Switzerland

Zahl der Neuinfektionen ist den dritten Tag infolge dreistellig, 29 Länder stehen auf der Liste der Risikogebiete des BAG – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus in der Schweiz

Bisher sind in der Schweiz laut Angaben des Bundesamts für Gesundheit mehr als 32 100 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden, 1686 Infizierte sind gestorben.

Die neusten Entwicklungen

  • Die Zahl der Neuinfektionen in der Schweiz ist den dritten Tag infolge dreistellig. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein am Freitag (3. 7.) 32 101 Fälle, 134 mehr als am Vortag. Am Donnerstag waren insgesamt 116, am Mittwoch 137 Neuinfektionen gemeldet worden.
  • Der Reiseveranstalter Kuoni reagiert auf die Entscheidung des Bundes, mehrere Länder auf einen Corona-Index zu setzen. Pauschalreisekunden, die nach ihren Ferien nicht in die Pflicht-Quarantäne wollen, könnten ihre Reise kostenlos stornieren oder umbuchen, teilte die Kuoni-Besitzerin DER Touristik Suisse am Freitag (3. 7.) mit.
  • Das BAG hat eine Liste mit Staaten veröffentlicht, die ein hohes Infektionsrisiko darstellen. Personen, die aus einem dieser Länder in die Schweiz einreisen, müssen sich in eine zehntägige Quarantäne begeben. Folgende Staaten befinden sich auf der Liste: Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Weissrussland, Bolivien, Brasilien, Chile, Dominikanische Republik, Honduras, Irak, Israel, Kapverden, Katar, Kolumbien, Kosovo, Kuwait, Moldau, Nordmazedonien, Oman, Panama, Peru, Russland, Saudiarabien, Schweden, Serbien, Südafrika, Turks- und Caicos-Inseln und die USA. Die wichtigsten Antworten zu Reisen ins Ausland
  • Nach dem Zürcher Klub Flamingo, der Tesla-Bar in Spreitenbach und dem Plaza-Klub in Zürich melden nun das Mascotte und der Jade je einen weiteren Corona-Fall. Wie aus den Mitteilungen der Klubbetreiber vom Donnerstag (2. 7.) hervorgeht, sind beide Lokale vergangene Woche von je einem Gast besucht worden, die später positiv auf Covid-19 getestet wurden. Um mögliche Weiterverbreitungsketten einzudämmen, hätten sich das Mascotte, der Jade wie auch das Plaza entschieden, den Betrieb per sofort zu unterbrechen. Voraussichtlich ab kommender Woche sollen wieder Veranstaltungen stattfinden unter Berücksichtigung des Schutzkonzepts. Zum Bericht
  • Der Wirkstoff Remdesivir darf in der Schweiz ab sofort auch ausserhalb von klinischen Studien zur Behandlung von Covid-19 Patienten breiter eingesetzt werden. Dies teilte das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic am Donnerstag mit. Damit könnten ab sofort mehr Covid-19-Patientinnen und -Patienten behandelt werden, während die Zulassungsunterlagen begutachtet werden. Swissmedic hatte am 29. Juni ein Gesuch für die befristete Zulassung von Remdesivir erhalten und ein entsprechendes Schnellverfahren gestartet.
  • Im Tessin ist ein 47-jähriger Mann festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem in der Region Lugano wohnhaften Italiener vor, durch Falschinformationen zwei Covid-19-Kredite in Höhe von insgesamt über 600 000 Franken bezogen zu haben. Der Mann hat die Gelder für «fremde Zwecke» verwendet, wie Tessiner Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei am Freitagmorgen (3. 7.) in einem Communiqué festhalten. Der italienische Staatsbürger habe die Kredite hauptsächlich für persönliche Ausgaben eingesetzt. Neben Betrug und Falschangaben werden dem Mann auch Geldwäsche und ungetreue Geschäftsbesorgung vorgeworfen. Der Zwangsmassnahmenrichter hat den vorläufigen Freiheitsentzug des Mannes bestätigt.
  • Den Kantonsärztinnen und -ärzten geht die Schutzmaskenpflicht im öffentlichen Verkehr zu wenig weit. Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und -ärzte der Schweiz (VKS), erklärte am Donnerstag (2. 7.) im Radio SRF, er würde eine Pflicht zum Tragen der Schutzmaske im ganzen öffentlichen Raum begrüssen. 

Alle Nachrichten zu den Entwicklungen ausserhalb der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein am Freitag (3. 7.) 32 101 Fälle, 134 mehr als am Vortag. Am Donnerstag waren insgesamt 116, am Mittwoch 137 Neuinfektionen gemeldet worden. Damit bleibt die Zahl der Neuinfizierten weiterhin dreistellig.

Bisher sind laut Angaben von Donnerstag 1686 Menschen gestorben, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht übermittelt haben.

Fallzahlen in der Schweiz steigen an

Täglich bestätigte Neuinfektionen in der Schweiz und Liechtenstein, Durchschnitt der letzten 7 Tage

Lineare Skala

Die Angaben zu infizierten und verstorbenen Coronavirus-Patienten variieren je nach Quelle. Laut offiziellen Angaben der Kantone und des Fürstentum sind bis Freitag (3. 7.) 32 050 Fälle gemeldet worden. Mindestens 1966 Erkrankte sind bisher im Zusammenhang mit dem Virus verstorben.

Im Kanton Zürich sind bisher 3910 Personen positiv getestet worden. Das sind 57 mehr als am Vortag. 131 infizierte Personen sind gestorben (Stand 2. 7.).

Entscheidend für die Verbreitung des Coronavirus ist die Reproduktionszahl R, also die Anzahl Personen, die eine mit dem Coronavirus infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Diese liegt laut Angaben der Swiss National Covid-19 Science Task Force seit Mitte Juni wieder signifikant über 1. Das heisst, dass eine infizierte Person im Durchschnitt mehr als eine weitere Person ansteckt.

Angesichts der steigenden Fallzahlen rückt seit Ende Juni die Ausgangsszene in mehreren Schweizer Städten in den Vordergrund: Am 21. Juni ist es im Kanton Zürich zum ersten sogenannten «Superspreader-Event» gekommen. Ein Mann, der im Flamingo-Klub zu Gast war, wurde vier Tage später positiv auf Covid-19 getestet. Fünf weitere Personen, die mit ihm im Klub waren, entwickelten daraufhin Symptome und wurden ebenfalls positiv getestet. Der Kantonsärztliche Dienst hat in der Folge für alle 300 damals anwesenden Gäste und Angestellten eine zehntägige Quarantäne verordnet.

Einige Tage später wurde bekannt, dass sich in der Tesla-Bar in Spreitenbach rund 20 Personen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Diese Ansteckungen hängen laut Angaben der Aargauer Kantonsbehörden mit «grosser Wahrscheinlichkeit» mit dem Grossevent im Flamingo-Klub zusammen. Am 1. Juli meldete dann der Terminus-Klub in Olten einen Coronavirus-Fall. Die positiv getestete Person hatte über das Wochenende verschiedene Bars, Restaurants und Klubs besucht, wie die Staatskanzlei Solothurn mitteilte. Die Person habe sich über eine Drittperson angesteckt, deren Infektion bis zum Fall Spreitenbach zurückverfolgt werden könne. Ob sie weitere Gäste angesteckt hat, ist nicht bekannt. Das Contact-Tracing-Team bearbeitet den Fall und identifiziert alle engen Kontaktpersonen. Für rund 300 Personen wurde eine zehntägige Quarantäne angeordnet. Auch aus den Zürcher Klubs Plaza, Mascotte und Jade sind in den Tagen darauf Corona-Fälle gemeldet worden.

Nach dem «Superspreader»-Vorfall nimmt der Kanton Zürich die Klubs stärker in die Pflicht. Um das Contact-Tracing in Klubs sicherzustellen, verlangt die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli, dass die Namen auf der Gästeliste und die Handynummern verifiziert werden.

Kontrolle von ID und Handynummer: Der Kanton Zürich nimmt nach dem Superspreader-Vorfall die Klubs stärker in die Pflicht

Der Bundesrat hatte die Situation in der Schweiz seit Mitte März als ausserordentliche Lage gemäss Epidemiengesetz eingestuft, am 27. Mai gab er deren Ende bekannt. Nun gilt wieder die «besondere Lage». Seit dem 22. Juni gelten folgende Lockerungen:

  • Die Abstandsregel wird von 2 auf 1,5 Meter angepasst.
  • Die Polizeistunde wird aufgehoben. Veranstaltungen und Versammlungen mit bis zu 1000 Personen sind wieder erlaubt. Der Bundesrat führt eine Maskenpflicht bei Kundgebungen ein. 
  • Für den öffentlichen Verkehr gilt ab dem 6. Juli für die ganze Schweiz eine Maskentragpflicht. Eine generelle Maskentragpflicht für andere öffentliche Bereiche wird der Bundesrat vorerst nicht einführen. Die Kompetenz dazu liegt bei den Kantonen. Sollten diese sich für eine Maskentragpflicht entscheiden, wäre es allerdings angezeigt, wenn sie sich untereinander absprechen, erklärte Gesundheitsminister Berset am 24. Juni.
  • Ab dem 6. Juli müssen sich Reisende aus Risikoländern in eine zehntägige Quarantäne begeben. Die betroffenen Personen werden gezielt im Flugzeug, im Reisebus und an den Grenzübergängen informiert und müssen sich nach der Einreise bei den kantonalen Behörden melden. Die Flug- und Reisebusgesellschaften werden zudem angewiesen, kranke Passagiere nicht zu transportieren. Das BAG führt dazu eine Liste von Risikoländern und -gebieten, die monatlich angepasst wird. Die wichtigsten Antworten zu Reisen ins Ausland
  • Seit dem 6. Juni können Bergbahnen, Campingplätze, Zoos und touristische Angebote wie Rodelbahnen oder Seilparks wieder geöffnet werden. In Bergbahnen gelten die gleichen Hygiene- und Abstandsregeln wie im öffentlichen Verkehr. 
  • In Restaurants besteht keine Sitzpflicht mehr bei der Konsumation. Weiterhin gilt aber: Die Betriebe sollen die Nachverfolgung von Kontakten sicherstellen, bei Gruppen von mehr als vier Personen sind sie verpflichtet, die Kontaktdaten eines Gastes pro Tisch aufzunehmen. 
  • Präsenzunterricht in Mittel-, Berufs- und Hochschulen ist seit dem 6. Juni wieder erlaubt. Wie der Unterricht vor Ort wieder aufgenommen wird, entscheiden die Kantone oder die Bildungsinstitutionen. Diese können den Unterricht flexibel gestalten und die Möglichkeiten von Fernunterricht weiter nutzen.
Eine Frau mit Maske in einem Zug in Locarno.

Eine Frau mit Maske in einem Zug in Locarno.

Pablo Gianinazzi / EPA

Was die Lockerungen ab dem 22. Juni im Detail für die verschiedenen Branchen und Bereiche bedeuten, können Sie hier nachlesen.

Seit dem 15. Juni sind die Grenzen für die EU- und Efta-Staaten sowie Grossbritannien wieder offen. Zuvor waren sie bereits für Deutschland, Frankreich und Österreich geöffnet worden. Das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) hat alle Schengen-Staaten von der Liste der Risikoländer gestrichen. Die Grenzkontrollen innerhalb des Schengen-Raums sind aufgehoben, womit wieder die volle Personenfreizügigkeit gilt. Seit dem 2. Juli veröffentlicht das Bundesamt für Gesundheit eine monatlich angepasste Liste von als Risikogebiete eingestuften Staaten – Einreisende aus diesen Ländern müssen in Quarantäne (siehe hier).

Italien hat seine Grenze zur Schweiz bereits am 3. Juni einseitig geöffnet. Im Bild: der Grenzübergang bei Chiasso.

Italien hat seine Grenze zur Schweiz bereits am 3. Juni einseitig geöffnet. Im Bild: der Grenzübergang bei Chiasso.

Alessandro Crinari / Keystone

In die Schweiz einreisen können freizügigkeitsberechtigte Personen und damit auch Bürger der sechs Staaten und ihre Familienangehörigen – egal welche Nationalität sie haben. Drittstaatenangehörige aus diesen Ländern dürfen für bis zu neunzig Tage einreisen, wenn sie von einem Unternehmen mit Sitz in den sechs Staaten entsandt werden.

Wann die Schweizer Grenzen auch für Personen aus Drittstaaten wieder offen sind, steht noch nicht fest. Der Bundesrat will den Entscheid in Abstimmung mit den anderen Schengen-Staaten treffen.

Schweizerinnen und Schweizer dürfen wieder zum Einkaufen über die Grenze. Sämtliche Übergänge sind offen. Risikobasierte Kontrollen gibt es weiterhin, um Schmuggel und Kriminalität zu verhindern, wie der Bundesrat schreibt.

Zuvor hatte die Schweiz ihre Grenze für Risikoländer und -gebiete im März geschlossen. Dazu zählten alle Staaten mit Ausnahme des Fürstentums Liechtenstein. Die Einreise war nur noch Schweizern, Personen mit einem Aufenthaltstitel in der Schweiz sowie Grenzgängern erlaubt.

Alle Kantone sollen die Übertragungsketten wieder flächendeckend zurückverfolgen (Contact-Tracing). Alle Personen mit Symptomen sollen sich testen lassen können, nicht nur wie bisher die besonders gefährdeten oder hospitalisierten. Damit kein negativer Anreiz besteht, einen Test zu umgehen, übernimmt der Bund alle Kosten der verschiedenen Corona-Tests. Damit fallen auch keine Selbstbehalte und Franchisen für die Getesteten mehr an. Täglich sind rund 15 000 Tests durchführbar. Positiv getestete Personen werden isoliert und Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt.

Der Bevölkerung wird zudem eine App zur Verfügung gestellt, die ihre Nutzer informiert, wenn sie zu lange in der Nähe zu Infizierten gestanden sind: Die SwissCovid-App ist seit 25. Juni im Apple Store und Google Play Store verfügbar.

Was Sie zur Tracing-App wissen müssen

Ab dem 6. Juli gilt in der ganzen Schweiz eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Das hat der Bundesrat am 1. Juli entschieden. Die Pflicht gilt für Personen ab 12 Jahren in Zügen, Trams und Bussen ebenso wie in Bergbahnen, Seilbahnen oder auf Schiffen. Die dringende Empfehlung zum Maskentragen im öV sei bisher wenig befolgt worden, stellte der Bundesrat fest. Wer gegen die Maskenpflicht verstösst, wird durch das Bahnpersonal ermahnt und kann auch aufgefordert werden auszusteigen. Falls sich jemand besonders renitent verhält, ist auch ein Bussenverfahren möglich.

Ebenfalls ab dem 6. Juli gilt, dass sich Reisende aus Risikoländern in eine zehntägige Quarantäne begeben müssen. Die betroffenen Personen werden gezielt im Flugzeug, im Reisebus und an den Grenzübergängen informiert und müssen sich nach der Einreise bei den kantonalen Behörden melden. Die Flug- und Reisebusgesellschaften werden zudem angewiesen, kranke Passagiere nicht zu transportieren. Das BAG führt dazu eine Liste von Risikoländern und -gebieten, die monatlich angepasst wird.

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Seit den Grenzöffnungen von Mitte Juni fertigt der Flughafen Zürich wieder mehr Passagiere ab. Eine Maskenpflicht gibt es nicht, die Betreiber raten jedoch zum Tragen, besonders, wenn ein enger Kontakt nicht vermieden werden kann. Vor gewissen Flügen wird den Reisenden die Temperatur gemessen.

Zum Höhepunkt der Pandemie war der internationale Flugverkehr beinahe zum Stillstand gekommen. Die Swiss hatte auf einen Minimalflugplan mit einem Langstreckenflugzeug und fünf Kurzstreckenmaschinen umgestellt. Nun sollen ab Zürich und Genf pro Woche wieder bis zu 190 Flüge an 41 europäische Ziele durchgeführt werden. Damit erhöht die Swiss auf bis zu 20 Prozent ihres ursprünglichen Flugangebots. Im Herbst sollen mit etwa einem Drittel der Kapazitäten rund 85 Prozent aller Destinationen, welche vor der Corona-Krise bedient wurden, wieder angeflogen werden.

Die britische Airline Easyjet fliegt seit dem 1. Juli wieder ab Basel. Zu den angeflogenen Destinationen zählen unter anderen Berlin, Barcelona, Faro, London, Nizza, Nantes, Bordeaux und Brindisi. Darüber hinaus will Easyjet während der laufenden Sommersaison schrittweise weitere Ziele ab Basel aufnehmen.

Mit der Wiedereröffnung der Grenzen zu den Nachbarländern kann auch der internationale Personenverkehr auf der Schiene wieder schrittweise zum Normalbetrieb zurückkehren.

Die Wirtschaft wird schwer getroffen. Der Produktionsausfall beträgt laut Bundesrat schätzungsweise 25 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg im April von 2,9 auf 3,3 Prozent – der höchste Wert seit Frühling 2017. Experten schätzen, dass die Arbeitslosigkeit noch bis auf 7 Prozent steigen könnte. Das Seco, die UBS und die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) sehen die Schweiz in einer tiefen Rezession. Die Ökonomen der Grossbank erwarten für das laufende Jahr einen Einbruch des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 4,6 Prozent, die KOF schätzt diesen auf 5,5 Prozent. Im nächsten Jahr dürfte sich die Schweizer Wirtschaft laut KOF jedoch bereits wieder um 5,4 Prozent erholen. Das Seco rechnet 2020 mit einen Rückgang des BIP von 6,7 Prozent. 2020 sei ein Rezessionsjahr mit dem stärksten Rückgang seit der Ölkrise von 1973. Betroffen seien sowohl Import- als auch Exportbranchen.

Der Bundesrat will mit gezielten Massnahmen Konkurse und den Verlust von Arbeitsplätzen verhindern. Dafür stellt er 40 Milliarden Franken für Überbrückungskredite zur Verfügung. Damit soll die Liquidität von Unternehmen, insbesondere von KMU, gesichert werden. Der Bund sichert Kredite bis 500 000 Franken zu 100 Prozent und Kredite zwischen 500 000 und 20 Millionen Franken zu 85 Prozent ab.

Bis am 15. Mai haben rund 123 000 Unternehmen in der Schweiz Covid-19-Kredite ausbezahlt erhalten. Davon besteht in 36 Fällen der Verdacht auf Missbrauch, wie Erik Jakob vom Seco erklärte. Bei 9 weiteren Fällen habe sich der Verdacht nicht erhärtet.

So gelangt ein Unternehmen an einen Kredit.

Das Parlament hat im Juni eine Aufteilung des Mietzinses zwischen Mieter und Vermieter beschlossen für Geschäfte, die während der Corona-Krise schliessen mussten. Für die Periode der angeordneten Schliessung oder Einschränkung der Tätigkeit sollen Mieterinnen und Mieter 40 Prozent bezahlen, Vermieterinnen und Vermieter 60 Prozent des Mietzinses tragen. Der Bundesrat hat eine entsprechende Vorlage in die Vernehmlassung geschickt. Bis am 4. August können Kantone, Parteien und weitere Organisationen zum Gesetzesentwurf Stellung beziehen. Bis Mitte September will der Bundesrat eine Botschaft an das Parlament verabschieden. Die Vorlage soll danach – voraussichtlich an der ausserordentlichen Session Ende Oktober oder an der Wintersession – von beiden Räten parallel beraten werden.

Die Regelung gilt für Betriebe mit Monatsmieten bis zu 20 000 Franken, wobei ab 15 000 Franken Monatsmiete die Möglichkeit besteht, von der Regelung abzusehen. Geplant ist weiter ein Härtefallfonds für Vermieter (20 Millionen Franken), zudem sollen bereits getroffene private Vereinbarungen ihre Gültigkeit behalten.

Ausgeschlossen ist eine verlängerte Nachfrist für Mieten. Der Ständerat hat in der Sondersession eine Motion aus dem Nationalrat abgelehnt, die eine Verlängerung des vom Bundesrat beschlossenen Notrechts bis zum 13. September vorgesehen hatte. Der Bundesrat hatte Ende März beschlossen, dass der Vermieter für Mieten, die bis am 31. Mai fällig werden, für die Zahlung 90 statt nur 30 Tage Nachfrist setzen muss.

Die Luftfahrt will der Bundesrat mit rund 1,9 Milliarden Franken unterstützen. Konkret sollen die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss Kredite in Anspruch nehmen können, die bis maximal 1,275 Milliarden Franken durch Garantien des Bundes gesichert werden. Eine Beteiligung an den Airlines ist nicht angestrebt, allerdings werden die Darlehen durch Aktien von Swiss und Edelweiss abgesichert. Keine spezielle Hilfe sieht der Bund für Easy Jet Switzerland vor. Für die flugnahen Betriebe wie Swissport, Gategroup und SR Technics, die mehrheitlich in ausländischen Händen sind, sind die Bedingungen für Unterstützung nicht gegeben. Hier will der Bund aber rund 600 Millionen Franken bereitstellen, um unter der Führung der Flughäfen Auffangstrukturen für die kritischen Teile der Firmen zu schaffen.

Auch die SBB unterstütz der Bund bei der Überbrückung des Liquiditätsengpasses als Folge der Corona-Krise. Er erhöht die entsprechende Limite für verzinsliche Darlehen um 550 Millionen auf 750 Millionen Franken. Laut dem Bundesrat garantiert die Massnahme die Zahlungsfähigkeit der SBB bis Ende Jahr. Den Unternehmen des öffentlichen Verkehrs hilft der Bundesrat wegen der hohen Ertragsausfälle mit 800 Millionen Franken. Die zusätzlichen Mittel sollen dem regionalen Personenverkehr, dem Ortsverkehr, dem Schienengüterverkehr und der Bahninfrastruktur zugute kommen.

Den Schweizer Sport unterstützt der Bund mit einer halben Milliarde Franken. Die Regierung rechnet mit Kosten von bis zu 500 Millionen Franken. Für die beiden höchsten Fussball- und Eishockeyligen sieht der Bundesrat rückzahlbare Darlehen von bis zu 350 Millionen Franken vor. Damit wird der Spielbetrieb bis Ende der Saison 2020/21 sichergestellt. Den Breitensport sowie den übrigen Leistungssport wird der Bund mit bis zu 150 Millionen Franken unterstützen. Zum Bericht

Ein Corona-Nothilfepaket für Medien umfasst 30 Millionen Franken für private Radio- und TV-Veranstalter, 12,5 Millionen Franken für die indirekte Presseförderung, 10 Millionen Franken für die Nachrichtenagentur sowie 5 Millionen Franken für grössere Tages- und Wochenzeitungen. Mit dem Geld soll der regionale Service public schweizweit gesichert werden.

Der Bundesrat hat am 20. Mai ausserdem eine Zusatzfinanzierung der Arbeitslosenversicherung (ALV) von 14,2 Milliarden Franken beschlossen. Zudem hat er entschieden, schrittweise aus den Covid-19-Massnahmen der Arbeitslosenversicherung auszusteigen. Die notrechtlich verordneten Massnahmen werden in Abstimmung mit den Lockerungsetappen zur Öffnung der Wirtschaft schrittweise aufgehoben.

Den Staat kommen diese Massnahmen teuer zu stehen. Für das nächste nächste Jahr (2021) rechnet der Bundesrat mit einem Defizit von 1 Milliarde Franken. Er ist zuversichtlich, dass die Staatsschulden ohne Steuererhöhungen abgebaut werden können. Im laufenden Jahr rechnet der Bund mit Ausfällen bei den Fiskaleinnahmen von über 5 Milliarden. Doch wie stark der Bundeshaushalt durch die Pandemie tatsächlich belastet wird und wie sich die Wirtschaft weiter entwickeln wird, kann erst in den kommenden Monaten präziser eingeschätzt werden. Den Entscheid über den Schuldenabbau will die Regierung deshalb erst Ende Jahr treffen.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat Hygieneempfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus herausgegeben und ergänzt diese laufend. So sollte man unter anderem regelmässig die Hände mit Wasser und Seife oder einer alkoholbasierten Lösung reinigen. Händeschütteln oder Begrüssungsküsschen sollen vermieden werden. Dies, weil sich ansteckende Tröpfchen aufgrund von Husten oder Niesen an den Händen befinden könnten.

Muss man husten oder niesen, sollte man Mund und Nase mit einem Taschentuch oder der Armbeuge bedecken, das Taschentuch hinterher in einem geschlossenen Behälter entsorgen und die Hände waschen. Zudem darf man nur nach telefonischer Anmeldung in einer Arztpraxis oder einer Notfallstation erscheinen.

Ausserdem rät das BAG, Abstand zu halten. Dies gilt zum Beispiel für das Anstehen in einer Schlange. Um die besonders gefährdeten älteren Menschen zu schützen, soll das Abstandhalten vor allem für sie und ihnen gegenüber gelten. Auch Teilnehmende von Sitzungen sollen körperlich auf Distanz gehen.

Während es anfangs lange seitens des BAG hiess, Masken böten keinen wirklichen Schutz vor Viren, gilt ab dem 6. Juli eine Maskentragpflicht im öffentlichen Verkehr. Beim Einkaufen hält der Bundesrat Masken weiterhin für unnötig, solange der Abstand eingehalten wird.

Sehen Sie im Video, wie Sie sich und andere schützen können.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («Severe Acute Respiratory Syndrome»-Coronavirus-2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde Covid-19 (Coronavirus Disease 2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Mitarbeit: wej., len., gam., cts., cb., ase., alg. toc., eru., ran., med., nil., ni., amü., wde., bso.; mit Agenturmaterial

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