Switzerland

Wieder eine Panne bei Swisscom – so will der Bund reagieren

(dpo/mg) Es ist bereits die zweite grössere Swisscom-Panne innerhalb eines Monats. In der Nacht auf Mittwoch sind die Internetdienste, TV sowie die Mobil- und Festnetztelefonie von Swisscom fast in der gesamten Schweiz ausgefallen. Und wie schon im Januar waren auch wegen der jüngsten Panne zahlreiche Notrufnummern nicht erreichbar. Am Mittwochmorgen funktionierte das Netz grösstenteils wieder.

Swisscom-Sprecher Sepp Huber entschuldigte sich für die Panne in einer Stellungnahme gegenüber Radio SRF: «Es entspricht natürlich überhaupt nicht dem Anspruch, den wir haben.» Ursache für die Störung seien geplante Wartungsarbeiten gewesen. Diese hätten zu einem «unerwarteten Fehlverhalten» geführt, erklärte Huber.

Das Bakom schaltet sich ein

Für viele Nutzer war die Entschuldigung des Swisscom-Sprechers der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Sie liessen Online ihrem Ärger freien Lauf. Im Verlauf des Tages zeigte sich dann, dass das Fass auch aufseiten der Politik nun zu überlaufen scheint. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) jedenfalls wird angesichts der beiden zeitlich nahen Ausfälle eine «vertiefte Abklärung der Ursachen vornehmen». Das erklärte am Mittwoch eine Bakom-Sprecherin auf Anfrage von CH Media.

Gemäss der Verordnung über Fernmeldedienste müssen Telekomunternehmen Störungen im Betrieb ihrer Netze unverzüglich dem Bakom melden. Wie die Bundesamts-Sprecherin erklärte, verfügt das Bakom aber noch nicht über einen detaillierten Fehlerbericht der Swisscom. Darum seien «genaue Aussagen zum Fehler und zur Fehlerbehebung» auch noch nicht möglich.

Weiter teilt das Bakom mit, dass sie bei Feststellung von Rechtsverletzungen entsprechende Massnahmen ergreifen könne. Gemäss Gesetz kann sie beispielsweise die Konzession durch Auflagen ergänzen, einschränken, suspendieren, widerrufen oder gar entziehen.

«Die Swisscom muss über die Bücher»

Am Mittwoch kam auch von Seiten der Polizei Kritik auf. Urs Hofmann, Präsident der Kantonalen Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD), äussert sich unverblümt in einem Radiointerview: «Einmal kann das ja passieren. Aber zweimal innert so kurzer Zeit, das beunruhigt die Polizeien und uns als politisch Verantwortliche.» Weiter forderte der Aargauer Regierungsrat, die Swisscom müsse nun «wirklich über die Bücher. Das darf nicht noch ein drittes Mal passieren.»

Besonders ärgerlich sei für die Polizei, dass die Notrufnummern nicht erreichbar waren, sagt Hofmann. Leute, die an die Polizei gelangen wollen – sei es bei schweren medizinischen Vorfällen oder bei Verbrechen – hätten so keine Möglichkeit haben, die Notrufstelle zu erreichen.

In Bern und Zürich empfahlen die Notfalldienste im Ernstfall die Feuerwehrwachen aufzusuchen. Doch für den Präsidenten der KKJPD sei das keine valable Lösung für die Schweiz als Ganzes: «Es gibt ja nicht in jedem Dorf eine 24 Stunden betriebene Feuerwehrzentrale.»

Hofmann sagt weiter, dass er beim üblichen Jahresgespräch mit Swisscom demnächst die Gelegenheit habe, das Thema anzusprechen. «Dann schauen wir, wie weit auch auf Ebene der KKJPD formeller eine Vorsprache erfolgen wird.» Gleichzeitig gibt er zu verstehen, dass solch eine Störung ein absoluter Ausnahmefall bleiben soll. «Da fehlt jetzt aber etwas die Überzeugung, dass das so ist und Swisscom das Problem im Griff hat.»

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