Switzerland

«Wo möglich Onlinedienste in Anspruch nehmen»: Gemeinden raten zu Zurückhaltung

Die stark steigenden Coronazahlen führen auch im öffentlichen Leben und im Umgang mit Behörden zu einschneidenden Einschränkungen. Die Schraube dürfte am Mittwoch, wenn der Bundesrat das neue Massnahmenpaket bekanntgibt, nochmals deutlich angezogen werden.

Bereits in den letzten Wochen haben viele der 32 Fricktaler Gemeinden in ihren amtlichen Publikationen die Bevölkerung – analog zum Frühling – dazu aufgerufen, die Gemeindekanzlei nur noch in dringenden Fällen aufzusuchen. In Rheinfelden beispielsweise ist die Stadtverwaltung zwar nach wie vor uneingeschränkt geöffnet; die Stadt bittet die Einwohner aber, «wenn immer möglich nicht persönlich bei uns vorzusprechen und wo möglich die Onlinedienste in Anspruch zu nehmen».

Möglichst wenig Kontakt im öffentlichen Raum

Stadtschreiber Roger Erdin weist darauf hin, dass «die allermeisten An-, Um- und Abmeldungen bequem von zu Hause aus erfolgen können». Bei Fragen könnten Mitarbeitende zudem auch telefonisch oder per Mail kontaktiert werden.

Ähnlich tönt es in den anderen befragten Gemeinden. Laufenburg etwa bittet die Bevölkerung, Dienstleistungen und ­Angebote lediglich dann in Anspruch zu nehmen, «wenn diese wichtig und dringend sind», sagt Stadtschreiber Marco Waser. «Ansonsten wird zum Schutz der Mitarbeitenden und der Eindämmung der Weiterverbreitung des Virus empfohlen, möglichst wenig Kontakt im öffentlichen Raum zu pflegen und zu Hause zu bleiben.»

Massnahmen werden wieder hochgefahren

Für Urs Treier, Gemeindeschreiber in Gipf-Oberfrick, ist aber bei aller Zurückhaltung auch klar: «Wer etwas zu erledigen hat, kann dies, unter Einhaltung der Regeln, nach wie vor tun. Wir sind ein Dienstleistungsbetrieb und bestrebt, dass die öffentlichen Dienste aufrechterhalten bleiben.» Die Bevölkerung werde aber dazu aufgerufen, die geltenden Bestimmungen wie Abstände und Maskenpflicht im Verkehr mit der Gemeinde einzuhalten. «Das ist aber erfahrungsgemäss kein Problem und in der jetzigen Situation gibt es wenig unnötige Kundengänge.»

Reagiert haben viele Verwaltungen auch als Arbeit­geber: Die Massnahmen, die im Frühling ergriffen wurden, gelten nach wie vor – oder wurden respektive werden wieder hochgefahren. In Kaiseraugst etwa wird unverändert im Teilsplitting gearbeitet, das heisst, das halbe Team ist vor Ort. Zudem gilt eine Maskenpflicht in allen Bereichen, ausser man sitzt am eigenen Arbeitsplatz. Sitzungen und Besprechungen werden vorzugsweise per Videokonferenz abgehalten.

In Laufenburg hat man vorgesorgt, dass ein gleichzeitiger Ausfall des Abteilungsleiters und der Stellvertretung vermieden werden kann. Zudem besteht, je nach Job, die Möglichkeit für Homeoffice. Auch in Laufenburg wurden Sitzungen und persönliche Kontakte auf ein Minimum reduziert.

Maskenpflicht im ganzen Gemeindehaus

In Frick arbeitet laut Gemeindeschreiber Michael Widmer ein Teil der Verwaltung im Homeoffice. «Zudem besteht im ganzen Gemeindehaus eine Schutzmaskenpflicht, ausser wenn die Mitarbeitenden alleine an ihrem Arbeitsplatz tätig sind», sagt Widmer. Die Maskenpflicht gilt auch bei Sitzungen. Möhlin setzt die Homeoffice-­Empfehlung sowie Teamsplittings situativ ein. «Dies beispielsweise bei eher engen Platzverhältnissen oder damit eine mögliche Quarantäne abgewendet werden kann», sagt Gemeindeschreiber Marius Fricker. In Rheinfelden arbeiten Teams dort in Splitting, «wo wichtige Verwaltungseinheiten nicht ganz ausfallen dürfen, falls Mitarbeitende wegen einer Ansteckung in Isolation und die übrigen Mitarbeitenden der gleichen Sektion in Quarantäne geschickt werden», so Erdin.

Einig sind sich die Befragten darin, dass es alle braucht, um die Coronakrise zu meistern. Der Kaiseraugster Gemeindeschreiber Rolf Dunkel bringt es in Bezug auf die Empfehlung der Gemeinde so auf den Punkt: «Wir haben insgesamt auch zur Achtsamkeit aufgerufen.»

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