Switzerland

Aktionäre stimmen dem Einstieg von Murdoch bei der MCH Group zu, aber die Sache ist damit noch nicht geritzt

MCH-Anteilseigner sind dem Verwaltungsrat gefolgt und haben den Einstieg von James Murdoch gutgeheissen. Vollzogen werden können die Beschlüsse allerdings vorläufig nicht, denn ein unzufriedener Aktionär hat eine Handelsregistersperre erwirkt.

James Murdoch scheint die erzkonservativen Ansichten seines Vaters nicht zu teilen. Das wird ihm das Mitreden in Basel einfacher machen.

James Murdoch scheint die erzkonservativen Ansichten seines Vaters nicht zu teilen. Das wird ihm das Mitreden in Basel einfacher machen.

Christophe Morin / Bloomberg

Die Sanierung der Art-Basel-Veranstalterin MCH Group ist am Montag einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Die Aktionäre haben dem Einstieg von James Murdoch als neuem Ankeraktionär an einer ausserordentlichen Generalversammlung (GV) mit etwas über 70% zugestimmt. Notwendig war eine Zweidrittelmehrheit.

Damit hat sich der Verwaltungsrat durchgesetzt, der in der Beteiligung von Murdoch bzw. dessen Investmentgesellschaft Lupa Systems den geeigneten Weg sieht, um die schlingernde und von der Corona-Krise stark mitgenommene Messeveranstalterin finanziell zu stärken und strategisch wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Knappes Resultat

Knapp unterlegen ist der Vermögensverwalter Erhard Lee, dessen Fonds 9,8% der Aktien hält und der die Sanierung auf diesem Weg abgelehnt hatte. Lee war mit seinem Widerstand allerdings nicht allein: Fast 30% der Stimmen und damit die Mehrheit der privaten Aktionäre votierten in seinem Sinne (die öffentlichrechtlichen Aktionäre halten zusammen 49% der Aktien).

Gäbe es keine Vinkulierungsvorschriften, welche die Stimmrechte der privaten Aktionäre auf 5% beschränken (im Gegensatz zu den Stimmrechten der öffentlichrechtlichen Aktionäre), wäre die Zweidrittelmehrheit in Gefahr gewesen.

Auch wenn die GV im Sinne des Verwaltungsrats gestimmt hat: Noch ist der Einstieg von Murdoch nicht in trockenen Tüchern. Der Grund ist, dass Lee bereits am vergangenen Freitag eine vorsorgliche Eintragungssperre beim Handelsregister beantragt hatte, wie er auf Anfrage bestätigt. Die Beschlüsse der GV und die neuen Stimmrechtsverhältnisse können somit nicht eingetragen werden. Damit sind sie nicht rechtsgültig bzw. können nicht vollzogen werden.

Die vorsorgliche Sperre wurde im Hinblick auf eine Anfechtungsklage gegen die GV und ihre Entscheide getätigt. Laut Lee geht es um den Schutz der Minderheitsaktionäre und die Wandlung eines 30-Mio.-Fr.-Darlehens des Kantons Basel-Stadt in Aktien der MCH Group. Dadurch sei der Anteil aller übrigen Aktionäre in nicht vertretbarem Mass verwässert worden.

Ebenfalls hängig ist eine Klage Lees zu einem Entscheid der Übernahmekommission (UEK) über eine Benachteiligung der Minderheitsaktionäre gegenüber dem Kanton Basel-Stadt. Die UEK hatte am 15. Juli zwei sogenannte Opting-up-Klauseln genehmigt, denen die GV nun am Montag ebenfalls zugestimmt hat. Diese besagen, dass weder der Kanton Basel-Stadt noch Murdoch bei einer Überschreitung der 33,3%-Schwelle allen Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot machen müssen. Mit den juristischen Schritten will Lee den Verwaltungsrat an den Verhandlungstisch zwingen.

Zeitverlust zur Unzeit

Es ist zu hoffen, dass sich die Lage bei der MCH Group möglichst rasch klärt. Denn eine Blockade, wie sie nun besteht und noch Monate anhalten könnte, kann sich die Messebetreiberin derzeit nicht leisten. Letzte Woche hatte die Gruppe bekanntgegeben, dass sie für das Geschäftsjahr 2020 mit einer noch stärkeren Umsatzeinbusse rechnet als zuvor kommuniziert.

Neu ist von einem Rückgang um 230 bis 270 Mio. Fr. die Rede, statt von 130 bis 170 Mio. Fr. Zudem wird mit einem Jahresverlust im höheren zweistelligen Millionenbereich gerechnet. Die 104,5 Mio. Fr., die der MCH Group durch die beiden am Montag beschlossenen Kapitalerhöhungen zufliessen sollen, werden dringend benötigt.

Sinnvoll wäre auch, wenn der neue Verwaltungsrat, in dem gemäss GV-Beschluss künftig auch drei Vertreter von Lupa Systems (inklusive James Murdoch) Einsitz nehmen sollen, seine Arbeit raschestmöglich aufnehmen könnte. Solange die Handelsregistersperre besteht, ist jedoch auch dieser Schritt blockiert.

Murdoch im VR

Anders als zu Beginn der Diskussionen um eine Beteiligung von James Murdoch sind es derzeit nur noch die Modalitäten des Einstiegs, über die gestritten wird. Die Person von James Murdoch bzw. die Tatsache, dass er dem Murdoch-Clan angehört, ist kein Thema mehr.

Mittlerweile ist auch klar, dass James Murdoch die konservativen Ansichten seines Vaters nicht teilt. Bereits im Januar hatte er gemäss Medienberichten News Corp und Fox dafür kritisiert, im Zusammenhang mit den Buschbränden in Australien den Klimawandel geleugnet zu haben.

Am vergangenen Wochenende wurde nun bekannt, dass James Murdoch mit sofortiger Wirkung seinen Sitz im Vorstand des väterlichen Medienkonzerns News Corporation (News Corp) niedergelegt hat. Als Grund nannte er laut Agenturen in einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht Meinungsverschiedenheiten über bestimmte redaktionelle Inhalte sowie über andere, strategische Entscheidungen.

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