Switzerland

Zum Glück auf Teamkollege Tumler gehört: Sein neuer Helm hat Kryenbühl gerettet

Das Starthaus am Kitzbühler Hahnenkamm diente in der Vergangenheit auch als Familiensitz der Kryenbühls aus Unteriberg im Kanton Schwyz. 2018 und 2019 katapultierten sich neben Rennfahrer Urs auch dessen älterer Bruder Rolf (28) und Cousin Martin Bless als Vorfahrer auf die gefährlichste Abfahrt der Welt.

Ursprünglich wollte Rolf auch in diesem Jahr die waghalsige Rolle eines Streif-Vorfahrers übernehmen. Doch wegen Corona und den verschärften Einreisebestimmungen nach Österreich hat das OK diesmal ausnahmslos einheimische Vorfahrer verpflichtet.

Urs Kryenbühl war darüber nicht unglücklich. Nach dem Abschlusstraining am Donnerstag sagte Urs noch zu SonntagsBlick: «Nun kann ich mich am Start voll auf mein Rennen konzentrieren und muss mir keine Sorgen machen, dass mein Bruder und der Cousin von der Streif abgeworfen werden.»

Helm-Marke auf Rat von Tumler gewechselt

Nun waren es aber seine Angehörigen, die am Freitag stundenlang von der Angst geplagt wurden, nachdem Urs mit nahezu 150 km/h beim Zielsprung abhob, in Turbulenzen geriet und auf die Piste knallte. «Nach dem Sturz von Urs am Mittag habe ich bis ungefähr 14.30 Uhr gelitten. Dann habe ich erfahren, dass mein Bruder verhältnismässig glimpflich davongekommen ist», erzählt Rolf Kryenbühl.

Dass Urs neben einem Kreuz­innenbandriss und einem Schlüsselbeinbruch lediglich eine leichte Gehirnerschütterung erlitten hat, führt Ruedi Holdener, der Kryenbühl im Marketing- und Sponsoringbereich unterstützt, auf einen im letzten Jahr vollzogenen Ausrüsterwechsel zurück. «Urs hat den Ratschlag seines Teamkollegen Thomas Tumler beherzigt und die Helm-Marke gewechselt. Sein neuer Ausrüster Giro hat ein einzigartiges System im Inneren des Helms aufgebaut, bei dem der Aufprall enorm gedämpft wird.»

Tumler hat Kryenbühls Horror-Sturz von Dubai aus verfolgt. Der 31-jährige Bündner erholt sich auf Empfehlung seines Arztes in der sonnenüberfluteten Me­tropole im Emirat von einem Bandscheibenvorfall. Auch er glaubt, dass sich sein Kumpel Kryenbühl mit einem anderen Helm viel schlimmer verletzt hätte. «Ich habe selber viele gute Erfahrungen mit diesem Helm gemacht und habe Urs dieses Model erstmals empfohlen, nachdem er 2018 bei einem Super-G-Sturz in Beaver Creek eine gröbere Gehirnerschütterung erlitten hat. Aber weil Urs ein besonders treuer Mensch ist, und ihn sein damaliger Ausrüster schon in Jugendzeiten unterstützt hat, wollte er damals den Helm noch nicht wechseln.»

Im letzten Frühling sagte Urs dann aber doch «Ja» zum neuen Kopfschutz. Aber was zeichnet diesen Helm eigentlich aus?

«System Spherical Mips» reduziert Rotationsenergie

«Wir haben in unseren Helmen die sogenannte ‹System Spherical Mips› Technologie eingebaut, welche die auf den Kopf wirkende Rotationsenergie reduziert. Damit erzielen wir gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung im Vergleich zu Helmen ohne Mips eine bis zu 16 Prozent höhere Schutzwirkung gegen Hirnverletzungen», behauptet Marco Bichsel von Giro-Schweiz.

SonntagsBlick-Experte Bernhard Russi hat aber noch einen anderen Grund, warum Kryenbühl mit deutlich weniger heftigen Verletzungen davongekommen ist, als dies 2009 an selber Stelle bei Daniel Albrecht (schweres Schädel-Hirn-Trauma) der Fall war. «Die Falltechnik von Urs war perfekt. Er hat sich im letzten Moment optimal eingedreht und ist deshalb nicht frontal, sondern seitlich aufgeprallt.»

Kryenbühl wurde gestern vom Tirol nach Zürich überführt. Teamarzt Walter O. Frey wird nun entscheiden, wann und von welchem Arzt Urs am Knie operiert wird.

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