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Zunehmende Gewalt rund um den Gazastreifen – Israel fliegt Angriffe in der syrischen Hauptstadt Damaskus

Israelische Soldaten töten einen palästinensischen Kämpfer,  Extremisten feuern daraufhin Raketen auf Israel ab – die Lage im Gazastreifen und darüber hinaus bleibt angespannt. 

(dpa)

Israels Militärs und extremistische Palästinenser haben sich am Sonntag einen heftigen Schlagabtausch geliefert. Dem Tod eines palästinensischen Angreifers durch israelische Soldaten am Nachmittag folgte Raketenangriffe der radikalen Palästinenserorganisation Islamische Jihad auf Israel. Am Abend beschossen israelische Kampfflugzeuge nach Angaben der Streitkräfte (IDF) Positionen der Extremisten im Gazastreifen an. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mindestens vier Militante verwundet, die gerade eine neue Serie von Raketen auf Israel abfeuern wollten.

Am späten Abend teilten die israelischen Streitkräfte ferner mit, dass auch «Jihad-Terrorziele» in Syrien angegriffen worden seien. Aus Syrien verlautete, dass die Luftabwehr rund um die Hauptstadt Damaskus «feindliche Ziele» angegriffen habe.

Das israelische Raketenabwehrsystem «Iron Dome» feuerte am Sonntag Geschosse ab, welche die aus Gaza gestarteten Raketen neutralisierten.

Das israelische Raketenabwehrsystem «Iron Dome» feuerte am Sonntag Geschosse ab, welche die aus Gaza gestarteten Raketen neutralisierten. 

Amir Cohen / Reuters

Israelische Soldaten hatten am Sonntag an der Grenze zum Gazastreifen einen palästinensischen Angreifer getötet. Der Islamische Jihad teilte mit, es handele sich um ein Mitglied ihres bewaffneten Flügels. Bei dem Vorfall sei ein zweiter Palästinenser verletzt worden, berichteten Augenzeugen. Israelische Soldaten hatten mit einem Armee-Bulldozer die Leiche des Kämpfers beseitigt. Der Islamische Jihad erklärte, Israel habe ein schreckliches Verbrechen begangen und dieses werde nicht ohne Folgen bleiben.

Später feuerten Extremisten rund 20 Raketen auf Israel ab. In südlichen israelischen Gemeinden und der Küstenstadt Ashkelon heulten am Sonntag Sirenen, Einwohner brachten sich in Schutzräumen in Sicherheit. Zu dem Abschuss der Raketen bekannte sich die Gruppe Saraja al-Kuds, der militärische Arm des Islamischen Jihad. Das israelische Militär teilte mit, zehn Raketen seien vom Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden.

«Neue Politik»

Der israelische Verteidigungsminister Naftali Bennett sprach von einer «neuen Politik», nach der Israel Leichen von Extremisten nicht zurückgebe, um Druck auf die im Gazastreifen herrschende Hamas auszuüben, die Leichen von zwei 2014 im Gaza-Krieg getöteten israelischen Soldaten zurückzugeben. Zuvor hatte er Anschuldigungen zurückgewiesen, dass der Einsatz des Bulldozers unmenschlich gewesen sei. Vielmehr sei es unmenschlich, dass die Hamas die Leichen nicht zurückgebe, sagte er im Radio und Fernsehen.

Zuvor hatte die israelische Armee Videoaufnahmen veröffentlicht und von einer «Terroreinheit» des Islamischen Jihad gesprochen, die in den vergangenen Monaten an zwei ähnlichen Angriffen beteiligt gewesen sei. Am Samstag war in Jerusalems Altstadt ein weiterer Palästinenser erschossen worden, als er Polizisten mit einem Messer angreifen wollte.

Angespannte Lage seit «Friedensplan»

Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Massnahme mit Sicherheitserwägungen. Rund zwei Millionen Einwohner leben unter sehr schlechten Bedingungen in dem Küstenstreifen am Mittelmeer. Die dort herrschende Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben.

Seit der Vorstellung des amerikanischen Nahost-Plans im vergangenen Monat ist die Lage im Heiligen Land angespannt. Anfang Februar kam es zu mehreren Anschlägen in Jerusalem. Bei Zusammenstössen mit israelischen Soldaten im besetzten Westjordanland wurden zudem mindestens vier Palästinenser getötet.

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