Switzerland

Auch im Freiamt ein Ärgernis: Plastik landet im Grüngut

Die Grünabfuhr ist für alle eine gute Sache. Die Bürger müssen weniger Kehrichtgebühren zahlen, die Bauern und Gärtner bekommen hochwertigen Kompost für ihre Felder und Gärten, und für die Kompostieranlagen gibt es Arbeit. So gut das klingt, hat auch dieses System seine Probleme. In diesem Fall sind es die Leute, die nicht kompostierbaren Abfall, wie Plastik, in die Biotonne schmeissen.

«Die Fremdstoffe aus dem Grüngut zu entfernen, ist ein riesiger Aufwand», sagt Thomas Stutz, Betriebsleiter der Kompostieranlage Gunzenbühl in Berikon. Die Fremdstoffe können nicht im Kompost bleiben. «Wir müssen so gut wie möglich verhindern, dass Plastik in die Natur gelangt», sagt er. «Bei unserer Kompostierung werden alle Materialien geschreddert. Dabei wird auch der Plastik zerkleinert und kann so auf die Felder gelangen.»

Aufkleber kann schweizweiten Erfolg verzeichnen

In Berikon nimmt man sich diesem Thema schon seit längerem an, deshalb ist das Problem nicht ganz so gross wie in anderen Gemeinden, wie Stutz berichtet. Trotzdem müssen auch sie dran bleiben. «Eine Aktion, die wir ins Leben gerufen haben, sind die Containerkleber, die auch andere Gemeinden zum Selbstkostenpreis bei der Gemeinde Berikon bestellen können», sagt Stutz.

«Wir haben sie übersichtlich und auffällig gestaltet, sodass ohne viele Worte für jeden sofort erkennbar ist, was in den Container gehört und was nicht.» Der Kleber, der UV-beständig ist und über mehrere Jahre hält, ist bereits in vielen Regionen in der Schweiz erfolgreich im Einsatz.

Eine grosse Rolle spielen auch die Composäcke. Diese sind biologisch abbaubar und ermöglichen, das Grüngut direkt darin zu entsorgen. Man braucht keinen weiteren Behälter zu Hause zu haben. Dafür bringen sie für die Kompostieranlage einen grossen Nachteil mit sich: Ohne sie zu öffnen, kann man den Inhalt nicht erkennen.

«Das Problem ist, dass die Leute zusammen mit den Rüstabfällen oftmals auch gleich Kaffeekapseln, Margarinenschalen, Orangennetze und weiteres im Grüngutbeutel entsorgen. Composäcke werden teilweise sogar gezielt missbraucht, um Kehricht im Grüngut zu entsorgen», sagt Thomas Stutz. «Dank unseren Aufklebern konnten wir die Situation verbessern, es ist aber immer noch ein Problem.»

Fabian Wurz, Geschäftsführer der Hufschmid Grüngutverwertung in Nesselnbach, rät von den Säcken sogar ganz ab. Sie haben über 30 verschiedene Gemeinden, die ihren Dienst beanspruchen, darunter auch viele aus dem Freiamt. Wurz betont ebenfalls: «Man hat zwar den Komfort, aber für uns sind sie problematisch, da wir nicht sehen, was darin ist. Der Abfall, der im Grüngut landet, muss durch mühsame Handarbeit wieder aussortiert werden.»

Eine harte aber effektive Lösung wäre das Verbot der Säcke. Thomas Stutz sagt: «Das Problem dabei ist, dass, obwohl sich die Mehrheit daran hält, alle bestraft werden.» Um so eine Kollektivbestrafung zu verhindern, ist mehr Zivilcourage gefragt. «Hat man den Verdacht, dass jemand die Grünabfuhr missbraucht, sollte man nicht wegsehen, sondern etwas dagegen unternehmen», so Stutz.

Hart aber effektiv: Grüngutcontainer ganz entfernen

«In Problemquartieren haben wir teilweise sogar die Grüngutcontainer ganz entfernt», erzählt Stutz. «Diese Methode ist zwar sehr erfolgreich, aber auch hier wird wieder die Mehrheit, die sich daran hält, mitbestraft.» Ein ähnliches System verwendet die Hufschmid Grüngutverwertung.

«Wir haben ein sogenanntes Ampel-System», erklärt Fabian Wurz. «Wird in einem Container Fremdabfall gefunden, bekommt er einen orangenen Aufkleber als Verwarnung. Kommt dies ein zweites Mal vor, wird der Container mit einem roten Sticker versehen und in Zukunft stehengelassen.»

Informieren ist die beste Lösung gegen Missbrauch

Die beste Lösung, um den Missbrauch der Grünabfuhr zu verhindern, sehen Fabian Wurz und Thomas Stutz in der Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung. Dies kann ganz unterschiedlich ausfallen, solange der Ertrag der gleiche ist. Thomas Stutz setzt dabei auf die regelmässige Informierung über die Medien, auf die Containeraufkleber, aber auch auf Führungen beispielsweise für Schulen.

Fabian Wurz veranstaltet in den Gemeinden, die seine Dienste beanspruchen, regelmässig Kampagnen. «Etwa alle ein bis zwei Jahre verteilen wir Flyer und informieren über den richtigen Umgang mit dem Grüngut. Man merkt sofort, dass, wenn man nicht mehr ganz so präsent ist, das Problem wieder zunimmt.»

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