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4 Gründe, warum der Entscheid um die Kampfjets so knapp ausfiel

Urs Bieri, Co-Leiter des Forschungsinstituts gfs.bern, liefert Einschätzungen zum Abstimmungssonntag. Bild: watson

4 Gründe, warum der Entscheid um die Kampfjets so knapp ausfiel

Vor einer Woche schien Bundesrätin Viola Amherd klare Siegerin im Abstimmungskampf um neue Kampfjets. Mit 50,1 Prozent Zustimmung fällt das Resultat derart knapp aus, dass sie nochmals über die Bücher muss. GfS-Politologe Urs Bieri erklärt die Gründe für den hauchdünnen Entscheid.

Um 17 Uhr stand das Resultat: Mit 8670 Stimmen Vorsprung sagten die Schweizer Stimmberechtigten Ja zum 6-Milliarden-Kredit für neue Kampfjets. Ein hauchdünnes Ergebnis, nachdem in den Wochen vor der Abstimmung von einer soliden Mehrheit für die Vorlage ausgegangen wurde.

Urs Bieri, Co-Leiter des Forschungsinstituts gfs.bern nennt 4 Gründe, warum es am Sonntag dennoch so knapp wurde.

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Die Corona-Folge

Auch ohne die Corona-Pandemie wäre die Kostenfrage bei der Kampfjet-Abstimmung auf jeden Fall eine wichtige gewesen, ist sich Bieri sicher. Die Diskussion hätte sich darum gedreht, ob man so viel Geld in die Schweizer Luftwaffe investieren will. «Am Schluss wäre es wohl auf eine bequemere Mehrheit für den 6-Milliarden-Kredit hinausgelaufen» sagt er.

Doch mit Corona sah das Resultat zuletzt knapper aus, als gedacht. Dass ein hauchdünner Anteil von 50,1 Prozent den Kampfjets zustimmte, liege wohl daran, dass so manch einer, der sich aufgrund der drohenden Wirtschaftskrise und der Ausfälle von Steuersubstrate gefragt habe: «Können wir uns das wirklich leisten?» Gerade in städtischen Regionen sei die Pandemie einer der Gründe gewesen, weshalb das Ja so knapp ausfiel.

Kritische Frauen

Es ist nicht oft so, dass Frauen anders stimmen als Männer. Bei ökologischen Themen sei das beobachtbar, manchmal auch bei ethischen und eben militärischen Fragen, sagt GfS-Politologe Bieri.

Er geht davon aus, dass der Unterschied zwischen dem Ja von Männern und Frauen 10 bis 15 Prozentpunkte ausmachten. «Dass Frauen bei Militärfragen kritischer sind, sah man schon bei der Gripen-Abstimmung.» Damals stimmten 47 Prozent aller Frauen dem Kampfjet-Kauf zu, während dieser Anteil bei den Männern 53 Prozent betrug. Gerade bei solch knappen Resultaten könnten Frauen dann das Zünglein an der Waage sein. Das am Sonntag zwar nicht der Fall, doch die Ablehnung der Frauen war laut Bieri einer der Gründe für den hauchdünnen Sieg.

Linke Städte

Es seien gleich mehrere Vorlagen gewesen, bei denen sich altbekannte Stadt/Land-Graben aufgetan habe, sagt Bieri. Insbesondere bei der Begrenzungsinitiative und beim Jagdgesetz hätten die Städter anders gestimmt als die Land-Regionen. «In der Folge davon macht sich dieser Graben auch bei der Kampfjet-Abstimmung bemerkbar», so Bieri.

Gerade auch, weil in den Städten die Mobilisierung überdurchschnittlich stark ausgefallen sei. Und weil Städte tendenziell links stünden, hätten die linken Vorlagen insgesamt von der höheren Mobilisierung profitieren können.

Hohe Mobilisierung

Was Bieri gleich zum nächsten Punkt führt: Weil die Stimmbeteiligung ausserordentlich hoch war, habe das zu einem knapperen Resultat geführt. Laut den aktuellsten Resultaten nahmen 59 Prozent aller Stimmberechtigten an der Abstimmung teil. Die zusätzliche Mobilisierung habe insbesondere regierungskritische Leute an die Urne gebracht.

Es seien allerdings nicht die Kampfjet-Gegner gewesen, die stärker zu mobilisieren vermochten, sagt Bieri. «Es war eine linke Mobilisierung, die auch bei den Kampfjets ihre Spuren hinterliess und zu diesem knappen Resultat führte.»

Die F/A-18 der Schweizer Luftwaffe

Kampfjet-Abstimmung: Ein Überblick im Video

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