Switzerland

Wieder Polizeieinsatz in den Reben – Bürger findet einen weiteren Sprengkörper

Im Klingnauer Rebberg läuft am Freitagmorgen um 10.30 Uhr ein Polizeieinsatz. Mehrere Leser melden, dass dort einige Polizisten im Einsatz stehen und dass der Schwändiweg teilweise gesperrt ist.

Die Aargauer Kantonspolizei bestätigt den Einsatz auf Anfrage. "Ein Bürger hat einen weiteren Sprengkörper gefunden", sagt Sprecherin Aline Rey. "Er wird nun sichergestellt." Der Fund stehe im Zusammenhang mit dem Fall um die Knallkörper. Im Einsatz stehen auch wieder Spezialisten des Forensischen Instituts in Zürich. Sie werden den Fund mitnehmen und im Labor untersuchungen. 

Laute Knalle zur Nacht während mehrerer Wochen hatten die Bevölkerung im Februar und März aufgeschreckt. Anfang Juni kam es zu drei Funden von Knallkörpern, die damit im Zusammenhang standen. Den ersten brachte ein Bürger auf den Polizeiposten. Dieser wurde weiträumig abgesperrt, was für einiges Aufsehen sorgte. 

Die Polizei ermittelte einen 42-jährigen Schweizer und verhaftete diesen. Dieser ist geständig. Er wurde nach der Einvernahme wieder auf freien Fuss gesetzt. Er sagte der AZ, dass er nur zwei der Knallkörper gezündet habe - und nicht in den Reben, sondern im Wald. Die anderen habe er zwar selbst hergestellt, aber verloren. Die Inhaltsstoffe habe für den Bau der Knallkörper habe er im Internet bestellt. 

Die Polizei sagt nach der Festnahme, dass keine Hinweise auf weitere Knallkörper im Rebberg vorliegen. "Wir sollten alles gefunden haben", sagt Sprecher Bernhard Graser vor vier Wochen. Insofern überrascht der neuste Fund.

Die Bundesanwaltschaft führt das Strafverfahren nach Artikel 225 des Strafgesetzbuches ("Gefährdung ohne verbrecherische Absicht. Fahrlässige Gefährdung"). Sie hatte es von der Staatsanwaltschaft übernommen. Der Strafrahmen reicht von einer Busse bei leichten Fällen bis zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren bei schweren Fällen. Auf Anfrage der AZ hatte sich die Bundesanwaltschaft zuletzt weiter über den Fall geäussert, auch nicht über Ergebnisse der Laboruntersuchungen. 

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