Switzerland

«Wilder»-Dreh: Das Baselbiet wird vom SRF zur Krimi-Kulisse gemacht

Verschneite Tannen, weite Winterlandschaften, graue Betonarchitektur: In der dritten Staffel ermittelt das kultige Ermittlerduo Rosa Wilder und Manfred Kägi im Neuenburger Jura, zwischen der modernen Uhren-stadt La Chaux-de-Fonds und der Schweizer Kältekammer La Brévine. Doch aufmerksame Zuschauer der SRF-Krimiserie werden es im Abspann bemerkt haben: In der vergangene Woche ausgestrahlten dritten Folge «Frost» spielt das Strafjustizzentrum Baselland eine Rolle. Die Episode handelt von einer Vollzugsbeamtin, der vorgeworfen wird, für den Erfrierungstod einer nigerianischen Drogenkurierin im offenen Spazierhof des Gefängnisses verantwortlich zu sein. Dieser Handlungsstrang wurde in Muttenz gedreht.

Der prominente Baselbieter Auftritt hat vor allem pragmatische Gründe und ist bis zu einem gewissen Grad Zufall, erklärt Thomas Lüthi, für «Wilder» zuständiger Redaktor bei SRF: Der Drehplan sei sehr eng getaktet gewesen, da war es wichtig, dass in einem bestimmten Zeitfenster eine Location zur Verfügung stand. Für Muttenz sprach die geografische Nähe zu den Hauptdrehorten der dritten Staffel im Jura. Ein Gefängnis etwa im Graubünden oder Tessin sei daher nicht in Frage gekommen.

Filmcrew im Glück: Kurz vor Corona wurde gedreht

Dann gerät Lüthi doch noch ein wenig ins Schwärmen für den Drehort Muttenz: «Die moderne, teils strenge Architektur des Spazierhofs, aber auch der Überwachungszentrale passen sehr gut zum generellen Erscheinungsbild und zur Stimmung von ‹Wilder›», findet er. Der 2014 eröffnete 75-Millionen-Bau gilt als eine der modernsten Strafanstalten der Schweiz und hat architektonisch sowie nutzungstechnisch Massstäbe gesetzt. Zu Besuch in Muttenz war das «Wilder»-Team Mitte Februar kurz vor Ausbruch der Coronapandemie. Im Nachhinein ein Riesenglück, kurz später kam der Lockdown. «Selbst in den coronamässig relativ ruhigen Sommermonaten wäre ein Gefängnis-Dreh wesentlich schwieriger gewesen», betont Adrian Baumgartner, Sprecher der Baselbieter Sicherheitsdirektion.

Die Dreharbeiten in einer Strafvollzugsanstalt bei laufendem Vollbetrieb und Dutzenden Häftlingen sind auch ohne Pandemie eine grosse logistische und sicherheitstechnische Herausforderung, wie Baumgartner betont. Im Voraus musste die Produktionsfirma für alle Teilnehmenden am Set einen gül- tigen Personalausweis vorlegen. «Die Filmcrew musste diver- se Vorgaben akzeptieren und konnte sich zum Beispiel nicht frei bewegen», sagt Baumgartner. SRF-Redaktor Lüthi bestätigt: «Mussten sie auf die Toilette oder brauchten sie zusätz- liches technisches Material, mussten sie das anmelden und wurden jeweils von Sicherheitspersonal begleitet.» Das habe den Dreh aufwendiger gemacht, sei aber der beklemmenden Stimmung in den Szenen zugutegekommen, sagt Lüthi.

Regen ohne Unterbruch während der Dreharbeiten

Obwohl diese von der Second Unit abgedreht wurde, reiste ein relativ grosser Tross an Darstellern, Ton-, Licht- und Maskentechnikern sowie Skript-Verantwortlichen an. Gearbeitet werden musste abends, als alle Insassen zurück in ihren Zellen waren. Während des Drehs regnete es ununterbrochen in den oben offenen Spazierhof. Dies und das künstliche Licht trugen massgeblich zur traurig-düsteren Stimmung der Szene mit der inhaftierten Frau bei.

Der Kanton Baselland hat die Location kostenlos zur Ver­fügung gestellt und für den Aufwand der Verwaltungsangestellten keine Rechnung gestellt, betont Baumgartner. Im Gegensatz etwa zu Dreharbeiten unter freiem Himmel haben hier weder der Tourismus noch andere Wirtschaftszweige im Baselbiet profitiert. «Wir haben ohne Aussicht auf Vorteile mitgemacht. Die Anfrage war spannend, der Aufwand und das Risiko für den Kanton vertretbar», sagt Baumgartner. Den Baselbieter Verantwortlichen windet SRF-Redaktor Lüthi ein Kränzchen: «Sie waren absolut professionell und sehr offen den Wünschen der Produktionsfirma gegenüber. Das ist nicht selbstverständlich.»

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