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Ex-Tennis-Ass wegen sexueller Nötigung verurteilt: Allegro bleibt Coach von Tennis-Talent

Oktober 2014 in Tallin, der Hauptstadt Estlands. Ex-Tennis-Ass Yves Allegro ist in seinem Hotelzimmer. Nicht alleine, sondern mit einer Trainerkollegin aus Österreich. Sie haben eine «Beizentour» hinter sich. Was dann geschieht, ist unklar. «Meine letzte Erinnerung ist, dass ich einen Alkohol-Shot getrunken habe und dann auf die Tanzfläche gegangen bin», sagt Allegro.

Heute, siebeneinhalb Jahre später, ist Allegro ein verurteilter Mann. Das Walliser Kantonsgericht hat eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten ausgesprochen. Er habe die Frau wohl nicht vergewaltigt, so das Urteil.

Gleichzeitig kommt man zum Schluss, dass der ehemalige Doppel-Spezialist – er gewann einst ATP-Turniere zusammen mit Roger Federer – Gewalt angewendet habe, um die Frau zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Sie erinnerte sich, 48 Stunden nach der Nacht, an das Kneifen ihrer Brustwarzen, das Einführen eines Fingers oder eines unbekannten Gegenstands in ihren Anus und Ohrfeigen. Allegro selbst meinte bereits erstinstanzlich: «Ich war nie gewalttätig gegenüber jemandem.» Für ihn sei die Situation «unfassbar».

«Ein hervorragender Coach»

20 Monate bedingt – das ist weniger als beim Bezirksgericht Siders, welches in erster Instanz zwei Jahre bedingt verhängte. Die Verteidigung hatte auf einen Freispruch, die Staatsanwaltschaft auf drei Jahre Knast plädiert. «Wir analysieren momentan das Urteil. Es ist noch nicht klar, ob wir vor Bundesgericht ziehen», sagt Harald Gattlen, Anwalt der Anklägerin, zu Blick.

Früher war Allegro bei Swiss Tennis als Trainer engagiert. Dieses Engagement wurde im Juni 2020 beendet. Seit März 2022 trainiert der Walliser das Schweizer Nachwuchstalent Leandro Riedi (20). Wie Swiss Tennis gegenüber Blick erklärt, wird der in der ATP auf Rang 229 liegende Frauenfelder die Zusammenarbeit mit Allegro weiterführen. Riedi selbst will allerdings keinen Kommentar abgeben. Tennis-Experte Heinz Günthardt dagegen meint: «Zum Gerichtsurteil kann ich nichts sagen. Was ich beurteilen kann, ist, dass Yves ein hervorragender Coach ist.»