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Switzerland

Zürcher Hauptbahnhof: Pendler sollen das Licht selber steuern können

Für 6,4 Millionen Franken ersetzt die SBB derzeit die Beleuchtung im oberirdischen Bereich des Zürcher Hauptbahnhofs. Die alten Lichter stammen aus den 1990er-Jahren und haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Insgesamt werden 1200 Leuchten montiert und der Stromverbrauch wird gegenüber heute halbiert.

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Wie finden Sie die neue Beleuchtung im Zürcher HB?

Damit die Pendler in der die meistfrequentierte Halle der Schweiz, der Haupt- und Querhalle im HB Zürich, nicht ohne Licht dastehen, werden die neuen Leuchten zurzeit parallel zur bestehenden Beleuchtung montiert. Diese wird anschliessend demontiert.

Licht per Sensor steuern

Über den Perrons werden Lampen als Perlenkette angeordnet. In der Haupthalle wird eine Grundbeleuchtung installiert, die auf den Boden strahlt. Zusätzlich werden die Fassade und die Rundbogenfenster beleuchtet. Letztere werden in der Nacht blau angestrahlt, um eine Abendstimmung zu vermitteln. Neu gibt es eine Helligkeits- und Zonensteuerung, die den unterschiedlichen Nutzungsansprüchen gerecht werden soll.

Künftig sollen nicht nur ausgewählte Personen die Lichter steuern, sondern auch Pendler. Wie die SBB in einem Factsheet schreibt, wollen sie, dass Pendler Teile der Bahnhofinfrastruktur wie Rolltreppen, Lifte und Licht mittels der «Internet of Things»-Technologie digital steuern können. Die «Internet of Things»-Technologie vernetzt physische und virtuelle Gegenstände miteinander und lässt sie durch Informations- und Kommunikationstechniken zusammenarbeiten.

Heller schalten und umgekehrt

Die SBB schreibt: «Kunden sollen künftig mittels Sensoren die Möglichkeit haben, Anlagen wie Licht zu steuern: Sind zum Beispiel viele Passanten in einer Personenunterführung, kann das Licht heller geschaltet werden und umgekehrt.» Hierbei werde aber nicht der einzelne Kunde Einfluss nehmen können, sondern alle, die sich im Bahnhof befinden.

Das Ziel der SBB: Den Zürcher Hauptbahnhof zum digitalsten Verkehrsknoten Europas zu machen. Dafür hat das Unternehmen bereits einen digitalen Generalanzeiger, ePanels für Werbung, Billettautomaten mit Touchscreen und Gratis-WiFi eingeführt. «Alle Produkte, Dienstleistungen und Services, die sich bewähren, werden danach auch für andere Bahnhöfe genutzt», so die SBB im Factsheet weiter.

Fragen zum Datenschutz

Datenschutz-Experte Stefan Thöni ist skeptisch gegenüber der möglichen Einführung der neuen Technologie im Zürcher Hauptbahnhof: «Es ist nicht zwingend ein Datenschutzproblem, wenn die SBB die Pendler mit Sensoren die Bahnhofinfrastraktur steuern können. Aber die Erfahrung zeigt: Bisher wurde jede Einführung solcher Datenerhebungen ein Problem.» Thöni spricht etwa Facebook und Google an. Mit letzteren arbeitet die SBB zusammen.

Das Vorhaben könnte darin münden, dass die Daten der Pendler zentralisiert gesammelt, gespeichert und für die gezielte, individuelle Werbung eingesetzt würden, was aus Sicht des Datenschutzes problematisch wäre. «Das würde aber erst dann passieren, wenn beispielsweise Sensoren die Personen erkennt, die die Infrastruktur steuern oder wenn die SBB die Steuerung in einer App integriert.»

Die SBB haben am Sonntag keine Fragen von 20 Minuten zur «Internet of Things»-Technologie und der Beleuchtung beantworten können. Ein Sprecher sagt bezüglich des Datenschutzes aber: «Die geltenden Datenschutzbestimmungen werden selbstverständlich immer eingehalten.» Bezüglich der Beleuchtung wird die SBB im Oktober informieren.

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