Switzerland

Zweithöchste Gefahrenstufe im Tessin: Starke Schneefälle bringen SBB an ihre Grenzen

Das Tessin versinkt derzeit im Schnee. Die Behörden haben die Bevölkerung aufgerufen, das Haus möglichst nicht zu verlassen.

Der Verkehr ist verlangsamt wegen schneebedeckter Strassen, am Freitag, 4. Dezember 2020, in Stabio.

Der Verkehr ist verlangsamt wegen schneebedeckter Strassen, am Freitag, 4. Dezember 2020, in Stabio.

Francesca Agosta / KEYSTONE/Ti-Press

(sda) Die starken Schneefälle im Tessin haben die SBB am Freitag an ihre Grenzen gebracht. Es sei nicht mehr möglich, den Bahnverkehr auf allen Anlagen aufrecht zu erhalten, teilte sie mit. Auch der Strassenverkehr floss, wenn überhaupt, nur noch zäh.

Der Fernverkehr verkehre bis Betriebsschluss vollständig, hiess es. Den Fahrplan im Regionalverkehr musste die SBB jedoch ausdünnen, wie sie schrieb. Auf den Strecken Erstfeld-Bellinzona, Bellinzona-Locarno und Giubiasco-Chiasso installierte sie ein Shuttlekonzept. Damit bleibe gesichert, dass die Reisenden von A nach B gelangten. Dieses Konzept sollte vorerst bis Betriebsschluss gelten.

In den letzten Stunden fielen im Tessin und in den Bündner Südtälern lokal bis zu einem Meter Schnee. Der Bund hat wegen der Schneemassen in Teilen des Tessins und Graubündens die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Die stärksten Schneefälle wurden laut SRF Meteo in der Nacht von Freitag auf Samstag erwartet. Lokal seien bis anderthalb Meter Neuschnee möglich.

Der Dauerschneefall führte auch auf den Strassen südlich der Alpen zu prekären Verhältnissen. Die A2 im Tessin war laut Viasuisse und TCS am Nachmittag für Lastwagen in beide Richtungen gesperrt. Mehrere Hauptstrassen im Tessin mussten gesperrt werden, ebenso der Autobahnabschnitt zwischen der Raststätte Bellinzona-Süd und dem Monte Ceneri-Tunnel.

Vereinzelt waren Strassenabschnitte auch wegen Erdrutschen oder umgestürzten Bäumen unterbrochen. In Lugano galt stellenweise eine Schneekettenpflicht.

Auch in der Westschweiz führte der Wintereinbruch zu Störungen im Bahnverkehr. Streckenunterbrechungen gab es etwa im Vallée de Joux und an den Rochers-de-Naye im Kanton Waadt oder auch im Jura. Allerdings kamen die Schneefälle in der Romandie mit deutlich weniger Wucht daher als im Tessin.

Markante Südstaulage

Seit Donnerstag Nacht herrscht laut dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) eine markante Südstaulage. Dies führte im Tessin und den Bündner Südtälern zu teilweise starken Schneefällen, auf der Alpennordseite bläst bis Freitagabend der Föhn mit erwarteten Windspitzen bis zu 150 km/h.

Betroffen von den Schneefällen waren im Tessin vor allem die Leventina und der Sottoceneri. Die Niederschläge dürften laut Meteoschweiz gegen Freitagabend unter 800 Metern Meereshöhe in Regen übergehen.

In der Südostschweiz erwartete der Wetterdienst Meteonews bis Sonntag teilweise über einen Meter Neuschnee. Auch im Flachland der Alpennordseite könne es in der Nacht auf Samstag etwas Schnee geben.

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