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Acht Fragen zum Impfstart: Kann man sich nach der Impfung noch infizieren?

Die Briten werden als Erste in der westlichen Welt gegen das Coronavirus geimpft. Aber auch in der EU und in den USA dürfte das Vakzin bald zugelassen werden. Antworten auf die drängendsten Fragen.

Ein grosser Erfolg für die deutsche Biotech-Firma BioNTech, deren Hauptsitz in Mainz ist.

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Foto: Reuters

Wovor schützt der Impfstoff?

Ersten Analysen zufolge schützt «BNT162b2» mit 95-prozentiger Wirkung vor einer Covid-19-Erkrankung. Anders als viele hoffen, schützt der Impfstoff nach derzeitiger Kenntnis jedoch nicht vor einer Ansteckung. Das bedeutet, dass ein Geimpfter sich, Stand jetzt, noch immer infizieren kann. Er wird nur sehr wahrscheinlich wenig davon merken und nicht ins Krankenhaus oder gar auf die Intensivstation müssen. Wer geimpft ist und sich infiziert, kann das Virus aber vermutlich weitergeben. Eine Impfung bedeutet daher nicht, dass auf Schutzmassnahmen verzichtet werden kann. Zumindest so lange, bis erwiesen ist, dass das Vakzin auch die Ansteckung verhindert. Oder bis der Grossteil der Bevölkerung geimpft ist.

Ab wann wirkt der Impfstoff, und wie lange hält der Schutz an?

Biontech hat sich für seine Analyse der Wirksamkeit in der Zulassungsstudie auf einen Zeitpunkt eine Woche nach der zweiten Impfung festgelegt. Das bedeutet, dass die beobachtete Wirksamkeit von 95 Prozent vier Wochen nach Gabe der ersten Dosis eintritt und für diesen Zeitpunkt auch belegt ist. Ob und wie gut der Impfstoff schon vorher schützt, ist bislang nicht bekannt. Es wird deshalb wichtig sein, dass sich besonders gefährdete Menschen auch nach der ersten Impfdosis schützen – und dass auch das Umfeld vorsichtig bleibt, um die frisch Geimpften nicht kurz vor dem Ziel noch in Gefahr zu bringen. Nach vier Wochen ist dann zunächst von einem guten Schutz auszugehen, der mehrere Monate und vielleicht länger anhält. Daten zu grösseren Zeiträumen gibt es bislang nicht. Die Probanden der Studie sollen jedoch für zwei Jahre weiter beobachtet werden.

Was ist das Besondere am Impfstoff?

Bislang wurden Impfstoffe meist aus den Erregern hergestellt, vor denen sie schützen sollen. Auch viele Ansätze für eine Corona-Impfung nutzen abgeschwächte oder vermehrungsunfähige Sars-CoV-2-Viren als Grundlage. Biontechs Vakzin dagegen verfolgt einen neuartigen Ansatz: Der Impfstoff enthält kein Virus, sondern sogenannte Boten-RNA. Solche RNA kommt auch natürlicherweise im Körper vor. Dort dient sie als Bote zwischen der genetischen Information im Erbgut und den Eiweissfabriken der Zellen, welche nach Anleitung der Boten-RNA zum Beispiel Enzyme oder Muskelproteine herstellen können. Biontech nutzt diesen zentralen biologischen Mechanismus und schickt als Impfstoff einen eigenen Boten ins Gewebe. Der Impfstoff besteht ausschliesslich aus in Fettkügelchen verpackter Boten-RNA. Sie enthält den Bauplan für ein markantes Virus-Eiweiss. Die Zellen des Körpers stellen es her und produzieren auf diese Weise ihren eigenen Impfstoff. Das Immunsystem wird auf diese Protein trainiert und kann eine Infektion mit dem echten Virus abwehren.

Gibt es bekannte Nebenwirkungen?

Viele Menschen vertragen Impfungen ohne Probleme. Andere zeigen typische Nebenwirkungen. Da einige der aktivierten Immunzellen Stoffe abgeben, kann das zur Produktion weiterer Entzündungsmediatoren führen, wenn diese vermehrt in den Kreislauf gelangen. Eine systemische Reaktion ist die Folge. Akteure des Abwehrsystems und die Leber halten das Entzündungsgeschehen aufrecht. Dann kann es zu Allgemeinsymptomen wie Fieber, Erschöpfung, Kopf- und Gliederschmerzen kommen. Es gibt Hinweise, dass generelle Beschwerden nach Gabe RNA-basierter Impfstoffe etwas stärker ausfallen können. Ob, wie oft und wie ausgeprägt die Symptome vorkommen, ist schwer vorherzusagen und individuell unterschiedlich. Deswegen werden allgemein nach Impfungen ein, zwei Tage Ruhe empfohlen. Zumeist verschwinden die Beschwerden nach wenigen Tagen wieder.

Sind Langzeitrisiken überhaupt schon abschätzbar?

Da es bisher noch keine Impfung gegen Sars-CoV-2 ausserhalb von Studien oder begrenzten Zulassungsversuchen gibt, kann noch nichts über mögliche Langzeitfolgen gesagt werden. Nie zuvor in der Geschichte der Medizin ist innerhalb so kurzer Zeit ein Impfstoff entwickelt worden. Dadurch ist die Möglichkeit, mittel- und langfristige Auswirkungen zu beobachten, schlicht nicht gegeben.

Warum ging die Entwicklung so schnell?

Als im Januar feststand, mit welcher Art Erreger es die Welt zu tun hat, machten sich diverse Impfstoffentwickler direkt an die Arbeit. Im Falle der RNA-Impfstoffe braucht es dazu nicht mehr als die genetische Sequenz des Virus. Die genügt bei diesem Ansatz, um einen passgenauen Impfstoff zu designen. Aus dem genetischen Virus-Bauplan lässt sich ablesen, mit welchem Erkennungsmolekül die Erreger in Zellen eindringen. Das Immunsystem muss nur einen Teil dieses Moleküls präsentiert bekommen, um Abwehrkräfte dagegen und damit gegen den Erreger zu entwickeln. Das Konzept der RNA-Impfstoffe ist bereits älter, daher konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler es leicht an den neuen Erreger anpassen.

Wann wird der Impfstoff in der EU zugelassen?

Die europäische Arzneimittelagentur EMA erklärte am Dienstag, den Antrag von Biontech und Pfizer mit hoher Priorität zu bearbeiten. Eine Entscheidung könne «innerhalb von Wochen» fallen. Nach bisheriger Planung soll das wissenschaftliche Komitee der Behörde spätestens am 29. Dezember abschliessend beraten. Die US-Zulassungsbehörde FDA hat das entscheidende Treffen ihres Beraterkomitees für den 10. Dezember angesetzt. Die Behörde hat für den Zulassungsprozess etwa drei Wochen veranschlagt. Ein bis zwei Wochen später wollen beide Institutionen über den Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna entscheiden.

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