Switzerland

«Wie Vieh abtransportiert»: Indische Polizei geht mit Waffen gegen Schweizer Touristen vor

Die indische Polizei setzt die Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie rigoros um – auch mit Maschinengewehren und Stöcken. Das erlebte eine Gruppe von 30 Touristen auf den Andamaneninseln an eigener Haut, darunter sind auch Schweizer. Mit gezückter Waffe werden die Touristen auf dem Archipel im Indischen Ozean zusammengetrieben. Sie sollen die Inseln verlassen, obwohl keiner angesteckt ist.

Eine davon ist die Schweizerin Mona S.*(36) aus Bern. «Wir wurden wie Vieh von bewaffneten Polizisten abtransportiert», sagt sie zu BLICK. Nachdem sie mit der Fähre zur Hauptinsel Port Blair gebracht worden sind, hat man sie in Busse gepfercht und an den Flughafen gefahren. Dort mussten sie stundenlang an der prallen Sonne warten. Im Anschluss wurde den Touristen ein Flugticket in die Ortschaft Chennai ausgehändigt – sie mussten es selber bezahlen.

Nun sitzt Mona S. und die anderen in einem Hostel in Chennai fest. «Es ist beängstigend. Ich weiss nicht, wann und wie ich nach Hause komme», sagt sie.

«Komme nicht einmal zum Flughafen»

Eigentlich wäre der Rückflug am Schweizerin am Dienstagmorgen gewesen, der findet aber nicht statt. Wie es nun weiter geht, weiss sie nicht. «Ich komme momentan nicht einmal zum Flughafen. Der ist rund 20 Kilometer entfernt – Taxis fahren keine mehr», sagt sie. Die Polizei habe zudem Strassensperren errichtet.

Vom EDA bekam sie nach eigenen Aussagen bisher keine Hilfe. Bei der Botschaft in Chennai sei zudem niemand erreichbar. «Die Schweizer Botschaft in Mumbai weiss momentan auch nicht, wie es weiter geht», sagt Mona.

«Ein bisschen wie im Knast»

Es sei momentan recht ruhig in Chennai, sagt sie. «Ich bin aber stark eingeschränkt. Es ist ein bisschen wie im Knast.» Wenn Mona rausgeht, laufe sie Gefahr, von der Polizei erwischt zu werden. «Meistens besorgt uns jemand das Essen in der Stadt. Wir müssen dann aber das Doppelte von dm zahlen, als es eigentlich kosten würde», sagt sie.

Immerhin habe sie momentan noch genügend Bargeld bei sich. Das hält sie aber gut versteckt. Denn ohne Geld müsste sie das Hostel verlassen. Die meisten Hostels würden aber ohnehin keine Touristen mehr aufnehmen.

Polizei bezeichnet Touristen als «stinkendes Vieh»

Auch der Spanier Manuel de Luca (38) ist einer der rund 30 betroffenen Touristen. Er berichtet von beängstigenden Szenen. «Sie schoben uns mit Maschinengewehren und Stöcken bewaffnet herum», sagte er gegenüber «El País». Die Beamten schrien: «Corona! Corona! Wie stinkendes Vieh!»

Er berichtet auch von Schikanen am Flughafen: «Während wir in der Schlange standen, mussten wir es ertragen, dass das Reinigungspersonal uns mit Fensterreiniger besprüht hat», sagt de Luca. Angeblich wurde auch einer der gestrandeten Touristen geschlagen, als er sein Visum verlängern wollte. Das Schweizer Aussendepartement (EDA) hat eine Anfrage von BLICK zum vorliegenden Fall noch nicht beantwortet. (szm/bra)

*Name der Redaktion bekannt

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