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Zweimal Bestzeit für Hamilton-Ersatz George Russell

Es muss sich komisch angefühlt haben für George Russell, am zweiten Rennwochenende in Bahrain plötzlich im Cockpit von Lewis Hamilton zu sitzen, dem siebenfachen Weltmeister. Noch am Sonntag hatte der 22-jährige Brite beim elften Saisonsieg seines Landsmanns den Williams als Zwölfter ins Ziel gesteuert und damit auch in seinem 36. Rennen in der Formel 1 die Punkteränge verpasst. Die unverhoffte Chance, bald im besten Auto im Feld Platz nehmen zu dürfen, war für Russell noch weit weg.

Doch dann ging für den Engländer, der seit 2017 dem Nachwuchsförderprogramm von Mercedes angehört, alles ganz schnell. In der Nacht auf Dienstag kam der Anruf von Mercedes-Sportchef Toto Wolff und die Nachricht, dass Hamilton nach einem positiven Corona-Test für das zweitletzte Rennen der Saison ausfallen wird. Der Österreicher sagte zu Russell: "Wir wollen, dass du fährst." Nach einem geschäftigen Dienstag (Russell: "Ich zählte 64 Telefonate) einigte sich Mercedes mit seinem Arbeitgeber Williams über eine Freigabe.

Der Sprung vom Hinterbänkler- zum Weltmeister-Team, er könnte für Russell nicht grösser sein. Anpassungsschwierigkeiten bekundete das Ausnahmetalent aber höchstens neben der Strecke. Dass sein neues Cockpit auf den gut zehn Zentimeter kleineren Hamilton abgestimmt ist, machte die Aufgabe nicht einfacher. Doch Russell liess sich davon nicht beirren und fuhr in den beiden Trainings jeweils vor Max Verstappen im Red Bull die Bestzeit. Valtteri Bottas (4. und 11.), sein neuer, temporärer Teamkollege bei Mercedes, liess Russell zweimal hinter sich. Damit befeuerte er die Kritiker, die 2021 nicht den Finnen sondern Russell im Silberpfeil sehen wollen.

Dass Russell über viel Talent verfügt, ist kein Geheimnis. Nicht wenige trauen dem Formel-2-Meister von 2018 dereinst den WM-Titel zu. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Fürs Nächste stehen seine Chancen aber gut, dass er am Sonntag im Cockpit von Weltmeister Hamilton endlich seine ersten WM-Punkte in der Formel 1 einfahren kann.

Neue Strecke, viel Verkehr

In Bahrain kommt es zum dritten Mal in dieser Saison zu einem Doppel-GP. Anders als in Spielberg und Silverstone unterscheiden sich die beiden Rennen in der Wüste jedoch komplett. Statt auf dem herkömmlichen Rundkurs treten die Fahrer am Sonntag erstmals auf der nur 3,543 km langen äusseren Streckenvariante an - der kürzesten Strecke im diesjährigen Rennkalender.

Russell benötigte für die elf Kurven und drei langen Geraden lediglich 54,546 Sekunden. Für das Qualifying am Samstag sind deshalb knappe Abstände und viel Verkehr zu erwarten, was die Aufgabe, eine schnelle Rundenzeit hinzubekommen, für die 20 Fahrer zusätzlich erschweren dürfte.

Für das Team Alfa Romeo geht es im zweitletzten Saisonrennen darum, den 8. Rang in der Konstrukteurs-WM zu behaupten. Kimi Räikkönen (12./14.) entschied das interne Trainingsduell mit Teamkollege Antonio Giovinazzi (13./15.) am Freitag zweimal knapp für sich.

Die Resultate des ersten Trainingstages:

Sakhir. Grand Prix von Sakhir. Freies Training. Erster Teil: 1. George Russell (GBR), Mercedes, 54,546 (233,835 km/h). 2. Max Verstappen (NED), Red Bull-Honda, 0,176 zurück. 3. Alexander Albon (THA), Red Bull-Honda, 0,265. 4. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 0,322. 5. Daniil Kwjat (RUS), AlphaTauri-Honda, 0,465. 6. Pierre Gasly (FRA), AlphaTauri-Honda, 0,620. 7. Esteban Ocon (FRA), Renault, 0,727. 8. Sebastian Vettel (GER), Ferrari, 0,735. 9. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, 0,833. 10. Charles Leclerc (MON), Ferrari, 0,903. Ferner: 14. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Ferrari, 1,237. 15. Antonio Giovinazzi (ITA), Alfa Romeo-Ferrari, 1,312. - 20 Fahrer im Training.

Zweiter Teil: 1. Russell 54,713 (233,121 km/h). 2. Verstappen 0,128. 3. Sergio Perez (MEX), Racing Point-Mercedes, 0,153. 4. Ocon 0,227. 5. Albon 0,323. 6. Kwjat 0,355. 7. Lance Stroll (CAN), Racing Point-Mercedes, 0,391. 8. Ricciardo 0,411. 9. Gasly 0,420. 10. Carlos Sainz (ESP), McLaren-Renault, 0,545. 11. Bottas 0,608. 12. Räikkönen 0,771. 13. Giovinazzi 0,820. Ferner: 16. Vettel 1,117. - Ohne Zeit: Leclerc. - 20 Fahrer im Training.

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