Switzerland

Zur FCB-Machtübernahme: Naiver Burgener hat Degen unterschätzt

Christian Gross hat seine Meinung geändert. «Mangelhafte Kinderstube» warf er einst den Degen-Zwillingen vor.

Nun folgt die Basler Trainer-Legende David Degen in den Verwaltungsrat der FCB-Holding. Degen ist nach Irrungen und Wirrungen da, wo er sein wollte: an den Schalthebeln beim FC Basel. Und das auch, weil ihn Bernhard Burgener unterschätzt hat.

Als Burgener Degen zehn Prozent der Aktien verkaufte und ein Vorkaufsrecht gewährte, sah er den Ex-Nati-Spieler als Accessoire. Als FCB-Meisterspieler, der den Klub nach aussen repräsentieren soll.

Diese Einschätzung war vor allem eines: naiv. Wer Degen kennt, der weiss: Hier kommt einer, der gestalten will, der gerne Staub aufwirbelt. Der am liebsten den ganzen Laden sportlich neu aufstellen will.

Dass Burgener Degens Streben nach der sportlichen Macht und seine Inputs unterdrückte, hat immer mehr Dampf in den Kessel getrieben – bis das Ganze dann vor der Explosion stand. Diese wurde nun zum Glück für den FC Basel verhindert.

Dass Burgener nun am Ende nachgibt, sich zurückzieht und auf eine jahrelange gerichtliche Auseinandersetzung verzichtet, zeugt von Grösse. Wie Degen den Klub nun neu aufstellt, sieht auf dem Papier gut aus. Es ist eine interessante Zusammenstellung, mit einer Frau im Verwaltungsrat – und mit der Ankündigung, auf die Mehrheit im Klub zu verzichten.

Das zeugt von Realitätssinn und gesunder Selbsteinschätzung. Degen wird sportlich der Boss sein. Und er hat bereits klar kommuniziert: Es wird ein Sportchef kommen. Interims-Coach Patrick Rahmen bleibt.

Die klare Kommunikation ist erfreulich. Und es wird wohl nicht das letzte Mal Klartext bleiben.

Football news:

Müller-Gossens nach dem 4:2 gegen Portugal: Kein Wunder, dass du nur 60 Minuten gelaufen bist. Du spielst in Italien
Spanien wird in den Playoffs, sicher. Alba über die Euro
Mendieta über das 1:1 gegen Polen: Spanien wirkte sehr eintönig
Lewandowski über das 1:1 gegen Spanien: Unser Plan hat funktioniert. Im Spiel gegen Schweden wird Polen nicht der Favorit sein
Pau Torres: Spanien wird alles tun, um in die nächste Euro-Runde zu kommen. Man muss an sich glauben
Enrique über das 1:1 gegen Polen: Von Spanien hatte er mehr Überlegenheit erwartet. Niemand hat gesagt, dass es einfach sein wird
Rodri über das 1:1 gegen Polen: Wir sind sehr enttäuscht. Das Feld war nicht in bester Verfassung, aber das ist keine Entschuldigung