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600'000 Reisende betroffen: Thomas Cook stellt Geschäft ein

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Alle Flüge des Touristikkonzerns sind gestrichen worden. Es wird nun eine Rückholaktion für die Reisenden gestartet.

Der Touristikkonzern Thomas Cook hat nach Angaben der britischen Behörden das Geschäft eingestellt. Alle Flüge seien daher gestrichen worden, teilte die britische Flugbehörde in der Nacht auf Montag mit. Man starte eine Rückholaktion für Urlauber.

Der in eine finanzielle Schieflage geratene Reisekonzern steht vor der Zwangsliquiditation. Ein entsprechender Insolvenzantrag vor Gericht sei gestellt worden, teilte das Unternehmen am Montagmorgen auf seiner Website mit.

Von der Pleite des Konzerns, der im deutschsprachigen Raum mit der Fluglinie Condor und der Marke Neckermann Reisen präsent ist, sind insgesamt rund 600'000 Touristen betroffen.

Man habe keine Alternative gehabt, als mit sofortiger Wirkung das Konkursverfahren einzuleiten, heisst es in der Mitteilung. Thomas Cook war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, ein Rettungsversuch ist in letzter Minute gescheitert.

Condor will weiter planmässig fliegen

Dutzende Flugzeuge im Konzern sind für den deutschen Ferienflieger Condor im Einsatz. Dieser teilte in der Nacht auf seiner Website mit, die Flüge fänden planmässig statt. Aus Condor-Kreisen verlautete in der Nacht, mit der deutschen Regierung werde über einen Überbrückungskredit verhandelt.

Der zweitgrösste Reisekonzern der Welt hatte das ganze Wochenende um eine Abwendung der Insolvenz gerungen, nachdem eine Finanzierung in Höhe von umgerechnet 250 Millionen Franken (200 Millionen Pfund) nötig geworden war.

Ruinöser Preiskampf

Der 1841 gegründete Reiseveranstalter Thomas Cook betrieb Hotels, Ferienressorts, Airlines und veranstaltete Kreuzfahrten. Von den 105 Flugzeugen im Konzern fliegen 58 für den deutschen Ferienflieger Condor. Weltweit hat Thomas Cook rund 21'000 Mitarbeiter in 16 Ländern.

Das Unternehmen war in den vergangenen Jahren immer wieder in Schieflage geraten. Bereits 2012 retteten mehrere Banken den Konzern nach immensen Abschreibungen auf das britische Geschäft und IT-Systeme mit frischem Geld vor dem Untergang. Auch dadurch sitzt Thomas Cook auf einem Schuldenberg in Milliardenhöhe und ächzt unter der hohen Zinslast.

Der jüngste Preiskampf im Reise- und Fluggeschäft machte dem Unternehmen nun den Garaus. Hinzu kam die anhaltende Unsicherheit um den Brexit, die die Urlaubsfreude der britischen Kundschaft dämpfte.

(chk/sda)

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