Switzerland

Wieder einmal steht die Schweiz vor entscheidenden Corona-Tagen

Die Wissenschafter warnen vor Engpässen auf den Intensivstationen. Der Kanton Jura beschliesst den ersten regionalen Lockdown. Die weitere Lageentwicklung liegt in den Händen der Bevölkerung.

Die Pandemie ist wieder in der Phase Rot.

Die Pandemie ist wieder in der Phase Rot.

Arnd Wiegmann / Reuters

Die schlechten Prognosen hätten sich leider bewahrheitet, sagte Thomas Ackermann, Leiter der wissenschaftlichen Task-Force, am Freitag vor den Medien. In den nächsten zwei Wochen könnte es zu Engpässen auf den Intensivstationen der Spitäler kommen. Die Belegungszahlen verdoppeln sich jede Woche.

Auch für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist das Risiko real, dass die Spitäler überlastet werden, wie Virginie Masserey, die Leiterin Sektion Infektionskontrolle, klarmachte: «Wir fordern die Kantone auf, die nicht notwendigen Eingriffe in den Spitälern aufzuschieben und Platz und Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu schaffen.»

Aufruf zum freiwilligen Assistenzdienst

Je nach regionaler Lage und Gewichtung wirtschaftlicher oder sicherheitsrelevanter Faktoren müssen nun also die Kantonsregierungen weitere Beschlüsse fassen. Sinnvoll ist dabei, stets auf die gefährlichste Möglichkeit vorbereitet zu sein, ohne bereits die ganz grosse Keule auspacken zu müssen.

Verschiedene Kantone haben denn auch Gesuche um Unterstützung durch die Armee gestellt, um das Gesundheitswesen zu entlasten. Die Sanitäts- und Spitalsoldaten könnten wieder wie im Frühling bei der «low level care» aushelfen oder auch Testzentren betreiben. Ihre Ausbildung ist auf einem hohen Stand, ebenso ihre Motivation.

Je früher die Armee planen kann, desto eher kann auf eine erneute Mobilmachung verzichtet werden. Dies würde einen massgeschneiderten Einsatz ermöglichen. Die Armee hat deshalb einen Aufruf zur Rekrutierung von Freiwilligen lanciert, die bereit wären, einen Einsatz zu leisten. Dafür würden ihnen maximal 38 Diensttage angerechnet.

Lokaler Mini-Lockdown im Jura

Ein grösseres Aufgebot für eine längere Zeit könnte allerdings Armee-intern für Bauchschmerzen sorgen. Der Assistenzdienst im Frühling verbrauchte bereits eine beträchtliche Anzahl Diensttage. Viel Spielraum bleibt nicht, um einen geregelten Ausbildungsdienst der Sanitäts- und Spitalformationen sicherzustellen. Allenfalls können die Soldaten den Assistenzeinsatz doch nicht von ihrer Dienstpflicht abziehen.

Die Westschweizer Kantone scheinen insgesamt von der gefährlichsten Lageentwicklungsmöglichkeit auszugehen. So verhängt der Kanton Jura den kantonalen Ausnahmezustand. Ab Montag werden bis vorerst zum 15. November in einer Art regionalem Mini-Lockdown alle Bars und Restaurants sowie weitere öffentliche Einrichtungen wie Museen und Sportzentren geschlossen. Zudem werden Ansammlungen von über fünf Menschen untersagt.

Auch der Kanton Neuenburg verbietet Ansammlungen von über fünf Personen. Die Anordnung gilt ebenso im privaten Rahmen und tritt am Montag in Kraft. Ausgenommen von der Beschränkung sind Kinder unter zwölf Jahren. Die Kantonsregierung hat zudem eine Maskentragpflicht für die Oberstufe der obligatorischen Schule beschlossen.

Videobotschaft des Bundesrats

Doch auch der Kanton Zug beschreibt die Situation als bedrohlich. Die Hospitalisationen stiegen stark an. Der Kanton baut das Contact-Tracing laufend aus. Am Montag werden Schnelltests eingeführt. In Obwalden sind ab Montag noch Veranstaltungen von bis zu 30 Personen zugelassen. Dies ist eine Verschärfung gegenüber der 50er-Regel des Bundes.

Der Föderalismus erweist sich in der zweiten Welle als tauglicher Weg, um auf Entwicklungen kleinräumig reagieren zu können. Das Wallis, das nach wie vor sehr hohe Zahlen von Neuansteckungen meldet, aber früh mit einem Slowdown reagiert hat, nimmt eine Art Vorreiterrolle ein. So könnte die Walliser Entwicklung erste Hinweise für eine gesamtschweizerische Prognose geben.

Vielleicht entwickelt sich die Lage auch wieder günstiger. Die Marke von 10 000 Ansteckungen pro Tag wurde am Freitag jedenfalls nicht erreicht. Das BAG meldete 9207 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. 279 weitere Covid-19-Patienten mussten ins Spital eingeliefert werden, 52 starben in Zusammenhang mit der Erkrankung. Bei den Tests liegt die Positivitätsrate für die letzten 14 Tage bei 23,4 Prozent. Einmal mehr steht die Schweiz wieder vor entscheidenden Tagen für die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie.

Der Bundesrat versucht zumindest, nicht vom Worst Case auszugehen. Am späteren Freitagnachmittag veröffentlichte die Bundeskanzlei über Twitter ein Video mit einem eindringlichen Appell der Landesregierung, die neuen Regeln einzuhalten. Die zweite Welle habe uns gerade etwas erwischt, sagte etwa Ueli Maurer. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Guy Parmelin beschwören den Zusammenhalt als wichtigen Faktor. Ignazio Cassis, der ehemalige Tessiner Kantonsarzt, zeigt sich zuversichtlich, dass wir alle Mittel hätten, um die zweite Welle zu brechen.

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