruder Aaron Butcher war sie auf einer Party. Die beiden Männer wollten dann Motorrad fahren. Gutierrez-Reed gab ihrem Bruder ihr Motorrad, obwohl sie sah, dass beide zuvor vier bis fünf Bier getrunken hatten. Das gab sie später gegenüber der Polizei zu. Butcher war bereits wegen Trunkenheit am Steuer auf Bewährung und durfte nur Fahrzeuge mit einem an der Zündung angebrachten Alkoholtester fahren. Das war bei Gutierrez-Reeds Motorrad nicht der Fall. Nach Angaben der Polizei war Dyer zu schnell unterwegs, als er abbog und mit seinem Töff gegen eine Mauer prallte, während Butcher versuchte, ihm auszuweichen und dabei Gutierrez-Reeds Motorrad zu Schrott fuhr. (bsn)