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Ukraine-Krieg | Russland will dieses Jahr 385.000 neue Soldaten rekrutiert haben

Tag 609: Noch etwa 1.000 Zivilisten in der schwer umkämpften Stadt Awdijiwka. Erneut Vorstandschef von russischem Ölkonzern gestorben. Alle Infos im Newsblog.

Das Wichtigste im Überblick

18.45 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben im laufenden Jahr inmitten des Angriffskrieges auf die Ukraine offiziellen Angaben zufolge 385.000 neue Soldaten rekrutiert. Davon hätten 305.000 Soldaten direkt einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium unterzeichnet, sagte der frühere Präsident Dmitri Medwedew in einem am Mittwoch im Onlinedienst Telegram veröffentlichten Video.

Bei den anderen 80.000 handele es sich um "Freiwillige". Dieser Begriff wird in Russland in der Regel für Kämpfer paramilitärischer Gruppen verwendet. Auch im kommenden Jahr solle die Rekrutierung neuer Soldaten fortgesetzt werden, sagte Medwedew, derzeit die Nummer zwei des russischen Sicherheitsrats. Demnach sollen ein neues Armeekorps, sieben Divisionen, 19 Brigaden, 49 Regimenter und eine Flottille gebildet werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Unabhängig prüfen lassen sich die Angaben aus dem Kreml nicht. Berichte über illegale Rekrutierungen, Mobilmachungen in Gefängnissen sowie Rekrutierungen von Minderjährigen im Ausland weckten bei internationalen Beobachtern in der Vergangenheit Zweifel daran, dass Russland weitere Soldaten für seinen Krieg gegen die Ukraine gewinnen könne.

Russland hatte wegen des Konflikts mit der Ukraine von September 2022 an rund 300.000 Reservisten mobilisiert. Die russische Führung verzichtete aber trotz großer Verluste in der Folge auf eine weitere Mobilisierung. Moskau setzt stattdessen auf eine große Rekrutierungskampagne, um neue Soldaten zu gewinnen. Russland hat nach ukrainischen Angaben rund 400.000 Soldaten im Osten der Ukraine im Einsatz. Die russische Führung macht keine genauen Angaben zur Zahl der eingesetzten Soldaten und zur Zahl der getöteten Soldaten.

Ukraine: Russland stiftet Jugendliche zu Antisemitismus in Ukraine an

18.40 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst (SBU) wirft Russland vor, Minderjährige in der Ukraine zu antisemitischen Straftaten anzustiften. Das geht aus einer Mitteilung des ukrainischen Geheimdienstes hervor. Demnach habe der russische Geheimdienst einen Telegram-Kanal mit rechtsradikalen und antisemitischen Inhalten gegründet und werbe dort aktiv Jugendliche für antisemitische Handlungen an.

In der Region Schytomyr soll etwa ein 15-jähriger Schüler mit "psychologischen Tricks" dazu angestiftet worden sein, ein Mahnmal mit antisemitischen Botschaften zu beschmieren. Überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Der Kreml hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Putin überwacht Militärübung mit ballistischen Raketen

18.35 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat aus der Ferne eine Militärübung mit ballistischen Raketen überwacht. "Unter der Führung des obersten Befehlshabers der russischen Streitkräfte, Wladimir Putin, wurde eine Trainingsübung ausgeführt", erklärte der Kreml am Mittwoch. Dabei seien Boden-, See- und Lufteinheiten der nuklearen Abschreckungskräfte zum Einsatz gekommen und ballistische Raketen und Marschflugkörper abgefeuert worden.

Die Übung erfolgte an dem Tag, an dem das Oberhaus des russischen Parlaments eine Rücknahme der Ratifizierung des Kernwaffenteststopp-Vertrags (CTBT) durch Moskau beschlossen hatte. Vor dem Föderationsrat hatte bereits die Staatsduma für diesen Schritt gestimmt. Das entsprechende Gesetz muss nun noch von Putin unterzeichnet werden, woran kaum Zweifel bestehen.

Der Kernwaffenteststopp-Vertrag sieht ein Ende aller Atomwaffentests vor, nachdem die USA und die Sowjetunion sowie andere Atommächte mehr als 2.000 Atomtests vorgenommen hatten. Der Vertrag wurde 1996 zur Unterzeichnung vorgelegt. Er ist bislang jedoch nicht in Kraft getreten, weil er nicht von hinreichend vielen Ländern ratifiziert wurde. Russland, aber auch Frankreich und Großbritannien haben das Abkommen ratifiziert, die USA und mehrere andere Länder hingegen nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ukrainischer Ministerpräsident trifft Steinmeier

16.33 Uhr: Der ukrainische Ministerpräsident Denys Shmyhal hat sich mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin getroffen. Shmyhal veröffentlichte am Mittwoch einen Beitrag auf Facebook. Darin schreibt er, "Deutschland gehört bei der Unterstützung der Ukraine zu den Spitzenreitern in Europa".