Switzerland

4 Gründe, warum in Asien kaum jemand geimpft ist

In Tokio sollen schon bald die Olympischen Sommerspiele stattfinden – doch die Impfquote in Japan ist tief.

In Tokio sollen schon bald die Olympischen Sommerspiele stattfinden – doch die Impfquote in Japan ist tief.

Bild: keystone

4 Gründe, warum in Asien kaum jemand geimpft ist

Rund 1,5 Milliarden Impfdosen gegen Covid-19 wurden weltweit bis heute verteilt. Die meisten davon erhielten Personen aus Europa und den USA. In Asien geht's kaum vorwärts – und jetzt steigen dort auch noch die Fallzahlen.

13,7 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist vollständig geimpft, weitere 13,2 Prozent haben zumindest eine Impfdosis erhalten. Weltweit sind es laut der Johns Hopkins University nur gerade knapp 4,5 Prozent vollständig Geimpfte – nochmals gleich viele sind teilweise geimpft.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Den Schnitt nach oben ziehen Länder in Nordamerika (23 Prozent vollständig geimpft) und Europa (12 Prozent vollständig geimpft). Nebst Afrika und Ozeanien fällt vor allem Asien mit einer sehr tiefen Impfquoten auf – immerhin wohnt rund die Hälfte der Weltbevölkerung auf diesem Kontinent. Mitte Mai sind in ganz Asien erst 1,9 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Ein detaillierter Blick auf das Impftempo der asiatischen Länder zeigt: Nur gerade China bewegt sich über dem weltweiten Durchschnitt. Japan, Südkorea, die Philippinen und Vietnam verimpfen alle nur wenige Dosen pro Einwohner.

Doch auch in China ist das Tempo tiefer als in der Schweiz. Zwar versucht die Regierung mit Anreizen die Impfquoten zu erhöhen – das Ziel von einer Impfquote von 40 Prozent bis Ende Juni scheint allerdings unrealistisch.

Eine Prognose der britischen «Economist Intelligence Unit» von Anfang Jahr rechnet damit, dass Europa und die USA bis Ende dieses Jahres mit dem Impfprozess durch sind. Länger dauert es in Afrika – und eben auch in Asien. In manchen Ländern rechnen die Experten damit, dass die Impfungen erst 2023 abgeschlossen sind.

Wann werden welche Länder vollständig geimpft sein?

Schätzung der britischen «Economist Intelligence Unit» vom Januar 2021.

Schätzung der britischen «Economist Intelligence Unit» vom Januar 2021.

Bild: The Economist Intelligence Unit / watson

Doch es gibt auch einige Ausnahmen auf dem asiatischen Kontinent: Arabische Länder, die Mongolei, Bhutan und selbstverständlich Impfvorreiter Israel weisen eine hohe Quote aus. Es handelt sich dabei jedoch nicht um die bevölkerungsstärksten asiatischen Länder.

Dass zumindest ein Teil der Bevölkerung durch eine Impfung geschützt ist, könnte in den kommenden Wochen wichtiger werden – denn in einigen asiatischen Ländern steigen die Zahlen wieder an.

So erleben beispielsweise Vietnam, Thailand und Taiwan aktuell Infektionswellen mit rekordhohen Fallzahlen. Auch in Japan steigen die Fallzahlen seit März kontinuierlich an – und in drei Monaten stehen die Olympischen Sommerspiele an.

Auch Indien erlebte einen exponentiellen Anstieg und erlebte schwere Tage. Inzwischen scheint der Trend gebrochen und die Zahlen zeigen zumindest wieder nach unten.

Die Gründe für die tiefen Impfquoten in Asien

1. Vorsicht statt Eile

Im Vergleich zu Europa sind viele asiatische Länder offiziell mit vergleichsweise wenigen Todesopfern durch die aktuelle Pandemie gekommen. Dank rigorosen Massnahmen konnten sie die Fallzahlen tief halten. Entsprechend lassen sie sich Zeit beim Impfen und wollen erst sehen, wie sich die Impfstoffe in der Realität beweisen.

So sagte beispielsweise Südkoreas Premierminister Chung Sye-kyun, dass man absichtlich erst Ende Februar mit dem Impfen begonnen habe, um zuerst Daten aus anderen Ländern zu sammeln. Dass man die Impfungen verschlafen habe, weist er von sich – zu einer BBC-Journalistin sagte er: «Sie wissen, dass Koreaner Meister der Schnelligkeit sind.»

Etwas abwarten wollte man laut Aussagen von Regierungsmitarbeitern auch in Singapur, Kambodscha und Vietnam. Inzwischen scheint man aber von der Wirksamkeit der Impfung überzeugt zu sein – Südkorea will bis im Herbst die Herdenimmunität erreichen.

Ähnliche Argumentationen für den späten Impfstart gibt es übrigens auch aus Australien und Neuseeland.

2. Impfung ist nicht die gängige Lösung

Viele asiatische Länder sind Pandemie-erprobt. So erinnern sich beispielsweise viele Chinesen noch gut an die SARS-Pandemie von 2003. Sie hat sich weltweit ausgebreitet und mehr als 800 Tote gefordert.

Mit strikten Hygieneregeln und Kontakteinschränkungen konnte man vergangene Pandemien unter Kontrolle bringen. So gibt es bis heute keine Impfung gegen SARS. Für viele Asiaten ist die Impfung daher nicht der offensichtliche Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen eine Pandemie.

3. Grosse Impfskepsis

Japan, das im Sommer den grössten Sportevent der Welt austragen soll, kämpft mit einer grossen Impfskepsis. Seit mehreren Jahrzehnten weisen die Japaner eine der weltweit tiefsten Impfzustimmung aus.

Auch in China scheint es eine gewisse Impfskepsis zu geben. Mitte April befeuerte Chinas oberster Beamter für die Pandemiebekämpfung die Skeptiker als er sagte, dass die bestehenden Impfstoffe (vorwiegend Sinopharm und Sinovac) nur ein geringes Schutzniveau bieten und dass das Mischen verschiedener Impfstoffe für einen höheren Schutz in Betracht gezogen werden soll. Nach der durch diese Aussage ausgelösten Unsicherheit meinte er zwar, dass «seine Kommentare völlig falsch interpretiert worden seien» – ein Teil des Schadens war aber bereits angerichtet.

Auch in den Philippinen wollen sich viele Menschen nicht impfen lassen. Grund dafür ist unter anderem eine Gesundheitskrise mit dem Impfstoff Dengvaxia, der im Jahr 2016 eingeführt wurde, um sich vor dem Dengue-Fieber zu schützen. Zwei Jahre später wurde er plötzlich vom Markt genommen, nachdem einige geimpfte Kinder gestorben sind. Seither ist das Vertrauen in die philippinische Regierung und in deren zugelassene Impfungen generell deutlich gesunken – als Folge erlitten die Philippinen im Jahr 2019 einen heftigen Masernausbruch.

4. Finanzielle Vorteile

Auch Geld kann Grund für eine Impf-Verzögerung sein: Südkoreas Gesundheitsminister Park Neung-hoo hat schon im November angekündigt, dass man bei den tiefen Fallzahlen beruhigt darauf warten kann, dass man die Impfdosen zu einem angemessenen Preis einkaufen kann.

Football news:

Todin erinnert sich an die Euro 2004: Er hätte sich beinahe in die Fugen geschlagen, sich gegen den jungen Cristiano verteidigt und die Aufregung des Brückenbauers verstanden
Gareth Southgate: Wir dürfen keine Fußball-Snobs sein. Englands Trainer Gareth Southgate hat sich für das Spiel seiner Mannschaft gegen Kroatien 2020 ausgesprochen
Leonid Slutsky: Immer noch sicher, dass die Nationalmannschaft von Finnland-der Außenseiter unserer Gruppe. Sie hatten großes Glück gegen Dänemark
Ich bin kein Rassist! Arnautovic entschuldigte sich für Beleidigungen gegen Spieler aus Nordmazedonien
Gary Lineker: Mbappé ist ein Weltstar, er wird Ronaldo ersetzen, aber nicht Messi. Leo macht Dinge, die andere nicht können
Der spanische Fan fährt seit 1979 zu den Spielen der Nationalmannschaft. Er kam mit der berühmten Trommel zur Euro (hätte ihn während des Lockdowns verlieren können)
Ronaldo hat bei der Pressekonferenz die Sponsorencoca Cola weggeräumt. Cristiano ist hart gegen Zucker - wirbt nicht einmal damit Und verbietet dem Sohn, Limonade zu trinken