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Zahl der Toten in den USA steigt auf über 3000, Trump schickt medizinische Hilfsmittel nach Italien, erste Infektion im Kriegsgebiet der Ost-Ukraine – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus weltweit

Über 37 680 Personen sind bisher nach einer Coronavirus-Infizierung gestorben, mehr als 785 700 sind insgesamt positiv auf das Virus getestet worden. Fast alle Länder der Welt sind betroffen.

NZZ-Redaktion

Das Wichtigste in Kürze

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Lage weltweit:

Lage in Europa:

Das Coronavirus beherrscht Europa

Nationale Regelungen

Das Coronavirus beherrscht Europa - Nationale Regelungen

Rund 100 000 Fälle in Italien

Bestätigte Coronavirus-Fälle in Italien, nach Status der Patienten (in Tausend)

  • Im Kriegsgebiet Luhansk im Osten der Ukraine haben die Behörden der Separatisten erstmals eine Infektion mit dem gefährlichen Coronavirus bestätigt. Mehr als 200 Menschen befinden sich in dem Gebiet unter Beobachtung in medizinischen Einrichtungen. Im benachbarten Donezker Rebellengebiet soll es dagegen bisher keine Infektionen geben.  Die Ukraine, die selbst nach offiziellen Angaben bereits 480 mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Menschen hat, sperrte den Zugang zur Region komplett. Einreisen sind aber aus Russland möglich. Internationale Hilfsorganisationen befürchten bei einer Ausbreitung des Coronavirus in dem Kriegsgebiet eine humanitäre Katastrophe.
  • In Frankreich sind 3030 Menschen gestorben (31.3.). Innerhalb von 24 Stunden gab es 418 weitere Todesopfer, so viele wie nie zuvor an einem Tag. 45 170 Menschen sind infiziert. Am Montag (30.3.) kündigte die Regierung die Bereitstellung von 20 Zentren für Opfer häuslicher Gewalt an, nachdem die Übergriffe in der ersten Woche der Ausgangssperre massiv angestiegen waren. 
  • In Österreich müssen die Menschen künftig beim Einkaufen  eine Schutzmaske tragen. Das teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag (30.3.) mit. Die Massnahme tritt voraussichtlich am Mittwoch in Kraft, die Masken sollen direkt vor den Supermärkten ausgegeben werden. Am Dienstag (31.3.) waren 9618 Personen infiziert, 108 sind verstorben.
  • In der britischen Regierung gibt es mehrere Infizierte. Premierminister Boris Johnson zeigt milde Symptome und arbeitet in Selbstisolation; am Montag (30.3) zog sich auch sein einflussreicher Berater Dominic Cummings mit Symptomen nach Hause zurück. Auch Gesundheitsminister Matt Hancock und der oberste medizinische Berater, Chris Whitty, sind in Selbstisolation. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg am Dienstag (31.3.) auf über 22 400. Die Zahl der Toten beträgt 1411. Ein Online-Händler für Fetischisten hat indessen OP-Kittel an ein britisches Spital gespendet. Zuvor hätten verzweifelte Vertreter des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS sie kontaktiert, teilte die Firma mit.
    Der NHS ist chronisch unterfinanziert und überlastet. Viele Ärzte und  Pflegepersonal klagen, dass ihnen Schutzausrüstungen wie Kittel, Mundmasken und Schürzen fehlten. In der Not zogen sich Krankenschwestern bereits grosse Müllsäcke über.
  • In Spanien ist in der Nacht zum Dienstag (31.3.) die umstrittene Verschärfung der Ausgangssperre in Kraft getreten.  Seit Mitternacht dürfen Bürger, die nicht in wesentlichen Wirtschaftssektoren tätig sind, nicht mehr zu ihrer Arbeitsstelle fahren. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 9. April. Alle Betroffenen sollen weiter ihr Gehalt bekommen und die nicht geleisteten Stunden später nachholen. Viele Unternehmer und Regionalpräsidenten haben die neuen Regeln scharf kritisiert. Zudem wird die Zahl der Anwesenden bei Beerdigungen auf drei nahe Verwandte des Verstorbenen beschränkt. Nach Italien ist Spanien in Europa das Land mit den meisten Corona-Fällen. Die Zahl der Verstorbenen liegt bei 7716 (31.3.). Insgesamt rund 88 000 Menschen haben sich infiziert. 
  • Dänemark könnte bereits Mitte April schrittweise von seinen strikten und früh ergriffenen Massnahmen abrücken. Wenn sich die positive Entwicklung fortsetze und die Dänen sich weiter so vernünftig verhielten, werde die Regierung das Land nach Ostern Schritt für Schritt wieder öffnen, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Montag in Kopenhagen. An den Grenzschliessungen werde sich vorerst nichts ändern. Am Dienstag (31.3.) sind 2755 Infizierte gemeldet, 77 Menschen sind gestorben.
  • In der Türkei steigt die Gesamtzahl der Todesfälle auf 168. 1610 Neuinfektionen wurden am Montag (30. 3) registriert. Insgesamt haben sich bisher 10 827 Menschen mit dem Virus infiziert.
  • Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich wegen eines Corona-Falls in seinem Büro nun doch vorsorglich in Quarantäne begeben. Zuvor war Netanyahus Beraterin für streng religiöse Angelegenheiten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Erste Coronavirus-Tests bei dem 70-jährigen Regierungschef, seiner Familie und seinen übrigen Mitarbeitern fielen, wie am Montagabend (30.3.) bekannt wurde, negativ aus. In Israel wurden bisher rund 4700 Corona-Infektionen registriert, 16 Infizierte starben. Zehntausende Menschen befinden sich in häuslicher Quarantäne.
Französische Soldaten in einem Feldspital in Mulhouse, Frankreich.

Französische Soldaten in einem Feldspital in Mulhouse, Frankreich. 

Johannes Simon / Getty

Lage in Nord-, Mittel- und Südamerika:

  • Die Zahl der Toten in den USA ist am Dienstag (31.3.) auf mindestens 3040 gestiegen. Die USA sind mit mehr als 164 200 Fällen das Land mit den meisten Ansteckungen weltweit. Die USA haben nach Donald Trumps Angaben  bereits mehr als eine Million Menschen auf das Coronavirus getestet. Gouverneure von Bundesstaaten beklagen allerdings, dass es immer noch nicht genug Tests gibt.
  • Die USA schicken nach Angaben von US-Präsident Donald Trump medizinische Hilfsmittel im Wert von 100 Millionen Dollar in das von der Coronavirus-Krise gezeichnete Italien. Trump sagte am Montagabend (30.3. Ortszeit) bei einer Pressekonferenz, er habe darüber gerade mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte gesprochen. «Guiseppe war sehr, sehr glücklich.» Trump kündigte an, nach Möglichkeit auch Beatmungsgeräte nach Italien, Frankreich und Spanien zu schicken. Gleichzeitig verlängerte Trump den Einreisestopp für Europäer. 
  • Der zweitgrösste US-Autobauer Ford will im Kampf gegen die Corona-Krise zusammen mit dem Industriekonzern General Electric (GE) 50 000 Beatmungsgeräte in 100 Tagen herstellen. Die Produktion soll am 20. April beginnen und mit rund 500 Beschäftigten in drei Schichten fast rund um die Uhr laufen, wie Ford am Montag mitteilte. Die Unternehmen gehen davon aus, ab Anfang Juli eine Fertigungskapazität von 30 000 Geräten pro Monat zu erreichen.
  • US-Präsident Donald Trump rückt von der früher propagierten schnellen Rückkehr zur Normalität ab. Er bereitete die Bevölkerung auf sehr hohe Opferzahlen vor und verlängerte am Montag (30. 3.) die geltenden Massnahmen bis zum 30. April. Trumps Berater im Kampf gegen das Coronavirus, der Immunologe Anthony Fauci, rechnet mit bis zu 200 000 Toten. 
  • Der Gliedstaat Kalifornien braucht mindestens 50 000 zusätzliche Krankenbetten, um die Versorgung von Patienten während der Corona-Krise zu bewältigten (Stand 31.3.) Gouverneur Gavin Newsom will 37 000 Ärzte, Pfleger und Pharmazeuten im Ruhestand, sowie Studenten mobilisieren. Am Wochenende war ein Lazarettschiff des US-Militärs in Los Angeles eingetroffen. Die «Mercy» soll mit ihren 1000 Betten als zusätzliche Klinik dienen. In Kalifornien sind 6300 Infektionen rund 133 Todesfälle registriert.
  • Der Gouverneur des Gliedstaats New York bezeichnet das Ausmass der Toten als «niederschmetternd». Der Gliedstaat meldet mit 66 000 Fällen rund 43 Prozent aller Infektionen in den USA und 914 Tote (31.3.) Andrew Cuomo appellierte an das medizinische Personal anderer US-Gliedstaaten, falls möglich nach New York zu kommen. Am Montag (30.3.) ist ein Spitalschiff der US-Marine mit 1000 Betten im Hafen von New York City eingelaufen. Im Central Park wird momentan ein Feldspital mit 68 Betten errichtet, es soll ab Dienstag (31.3.) zur Verfügung stehen. 
  • Twitter löscht Tweets des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro (30.3.). Die Social Media Plattform hat zwei Veröffentlichungen Bolsonaros verschwinden lassen, in denen er Massnahmen zum Eindämmen der Pandemie herunterspielte. Es handelte sich um zwei Videos von seiner Tour durch Brasília, die er entgegen der Empfehlungen seines Gesundheitsministers unternahm. Es kam zu Menschenansammlungen. Die Zahl der Infektionen in Brasilien hat sich innerhalb von einer Woche auf 4371 mehr als verdreifacht. 141 Menschen sind gestorben (30.3.).
  • Kanadas Regierung hilft den Ureinwohnern des Landes mit 2, 6 Millionen kanadischen Dollar dabei,  in die arktische Wildnis zu ziehen. Viele Ureinwohner im Norden Kanadas lebten eng zusammen in grossen Familienverbänden, weil es zu wenig Häuser und Wohnungen gebe, sagte Kami Kandola, Gesundheitsbeauftragter der Region. Viele von ihnen wollen nun in Jagd- oder Fischerhütten in der Wildnis ziehen, wo sie besser voneinander Abstand halten können, um sich und andere so vor einer Coronavirus-Infektion zu schützen. Kanada verzeichnet rund 7 400 Infektionen und 88 Todesfälle (Stand 31.3.)
Ein Notfall-Zelt in Seattle, Washington, am 29. März 2020.

Ein Notfall-Zelt in Seattle, Washington, am 29. März 2020.

Jason Redmond / X02204

Lage in Asien:

Anteil der Genesenen im Iran steigt

Bestätigte Coronavirus-Fälle in Iran, nach Status der Patienten (in Tausend)

Die iranische Armee hat in Teheran ein temporäres Spital mit 2000 Betten eingerichtet.

Die iranische Armee hat in Teheran ein temporäres Spital mit 2000 Betten eingerichtet. 

Ebrahim Noroozi / AP

Lage in Afrika:

Lage in Australien und Ozeanien:

Die weltweit bestätigten Erkrankungen steigen weiter stark

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Tausend)

1 Zwischen dem 12. und dem 18. Februar wurden in der Provinz Hubei nicht nur Fälle gezählt, die durch Tests bestätigt worden waren, sondern auch solche aus klinischen Diagnosen.

Das Wichtigste im Detail

Anfang Januar 2020 teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Experten gehen davon aus, dass sich bereits im November die ersten Personen infiziert haben könnten.

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan genommen haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sein könnten.

Viele Nationen melden täglich steigende Zahlen an neu diagnostizierten Covid-19-Erkrankungen und ergreifen Massnahmen, die das öffentliche Leben einschränken.

Asien

In China und Südkorea, die als erste Länder sehr stark betroffen waren, ist die Infektionsrate gedrosselt. Beide Länder haben früh reagiert und zum Teil ganze Städte abgeriegelt. Trotz zuletzt positiver Meldungen ist die Krise in den beiden Ländern noch nicht ausgestanden.

Insbesondere in China steigen die Sorgen wegen der wachsenden Zahl von aus dem Ausland importierten Infektionen. Ab dem 28. März dürfen mit Ausnahme von Diplomaten keine Ausländer mehr nach China einreisen, selbst wenn sie im Besitz eines Visums oder einer Aufenthaltsgenehmigung sind. In der von Covid-19 besonders schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei sind am 25. März die Reisebeschränkungen grösstenteils aufgehoben worden. Die Bewohner der Provinzhauptstadt Wuhan, die seit dem 23. Januar abgeriegelt ist, dürfen sich seit dem 28. 3. wieder freier bewegen - ursprünglich sollte es erst am 8. April so weit sein.

In anderen Teilen Asiens ist die Bewegungsfreiheit nach wie vor eingeschränkt. Taiwan, Vietnam, Hongkong, Macau, Thailand, Singapur, Malaysia und Thailand haben Einreisebeschränkungen und teilweise Ausgangssperren erlassen. Wer in Singapur gegen die Regeln des Social Distancing verstösst, muss Bussen von bis zu 7000 Dollar zahlen, bis zu sechs Monate im Gefängnis sitzen – oder beides. In Hongkong wurden Versammlungen mit mehr als vier Personen untersagt.

In Japan sind die Fallzahlen relativ niedrig, allerdings lässt das Gesundheitsministerium nur wenig testen. Die Dunkelziffer dürfte relativ hoch sein. Nachdem die nördliche Insel Hokkaido zu Beginn der Krise mit Massnahmen und Appellen reagierte, ziehen nun Osaka und die japanische Hauptstadt Tokio nach. Gouverneurin Yuriko Koike appellierte am 25. März an die Bevölkerung, am letzten März-Wochenende zu Hause zu bleiben. Wegen der Kirschblüte zieht es dieser Tage viele Japaner in die Parks.

Iran ist eines der am stärksten von Pandemie betroffenen Länder weltweit, wobei europäische Länder inzwischen höhere Infektionsraten aufweisen. Innerhalb des Landes gilt ein Reiseverbot. Die Spitäler sind überlastet. Mehrere Nachbarländer haben Hilfe geschickt, sogar die Vereinigten Arabischen Emiraten. Nur die USA halten an ihrem harten Kurs gegenüber Teheran fest. 

In Afghanistan fehlt es an Material und Betten, um Kranke zu versorgen. Die Regierung rechnet mit Zehntausenden von Toten und dass sich insgesamt 80 Prozent der Bevölkerung anstecken werden. Fast 200 000 Afghanen sind laut der Internationalen Organisation für Migration aus Iran zurückgekehrt – nur wenige Hundert wurden getestet.

In Indien hat Premierminister Modi am 24. März eine komplette Ausgangssperre angeordnet, die während 21 Tagen Bestand haben soll. Die Zahl der Fälle war bis dahin niedrig gewesen – was auch damit zusammenhängt, dass nur wenige Tests durchgeführt werden.

Im benachbarten Jordanien und in den Palästinensergebieten gilt eine Ausgangssperre; ausserdem sind die Grenzen zu den Nachbarländern geschlossen und Flüge gestoppt. 

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben alle Einkaufszentren und Restaurants geschlossen und rufen zur Selbstisolation auf. Zudem wurde eine komplette Schliessung der Flughäfen für zwei Wochen beschlossen. Zuvor hatte die Fluggesellschaft Emirates die Einstellung der meisten ihrer Passagierflüge ab Mittwoch (25. 3.) angekündigt. Saudiarabien reagiert mit ähnlichen Massnahmen.

Kundenservice aus dem Home Office: Diese Frau in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, vermisst den Kontakt mit ihren Arbeitskollegen.

Kundenservice aus dem Home Office: Diese Frau in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, vermisst den Kontakt mit ihren Arbeitskollegen. 

Mahmoud Khaled / EPA

Europa

Die EU hat die Aussengrenzen geschlossen. Vorerst für dreissig Tage dürfen Bürger aus Drittländern nicht mehr in EU-Staaten, die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island und Grossbritannien einreisen, es sei denn, sie haben einen «dringenden Grund» dafür. Innerhalb der EU kontrollieren mehr als ein Dutzend europäische Länder die Grenzen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum. Nur Staatsbürger oder Personen, die in einem Land arbeiten, sollen einreisen dürfen. Die einzelnen Regelungen der Staaten sind jedoch unterschiedlich.

In Europa begannen am Montag (23. 3.) klinische Tests von vier experimentellen Behandlungsmethoden. In Spitälern in Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien und Grossbritannien werden die Medikamente Remdesivir, Lopinavir sowie Ritonavir mit oder ohne die Wirkstoffe Interferon Beta und Hydroxychloroquin getestet.

Massnahmen innerhalb der Länder

Auch innerhalb der Landesgrenzen wird die Bewegungsfreiheit eingeschränkt: In Italien, dem in Europa am stärksten betroffenen Land, gilt eine Ausgangssperre. Die Einwohner sollen zu Hause bleiben, nur noch Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Kioske und Tankstellen sind offen. Italien hat auch seine gesamte nicht lebensnotwendige Produktion bis zum 3. April gestoppt. Durch die Massnahmen sei die Verbrechensrate in den ersten drei Märzwochen im Vergleich zum Vorjahr um über 64 Prozent gesunken, meldete das Land (27. 3.). Auch Spanien spricht vom selben Effekt.

Österreich, Dänemark, Belgien, Grossbritannien, Griechenland, Frankreich, Serbien und Rumänien folgen zu grossen Teilen Italiens Beispiel. Mancherorts setzt die Polizei mit Drohnen und Nutzerdaten von Mobiltelefonen die Ausgangssperre durch.

In Grossbritannien nimmt die Zahl der Infizierten zu – dazu gehören Premierminister Boris Johnson und Gesundheitsminister Matt Hancock. Prinz Charles hat sich von seiner Corona-Erkrankung gut erholt. Bis Anfang März hatten sich die Massnahmen der Regierung auf den Ratschlag beschränkt, sich häufig und gründlich die Hände zu waschen. Erst am Montag (23. 3.) verhängte die Regierung eine Ausgangssperre. Die Anzahl der Pflegebetten wurde stark aufgestockt, jedoch fehlen viele Pflegekräfte, da sie selbst erkrankt sind. Lediglich 8000 Beatmungsgeräte stehen zur Verfügung. Zwar hat die Regierung 10 000 weitere bestellt, doch ist fraglich, bis wann sie diese erhält und ob sie ausreichen werden. Auch in Irland steigt die Zahl der Infizierten, weshalb die Regierung bis 12. April eine Ausgangssperre verhängt und alle nicht-lebensnotwendigen Geschäfte geschlossen hat.

In der Türkei gilt eine Ausgangssperre für Personen ab 65 Jahren sowie für chronisch Kranke – den Rest seiner Landsleute rief Präsident Recep Tayyip Erdogan zur freiwilligen Quarantäne auf. Erwerbslose in der Millionenmetropole Istanbul erhalten kostenlose Lebensmittel.

Israel hat seine Grenzen für Ausländer geschlossen. Zudem wurden strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen. So dürfen sich die Menschen nur in einem Radius von bis zu 100 Metern von ihrem Zuhause entfernen. Ausnahmen sind unter anderem Arbeitseinsätze, Lebensmitteleinkäufe und ärztliche Behandlungen. Ausserdem schloss das Land die Grabeskirche, eine der heiligsten Stätten des Christentums.

In Slowenien dürfen die Einwohner ihre Gemeinde nur noch verlassen, wenn sie zur Arbeit oder zu einem Arzt müssen. Zudem muss jeder, der  sich in einem öffentlichen Raum aufhält, also ein Geschäft betritt oder einen Park durchquert, Schutzhandschuhe tragen und Mund und Nase mit einer Maske oder einem Schal bedecken. Schulen sind bis auf weiteres geschlossen. Ältere Menschen dürfen nur zwischen 8 und 10 Uhr morgens einkaufen.

In Deutschland, Polen und der Ukraine gilt ein Kontaktverbot. Ansammlungen von mehr als zwei Personen sind nicht mehr erlaubt. Ausserdem haben die beiden Länder ihre Grenzen vorübergehend geschlossen. Finnland hat die bevölkerungsreiche Region Uusimaa mit Helsinki als Zentrum bis Mitte Mai unter Quarantäne gestellt. Dort konzentriert sich rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

In Ungarn nutzt Ministerpräsident Viktor Orban, der die Gefahr zunächst herunterspielte, nun die Corona-Krise für seine Zwecke. Das ostmitteleuropäische Land steht bereits seit dem 11. März unter einer temporären Notstandsregelung. Ein Gesetzesentwurf sieht nun vor, dass die Regierung eine unbegrenzte Zeit per Dekret regieren könnte. Die Gewaltenteilung wird faktisch ausgesetzt.

Russland will mit einer arbeitsfreien Woche die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie eindämmen. Auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin sollen ab Montag (30.3.) grosse Teile der russischen Geschäftswelt ruhen. Die Löhne sollen aber weiter gezahlt werden. Supermärkte, Apotheken und Krankenhäuser bleiben geöffnet.

Verbreitung des Coronavirus mit und ohne Social Distancing

Ein Rechenbeispiel in 6 Schritten

Wo in Europa ist die Situation am schlimmsten?

Schwer betroffen ist Italien, in der Lombardei ist die Lage am dramatischsten. Das Gesundheitspersonal berichtet von überlasteten Spitälern.

In absoluten Zahlen ist Spanien das am zweitmeisten betroffene europäische Land, dort bereitet auch die Dynamik der Neuansteckungen Sorge, ähnlich wie in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz: Hier verdoppeln sich die Fälle innerhalb von wenigen Tagen. Bleibt diese Rate konstant, sprechen Experten von einem exponentiellen Wachstum. Das bedeutet, dass sich die Zahl der Infizierten in regelmässigen Zeitabschnitten um denselben Faktor erhöht.

Inzwischen sind sowohl in Italien als auch in Spanien mehr Personen am Coronavirus gestorben als in China.

Die Schweiz und Spanien sind pro Kopf am stärksten betroffen

Bestätigte Covid-19-Erkrankungen auf 100 000 Einwohner, nach Land*

stark gebremste oder gestoppte Ausbreitung**

050100150SwitzerlandSpainItalyAustriaBelgiumNorwayGermanyNetherlandsFrancePortugalIrelandEstoniaIsraelIranDenmarkUSSwedenSloveniaBahrainUnited KingdomCzechia

Afrika

Südafrika, Rwanda, Simbabwe, Lesotho, Algerien und Ägypten haben Ausgangssperren verhängt. Zahlreiche Geschäfte müssen schliessen. Die Einwohner dürfen ihre Häuser nur noch zum Einkaufen oder für Arztbesuche verlassen. Die Regierung in Ägypten hat allen mit hohen Strafen gedroht, die in sozialen Netzwerken «Falschnachrichten und Gerüchte» über die Ausbreitung des Coronavirus verbreiten. Südafrika hat ausserdem den Notstand ausgerufen, ebenso wie Marokko. Südafrika verweigert Ausländern aus Risikoländern zudem ein Visum bzw. hat für mehrere Länder eine Visumspflicht erlassen. Derweil sind dort Tausende von Touristen gestrandet. Südafrikaner, die ein Risikoland besucht haben, werden bei der Rückkehr in ihre Heimat unter Quarantäne gestellt. 

Auch afrikanische Staaten, die bis anhin nur wenig vom Virus betroffen sind, haben strenge Massnahmen erlassen. So hat Kenya Einreisen aus Risikogebieten für Ausländer ausgesetzt. Schulen und Universitäten wurden geschlossen. Zu den Ländern, die ebenfalls Reisebeschränkungen erlassen oder Schulen geschlossen haben, gehören unter anderem MadagaskarGhana, Namibia, Botswana, Djib0uti und Tansania. In Burkina Faso gilt eine Ausgangssperre.

Da die meisten afrikanischen Länder über schlecht ausgebaute Gesundheitssysteme verfügen, wird befürchtet, dass sich eine weitere Ausbreitung des Virus auf dem Kontinent verheerend auswirken könnte. So meldet Kongo-Kinshasa bisher wenig Fälle, doch hat das Land eine im Osten grassierenden Ebola-Ausbruch noch nicht unter Kontrolle. Zugleich wüten seit Januar die Masern, woran bereits 6400 Menschen gestorben sind.

Armeeangehörige und Polizisten bei einem Routine-Check in Johannesburg, Südafrika: Dieser Fahrer missachtete die Ausgangssperre.

Armeeangehörige und Polizisten bei einem Routine-Check in Johannesburg, Südafrika: Dieser Fahrer missachtete die Ausgangssperre.

Jerome Delay / AP

Nordamerika

Die Vereinigten Staaten zählen inzwischen die meisten Infizierten der Welt. Zunächst waren die bekannten Fallzahlen weit hinter Europa zurückgeblieben, was aber allem daran an den fehlenden Tests lag. Die Pandemie wird sich in den USA wohl verheerend auswirken, da die Regierung von Präsident Donald Trump zu spät und mit weniger drastischen Massnahmen reagiert hat als andere Nationen.

Mittlerweile hat die US-Regierung die Massnahmen jedoch verstärkt. So gilt ein Einreiseverbot auch für Personen aus China, Iran und Europa. Die Grenzen zu Mexiko und Kanada sind für den Personenverkehr vorübergehend geschlossen. 

Die Gliedstaaten New York, Washington und Kalifornien sind am stärksten betroffen, es gelten Ausgangssperren. In den Spitälern fehlt es an Beatmungsgeräten, Medikamenten und gewöhnlichen medizinischen Utensilien wie Kathetern. Auch in Illinois gilt eine Ausgangssperre – ebenso in New Jersey, Virginia, Maryland, Ohio, Delaware und Louisiana. In der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. bleiben alle nicht essenziellen Geschäfte einen Monat lang geschlossen; Treffen von mehr als zehn Personen sind verboten. Etwa die Hälfte der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegen nun Ausgangsbeschränkungen. Texas stellt alle Personen, die aus besonders stark betroffenen Gliedstaaten einreisen, unter Quarantäne.

Alle Bewegungen des amerikanischen Militärs im Ausland sind bis fast Ende Mai gestoppt. Damit soll verhindert werden, dass das Virus nach Hause gebracht wird und sich unter den Armeeangehörigen verteilt.

Auch auf die amerikanischen Vorwahlen wirkt sich die Pandemie aus. Mehrere Gliedstaaten haben die Vorwahlen verschoben, darunter Ohio, Georgia und Louisiana.

In Kanada hat die Regierung ein Einreiseverbot für Ausländer erlassen und alle Kanadier im Ausland zur sofortigen Heimreise aufgefordert. Heimkehrer müssen sich in freiwillige Isolation begeben. 

Medizinisches Personal eskortiert die Bewohnerin eines Pflegeheims in Woodbridge, New Jersey, zu einem Bus, nachdem in dem Heim mehrere Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden.

Medizinisches Personal eskortiert die Bewohnerin eines Pflegeheims in Woodbridge, New Jersey, zu einem Bus, nachdem in dem Heim mehrere Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden. 

Stefan Jeremiah / Reuters

Mittelamerika und Karibik

Inzwischen sind fast alle Länder betroffen. Die meisten Erkrankungen sind bisher in Panama, Mexiko und Costa Rica festgestellt worden. 

In der Karibik sind mehrere Gebiete betroffen, unter ihnen Jamaica, Kuba, Puerto Rico, die Dominikanische Republik, Trinidad und Tobago sowie einige französische Überseegebiete.

Mehrere Länder der Region haben Einreiseverbote erlassen, darunter beispielsweise Kuba. Einheimische dürfen dort zudem nicht mehr ausreisen. Haiti, Panama, Kolumbien, El Salvador und Honduras haben Ausgangssperren verhängt. Nach wochenlangem Zögern hat auch die mexikanische Regierung den Bürgern geraten, auf soziale Kontakte zu vermeiden

Südamerika

In Südamerika schränken immer mehr Staaten die Bewegungsfreiheit ein und machen Grenzen dicht. Peru reagierte früh, es gilt eine Ausgangssperre. Ecuador, El Salvador, Chile, Bolivien, Kolumbien, Venezuela und Argentinien haben ähnliche Massnahmen getroffen. 

Brasilien hat die Grenze zu zehn Nachbarländern geschlossen. Ausländer, die nicht ständig in Brasilien lebten, dürfen nicht mehr einreisen. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Infizierten rasch ansteigen könnte, wenn das Virus die dicht bevölkerten Favelas erreicht. Das legendäre Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro und andere brasilianische Fussball-Arenen werden zu Spitälern umgewandelt.

Ein brasilianisches Gericht untersagt es Präsident Jair Bolsonaro, Empfehlungen gegen Ausgangsbeschränkungen zu verbreiten, die einzelne Gliedstaaten wegen des Coronavirus verhängt haben. Bolsonaro hatte sich zuvor gegen die Isolation der Bevölkerung durch verschiedene Gouverneure ausgesprochen. «Es tut mir leid, manche Leute werden sterben, so ist das Leben», sagte Bolsonaro im Fernsehen. Er unterstellte São Paulo, aus politischen Gründen erhöhte Todeszahlen anzugeben. 

Derweil ziehen sich mehrere Gruppen brasilianischer Ureinwohner freiwillig in die Isolation in den Regenwald zurück. Nur Angehörige des jeweiligen Dorfes dürfen das Gebiet noch betreten. 

Australien und Ozeanien

In Australien dürfen Ausländer nicht mehr einreisen. Zwischen den verschiedenen Gliedstaaten sind 14-tägige Quarantäne-Vorschriften eingeführt worden. Die Australier müssen zu Hause bleiben. Man darf nur zur Arbeit, für dringenden Einkäufe, für ärztliche Behandlungen oder zum Sport aus dem Haus - aber dann höchstens zu Zweit. Strände, Parks, Restaurants, Pubs, Sportstudios, und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Versammlungen sind untersagt. Die Zahl der Menschen bei Hochzeiten und Beerdigungen wurde auf fünf bis zehn Personen beschränkt. Wer gegen die Regelungen verstösst muss mit Geldstrafen zwischen 1000 und 11 000 Dollar oder sechs Monate Haft rechnen. 

Auch nach Neuseeland dürfen Ausländer nicht mehr einreisen. Bars, Cafés und Geschäfte für den nicht dringend notwendigen Bedarf müssen schliessen. Supermärkte bleiben geöffnet. Die Schulen sind geschlossen, ebenso die Grenzen. Kreuzfahrtschiffe dürfen nicht mehr anlegen. Seit Mittwoch (25. 3.) gilt der Notstand und eine Ausgangssperre. 

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben ebenfalls internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Verbreitung des Coronavirus als Pandemie eingestuft mit Europa als neuem Epizentrum (nach China). Mehr als 190 Mitgliedsländer koordinieren die von der WHO empfohlenen Krisenmassnahmen. Die WHO fordert die Staaten dazu auf, unbedingt mehr Tests durchzuführen. Sie warnt davor, die strikten Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. 

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Gefängnissen zu verhindern und einzudämmen, hat die WHO Richtlinien für Strafanstalten in Europa veröffentlicht. Man solle verstärkt auf Massnahmen ohne Freiheitsentzug zurückgreifen, vor allem bei Tätern mit niedrigem Risikoprofil. Die verbleibenden Insassen sollten räumlich voneinander getrennt werden. Jene, die in die Risikogruppe fallen, sollten in Einzelhaft untergebracht werden.

Lesen Sie hier das Porträt von WHO-Chef Dr. Tedros.

Die Weltwirtschaft steckt laut dem Internationalen Währungsfonds (IMF) in einer Rezession, die gleich oder gar schlimmer sei als zur Finanzkrise (2008/2009). Direktorin Kristalina Georgiewa rief die Regierungen am 27. März zu «massiven» Hilfspaketen auf, um Konkurse zu verhindern. Dieser Einschätzung schliesst sich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) an. Wie schlimm die Krise genau wird, hängt davon ab, wie lange der Kampf gegen das Virus noch weitergehen wird. Besonders stark betroffen ist die Luftfahrtindustrie, aber auch Unternehmen der Tourismusbranche sowie kleinere Firmen und Selbständige sind in ihrer Existenz bedroht.

Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IMF) rufen dazu auf, von den ärmsten Ländern vorerst keine Schuldenrückzahlung zu verlangen.

Die G20 der führenden Wirtschaftsmächte wollen an einem Strang ziehen und die Weltwirtschaft zunächst mit insgesamt fünf Billionen US-Dollar stützen. Man werde gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, dem Internationalen Währungsfonds (IMF) und anderen internationalen Organisationen «alle erforderlichen Schritte unternehmen, um diese Pandemie zu überwinden», hiess es in der Abschlusserklärung vom 26. März. Die G20-Gesundheitsminister sollen bis Anfang April zudem ein Sofortmassnahmenpaket schnüren, um die Pandemie zu bekämpfen. Entwicklungsländer sollen bei der Bewältigung der Krise unterstützt werden.

Die EU-Kommission will im Zuge der Coronavirus-Krise zudem europäische Unternehmen besser vor Übernahmen schützen. Ihre Vorgaben sollen verhindern, dass wichtige Firmen aus dem Medizinsektor und anderen Branchen in die Hand von Investoren ausserhalb der EU geraten. Die EU-Staats- und Regierungschefs haben am 26. März zudem beschlossen, binnen zweier Wochen ein neues Modell für einen Rettungsschirm auszuarbeiten, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise zu bekämpfen.

Das Europäische Parlament hat mehreren Notfallmassnahmen zur finanziellen Unterstützung der stark getroffenen EU-Mitgliedsstaaten zugestimmt. Die Europa-Abgeordneten gaben am 26. März unter anderem grünes Licht für eine Vorlage, die Gelder aus dem EU-Strukturfonds freigeben soll. Ausserdem stimmten sie mit grosser Mehrheit dafür, dass auch bei Gesundheitskrisen auf den europäischen Solidaritätsfonds zugegriffen werden kann. Des Weiteren wollen sie die bestehende Flugrechte-Regelung für Fluggesellschaften bis zum Herbst aussetzen. Damit müssen Airlines nicht mehr mindestens 80 Prozent ihrer Slots pro Saison nutzen, um Start- und Landerechte an europäischen Flughäfen zu erhalten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) rief am 27. März sämtliche Banken im Euro-Raum dazu auf, mindestens bis zum 1. Oktober dieses Jahres keine Dividenden an ihre Aktionäre auszuzahlen. Viele Notenbanken haben die Leitzinsen drastisch reduziert und fluten die Anleihen- und Aktienmärkte mit Geld. Auch Regierungen versprechen betroffenen Unternehmen Soforthilfe und verteilen ihren Bürgern gar direkt Geld. Was die einzelnen Massnahmen genau bewirken, lesen Sie hier.

Weltweit hat das Coronavirus auch die Börsen fest im Griff: Nach den deutlichen Kursverlusten in den vergangenen Wochen, rutschen die Aktienmärkte weiter ab. Die Unsicherheit an den Börsen ist gross und die Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr. Anleger sollten daher tief durchatmen und diese Tipps befolgen.

Weltweit wurden des Virus zahlreiche Grossveranstaltungen abgesagt oder verschoben. Darunter etwa der Eurovision Song Contest, die Fussball-Europameisterschaft sowie zahlreiche andere Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich.

Auch die Olympischen Sommerspiele, die am 24. Juli in Japan beginnen sollten, wurden verschoben. IOK-Chef Thomas Bach und die japanische Regierung hatte lange an den Spielen festgehalten. Erst nachdem der Druck von Athleten und Sportverbänden immer grösser wurde, lenkte auch Bach ein. Die Spiele sollen nun im Sommer 2021 stattfinden.

Die Entwicklungen im Sport finden Sie hier.

Das ist zurzeit noch nicht abzusehen und liegt an einer Reihe von Faktoren, die sich zudem von Land zu Land unterscheiden dürften. So spielen Eigenschaften des Virus, die man noch nicht endgültig kennt, ebenso eine Rolle wie die Fragen, wie lange sich das Virus unentdeckt ausbreiten konnte/kann, wann welche Massnahmen ergriffen wurden/werden und wie strikt diese befolgt werden. In der weiteren Entwicklung dürften auch Medikamente den Verlauf beeinflussen.

In Wuhan beispielsweise, wo drastische Massnahmen ergriffen worden waren, scheint das Virus eingedämmt zu sein, knapp zwölf Wochen, nachdem die ersten Infektionen aufgefallen waren.

Staaten wie Taiwan, Vietnam, Hongkong und Singapur haben trotz der Nähe zu China weniger Coronavirus-Fälle als ihre Nachbarn. Dies hat damit zu tun, dass diese fünf Länder vorbereitet waren. Asien erlebte in den vergangenen zwei Jahrzehnten drei grössere Epidemien: Sars in den Jahren 2002 und 2003, die Schweinegrippe (H1N1) in den Jahren 2009 und 2010 und Mers im Jahr 2015. Viele Länder Asiens modernisierten ihre Aktionspläne für solche Epidemien, investierten in die Forschung und tauschten sich untereinander aus. Die Lehre aus  ihren Erfahrungen war, dass schon früh starke Einschränkungen getroffen werden müssen.

Die Massnahmen gegen das Coronavirus schränken die Bewegungsfreiheit massiv ein. Doch die neue Lage bringt auch positive Nebeneffekte mit sich:

Das Arbeiten von zu Hause aus wird von vielen Arbeitgebern gefördert und toleriert. Unnötige Sitzungen auf der ganzen Welt fallen aus, und digitale Arbeitsweisen verbreiten sich schnell.

Der Hypothekarmarkt verändert sich durch die tieferen Leitzinsen auf der ganzen Welt drastisch. Durch die expansiven Massnahmen der Notenbanken verbilligen sich für viele Menschen die Kreditraten.

Die Umwelt profitiert zumindest kurzfristig von den stillgelegten Fabriken, von weniger Touristen und dem praktisch eingestellten Flugbetrieb. Auch dürfte generell weniger Benzin, Erdgas und Strom verbraucht werden. Allerdings bleibt es oft bei einem Einmaleffekt und nach der Krise sind die Emissionen wieder da. 

Die Nachbarschaftshilfe erlebt einen Boom. Menschen bieten anderen an, Einkäufe oder andere Besorgungen zu erledigen, oder übernehmen die Kinderbetreuung. Allerdings gibt es auch Fälle von Betrügern, die die Situation ausnutzen.

Der renommierte amerikanische Infektiologe Anthony Fauci rechnet damit, dass das Coronavirus in Zukunft immer wieder saisonal auftreten könnte. Deshalb brauche es dringend einen Impfstoff. Dessen Entwicklung teilt sich grob in drei Phasen auf: Forschung, klinische Phase und die Zulassungsprüfung. Zusammen dauern diese gewöhnlich mindestens zehn Jahre.

Beim Impfstoff gegen Sars-CoV-2 profitieren die Forscher aber von Arbeiten, die im Rahmen der Entwicklung von Sars- und Mers-Impfstoffen erfolgt sind. Da diese Viren viel Ähnlichkeit mit dem neuen Erreger haben, hoffen Experten, dass sich die Entwicklungszeit deutlich reduzieren lässt, im besten Fall auf etwa ein Jahr. Tatsächlich stehen die ersten Impfstoffe in verschiedenen Ländern bereits am Anfang der klinischen Phase. 

Mitarbeit: mbe., wej., ran., kus., ni., slz., koe., gam., nyf., gaf., bso., esb., kkl., nbe., tsm., amü., lat., ela., koa., nth., joe., cke. ful., nad., ebl., lat., wde., mit Agenturmaterial

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