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Switzerland

«Zukunftsraum» mit Steuertraum: Schliessen sich die Gemeinden zusammen, winkt ein Steuerfuss von 97 Prozent

Beide Entfelden orientierten ihre Bevölkerung gemeinsam zum Thema «Zukunftsraum». Und wieder fiel die Zahl von 97 Prozent: So könnte der Steuerfuss lauten, wenn die fünf Zukunftsraum-Gemeinden sich zu einer Grossstadt Aarau zusammenschliessen.

Heinz Lüscher, der Gemeindeammann von Unterentfelden, fügte zwar noch vorsichtig hinzu, dass diese Hochrechnung auf den Zahlen von 2018 beruhe und sich «gewisse Zahlen wieder verändern» können. Aber insgesamt wiederholte er, was der Ammann von Densbüren an der Gemeindeversammlung Ende September verkündet hatte. Einen Steuerfuss von 97 Prozent hat heute nur Aarau, bei den vier anderen Gemeinden des Zukunftsraums lauten die Steuerfüsse zwischen 108 und 117 Prozent.

Verwaltung soll dezentral auf fünf Standorte verteilt werden

Wie dieser gemeinsame Steuerfuss von 97 Prozent verwirklicht werden könnte – ob Aarau etwa bis zu einer möglichen Grossfusion in fünf bis sieben Jahren ein grosses Finanzpolster dafür zusammensparen müsste –, wurde im Detail nicht erklärt. Auf Anfrage sagte Projektleiter Marco Salvini lediglich, die effektiven Zahlen würden im nächsten Monat bekannt.

An der Informationsveranstaltung erfuhr man auch Neuigkeiten, etwa dass bei einer Fusion die Verwaltung dezentral auf die fünf Standorte verteilt werden soll. Die heutigen Gemeindehäuser würden weiterhin einen Dienstleistungsschalter führen und je einen der fünf Stadtverwaltungsbereiche beherbergen.

Beispiel: Das Bauamt könnte in Oberentfelden liegen, die Schulbehörde in Suhr, die Finanzabteilung in Aarau und so weiter. Jede der heutigen Gemeinden würde zu einem Kompetenzzentrum innerhalb der neuen Grossstadt. Die künftig fünf Stadträte wären zu 80 bis 100 Prozent angestellt, die aktuell rund 700 Mitarbeitenden von allen fünf Gemeinden blieben angestellt.

Ober- und Unterentfelden entscheiden am selben Tag

Das Interesse an der gemeinsamen Orientierung war gross: Zirka 250 Personen wohnten dem von Walter Vogt moderierten Anlass in der Turnhalle Dorf in Oberentfelden bei, offenbar mehr als erwartet, mussten die Organisatoren doch zusätzliche Stühle aufstellen. «Ich habe eine Wette verloren, dass so viele Leute da sind», gab Markus Bircher, Gemeindeammann von Oberentfelden, humorvoll zu.

Die meisten Ergebnisse der Fusionsanalyse liegen nun vor, deshalb sei der Zeitpunkt für eine Orientierung der Bevölkerung geeignet. Ober- und Unterentfelden sollen an der Gemeindeversammlung im nächsten Sommer über die Grossfusion entscheiden – und zwar beide Gemeinden gleichzeitig, am 8. Juni. Eine Volksabstimmung zur Fusion fände dann Anfang 2021 in allen Gemeinden statt.

Oberentfelden werde gemäss Markus Bircher im Frühling eine Empfehlung abgeben. Für ihn sei es sinnvoll, dass die Gemeinden, «die bereits zusammengehören», Dinge gemeinsam angehen. «Die Probleme hören nicht an der Grenze auf», sagte er. Projektleiter Marco Salvini hob die Verbindung der fünf Gemeinden hervor: 20 Prozent der Wohnortwechsel fänden heute zwischen denen statt.

«Es gäbe nun eine neue Stadt, die gemeinsam entwickelt wird.» Yvonne Reichlin, Leiterin der Gemeindeabteilung des Kantons, erinnerte an mögliche Synergien und sagte: «Der Kanton will starke Gemeinden, die vieles selber bestimmen können.»

Was ist mit der Alternative regionale Zusammenarbeit?

Von den Rednern gab es nur positive Voten, vom Publikum hingegen nur negative. «Ich sehe die grossen, zwingenden Vorteile einer Fusion nicht», sagte ein Mann aus Oberentfelden. Einer aus Unterentfelden plädierte dafür, nebst der Fusion auch die Vor- und Nachteile der beiden anderen Möglichkeiten darzulegen: der regionalen Zusammenarbeit oder des Status quo.

Marco Salvini verkündete, dass das künftige Informationsbüchlein zum Zukunftsraum eine Gegenüberstellung von Fusion und regionaler Zusammenarbeit mit ihren Pros und Kontras aufweisen werde. Unklar blieb die Frage bezüglich der heutigen Wasser- und Elektrizitätswerke: Offenbar werde bei einer Fusion das Oberentfelder EW vorerst neben der Eniwa bestehen bleiben. «Aarau hat doch höhere Strompreise», warf ein Mann in die Runde. Auf die heutigen Kindergarten- und Primarschulstandorte werde die Fusion hingegen keinen Einfluss haben, sagte Cyrill Grüter, Präsident der Kreisschulpflege Entfelden.

«Wie hoch ist die Chance, dass Buchs und Küttigen noch aufspringen», wollte ein Mann wissen. «Das Projekt muss einfach so gut sein, dass die Buchser sagen ‹ach, hätten wir doch mitgemacht›», antwortete Gemeindeammann Heinz Lüscher. Die Tür werde weiter offenstehen.

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